Feelgood Festival
Feelgood-OK: «Vielleicht stellen wir in einigen Jahren wieder etwas auf die Beine»

Am Wochenende ist die zehnte Ausgabe des Feelgood Festivals über die Bühne gegangen – ein Fazit.

Rahel Bühler
Drucken
Teilen
Das OK, bestehend aus (v.l.) Patrick Stampfli, Reto Meier, Daniela Brunner, Roger Brunner, Martin Meier, Michael Hüsler und Andreas Widmer, verabschiedete sich am Samstag vom Feelgood Festival.

Das OK, bestehend aus (v.l.) Patrick Stampfli, Reto Meier, Daniela Brunner, Roger Brunner, Martin Meier, Michael Hüsler und Andreas Widmer, verabschiedete sich am Samstag vom Feelgood Festival.

PATRICK LUETHY

Eines kann vorneweg schon mal gesagt werden: Nächstes Jahr gibt es auf dem Mösli kein Festival. Dieser Entscheid bekräftigt OK-Mitglied Michael Hüsler nach der Jubiläumsausgabe erneut. Und dies, obwohl er das diesjährige Festival als Highlight in der zehnjährigen Feelgood-Geschichte bezeichnet: «Das Programm bildete einen guten Mix, die Stimmung war absolut klasse. In diesem Jahr waren die Bedingungen absolut ideal.»

Die diesjährige Ausgabe war demnach also quasi das Tüpfelchen auf dem i. Was hätte sie dennoch besser machen können? «Wenn wir ein Konzert von Gölä hätten organisieren können», sagt Hüsler und begründet dies damit, dass sein Konzert 2008 ein Highlight der aufgetretenen Acts darstellte. Auch, weil Mundart-Rocker Gölä normalerweise Hallenstadions fülle. Geklappt hat der Auftritt aus budgettechnischen Gründen jedoch nicht.

Nach dem emotionalsten Moment der diesjährigen Ausgabe gefragt, kommt es von Häusler wie aus der Kanone geschossen: «Als mit Patent Ochsners «Scharlachrot» die letzten Klänge, die hier je gespielt werden, verstummten.»

Letztes Feelgood-Festival im Niedergösger "Mösli", Samstag
21 Bilder
Am Familiennachmittag begeisterten Christian Schenker und die "Grüüveli-Tüüfeli" sowohl Kinder wie auch Eltern.
Wichtig: Ohren schützen.
Festwirtschaft auf dem Niedergösger "Mösli" - ob Hamburger, Gyros, Crèpe oder einfach ein kühles Getränk.
Die Coverband Strawberry Jam mit Sängerin Jesse Howe sorgten mit Klassikern aus Soul, Blues und Rock'n'Roll für Stimmung.
Lockere Stimmung auch bei Rapper Dodo.
Bei Hits wie "Hippie-Bus" und "Nagellack" machte das Publikum mit.
Voller Körpereinsatz bei der Bündner Band Liricas Analas.
Die drei Jungs am Mikrofon rappten in Rätoromanisch.
"Wer nicht mitmacht, ist doof", so Liricas Analas - und die Besucher machten mit.
Das Highlight war Patent Ochsner.
Die talentierten Musiker zeigten ihr Können in diversen Soloeinlagen.
Büne Huber appellierte an die jungen Festivalbesucher, selbst etwas auf die Beine zu stellen und das Feelgood-Festival fortzuführen.
 Eine Welle fürs OK (v.l.): Patrick Stampfli, Reto Meier, Daniela Brunner, Roger Brunner, Philipp Meier, Martin Meier, Michael Hüsler, Andreas Widmer.
Übers Trampolin freuten sich die jüngeren Besucher.
Mit viel Liebe zum Detail: Hinweisschilder.
Gute Stimmung auch auf dem Zeltplatz.

Letztes Feelgood-Festival im Niedergösger "Mösli", Samstag

Patrick Lüthy

Gentleman und Polo als Flops

Von den vergangenen zehn Ausgaben bleiben laut Häusler viele schöne und unvergessliche Momente zurück. Er streicht dabei den Zusammenhalt der Helfer und des OKs heraus.

Neben zahlreichen Highlight, gab es, naturgemäss, auch den einen oder anderen Tiefpunkt. «Wir hatten auch schon Probleme mit Feuerwerkskörpern, die im Festgelände gelandet waren, mit Abfall rund um das Areal oder mit Leuten, die sich hineinschleichen wollten», blickt Hüsler zurück. Manchmal hat auch schlicht und einfach das Wetter nicht mitgespielt. Aus diesem Grund wurden für die Ausgaben der letzten paar Jahre Bodenplatten auf den Hauptverkehrsachsen ausgelegt. Und bezüglich Künstler, die ihre Erwartungen nicht so ganz zu erfüllen vermochten? «Da gäbe es zum Beispiel Gentleman, der vor einem Jahr enttäuscht hat.»

Dies weil seine Musik nicht richtig aufs Mösli gepasst habe. Ähnlich wie in diesem Jahr Anna Känzig, die zwar mit ihrer kraftvollen Stimme beeindruckte, das Publikum mit ihrer eher ruhigen Musik jedoch nicht wirklich zu begeistern vermochte. Eine weitere Enttäuschung sei der Auftritt von Polo Hofer vor vier Jahren gewesen.

Abgesehen davon zeigt sich Michael Hüsler zufrieden mit den Künstlern, die auf dem Mösli aufgetreten sind. Allen voran mit den Schweizern: «Mundart kam immer sehr gut an.» Einer blieb den Organisatoren des Feelgood-Festivals allerdings verwehrt: Bligg. Auch er konnte aus finanziellen Gründen nicht nach Niedergösgen geholt werden.

Mischung aus Musik- und Dorffest

Das OK und seine in diesem Jahr rund 220 Helferinnen und Helfer hatten immer wieder mit kleineren und grösseren Hürden zu kämpfen: Anfangs musste sich das kleine familiäre Festival, welches es bis heute geblieben ist, einen Namen in der Open-Air-Branche machen. «Da war es relativ schwierig, die Künstler engagieren zu können.»

Jedes Jahr aufs neue eine Herausforderung war die Beschaffung der Infrastruktur: «Wir haben hier weder Wasser noch Strom. Ausserdem sind die Zufahrtswege recht begrenzt.» Auch aus diesem Grund hat das Feelgood seinen familiären Charme behalten, wie Hüsler betont: «Wir sind der Mischung aus Musikfestival und grossem Dorffest über die Jahre treu geblieben.»

Ein kleiner Lichtblick für alle Feelgood-Begeisterten: «Wir können uns gut vorstellen, in ein paar Jahren wieder etwas auf die Beine zu stellen», meint Hüsler schmunzelnd, «aber nicht im Rahmen eines Festivals.» Schliesslich hätten sie noch 1000 Regenponchos, die unter die Leute gebracht werden müssten.

Aktuelle Nachrichten