Erlinsbach SO/Lostorf
Fehlerhafte Serafe-Rechnungen nerven Gemeindemitarbeiter

Auch den Niederämter Gemeinden machten die Serafe-Rechnungen Mühe. In Erlinsbach SO und in Lostorf meldeten sich dutzende Bürger deswegen.

Silvana Schreier
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Keystone

Die Billag-Nachfolgerin Serafe hat in den vergangenen Wochen zahlreiche fehlerhafte Rechnungen verschickt. So klingelte das Telefon etwa auf dem Einwohneramt des Kantons Basel-Stadt pausenlos.

Ähnlich ist es auch den Mitarbeitenden in den Niederämter Gemeinden ergangen. «Rund 20 Personen meldeten sich in den vergangenen Tagen bei uns. Die meisten riefen an, einige kamen auch persönlich auf der Gemeindeverwaltung vorbei», erzählt Alice Govetosa, Sachbearbeiterin bei den Einwohnerdiensten von Erlinsbach SO, auf Anfrage.

Gemeinden kämpften mit Fragen der Bürger

Die Probleme, mit denen Govetosa zu kämpfen hatte, sind dieselben wie in anderen Kantonen: Mal wurden Rechnungen an mehrere Personen, die zwar an derselben Adresse, aber nicht im selben Haushalt leben, verschickt. Mal flatterte jemandem, der bis anhin auf Grund des Bezugs von Ergänzungsleistungen von der Abgabe für Radio- und Fernsehgebühren befreit war, dennoch eine Rechnung der Firma Serafe ins Haus.

«Es kam auch vor, dass jemand eine Rechnung erhalten hat, die an die verstorbene Mutter adressiert war, da Serafe einen nicht aktuellen Datensatz verwendet hat», sagt Govetosa. Sie kennt unzählige Beispiele.

«Mindestens 12 Personen haben sich gemeldet»

Ebenso erging es der Gemeinde Lostorf: «Bei uns haben sich in den letzten Tagen mindestens 12 Personen mit demselben Problem gemeldet», sagt Gemeindeschreiber Markus von Däniken zu dieser Zeitung. Es sei «unglücklich», dass die betroffenen Gemeinden nichts von allem gewusst hätten.

Zudem: «Von Serafe war es nicht sinnvoll, auf der Rechnung zu erwähnen: ‹Wir erhalten diese Informationen von Ihrer Gemeinde und bitten Sie, sich bei Unstimmigkeiten direkt an Ihre Einwohnerkontrolle zu wenden›.» Das habe schliesslich dazu geführt, dass die Mitarbeitenden auf der Gemeindeverwaltung die Personen wieder zurück an die Firma Serafe habe verweisen müssen.

Beide Gemeinden haben mittlerweile auf ihrer Website eine Mitteilung dazu aufgeschaltet: «Das haben wir präventiv gemacht, um die Problematik zu erklären», so von Däniken.