Eigentlich ist üblicherweise die Rechnung des Vorjahres das Hauptthema der Rechnungsgemeindeversammlung. Das war – gemessen an der Zeit, die das Traktandum beanspruchte – auch am Montagabend in der Mehrzweckhalle in Obergösgen der Fall. Das Traktandum, das die gut 70 anwesenden Obergösgerinnen und Obergösger jedoch am meisten interessierte, trug den Namen «Prämierung der Beiträge des Ideenwettbewerbs Kreiselgestaltung».

Die Gemeinde hatte einen Wettbewerb ausgeschrieben für die Gestaltung der beiden Kreisel Schachenstrasse und Lostorferstrasse, die derzeit gerade gebaut werden. Insgesamt 18 Vorschläge wurden eingereicht und von der Arbeitsgruppe Kreiselgestaltung geprüft. Die fünf besten wurden Ende Mai der Bevölkerung vorgelegt, die dann für ihren Favoriten abstimmen durfte. 153 Stimmen wurden abgegeben, wobei sich gut ein Drittel für die Gestaltungsidee mit dem Titel «Mensch & Fähre» entschieden hat, wie Gemeinderat Christian Hug an der Rechnungsgemeindeversammlung bekannt gab.

Gemeinsame Umsetzung

Die Idee dahinter stammt vom Obergösger Reto Keller. «Ich wollte mit meinem Vorschlag die beiden Kreisel miteinander verbinden und einen historischen Bezug zu Obergösgen schaffen», erklärt Keller. «Für mich war schnell klar, dass ich dies mit Hilfe der Fähre erreichen möchte, die früher die einzige Verbindung zwischen Olten und Obergösgen war.» Und so werden auf dem Kreisel Lostorferstrasse künftig mehrere Figuren auf die Fähre warten, während weiter vorne am Kreisel Schachenstrasse die Passagiere an Land gehen.

Die Personen und die Fähre werden voraussichtlich aus 2D-Stahlplatten gefertigt, die mit der Zeit Rost ansetzen. «Uns gefällt der Vorschlag von Reto Keller sehr gut und wir freuen uns, die Idee gemeinsam mit ihm umzusetzen», so Christian Hug. Und Gemeindepräsident Peter Frei fügte mit einem Augenzwinkern an: «Mit diesen beiden Kreiseln sind auch wir bald im Buch der schönsten Kreisel der Schweiz zu finden.»

Besser als budgetiert

Zuvor hatte Gemeindeverwalter Markus Straumann die Rechnung 2017 präsentiert. Diese schloss mit einem Verlust von 64'284 Franken. «Es ist das erste Mal seit Längerem, dass wir ein Defizit ausweisen. Das Positive ist allerdings, dass wir rund 129'000 Franken besser abgeschlossen haben als budgetiert», so Straumann. Dies weil die Gemeinde beim Sach- und Personalaufwand gut 390'000 Franken unter dem Budget blieb. Wäre der Ertrag der Gemeindesteuern bei juristischen Personen nicht um 283'000 Franken eingebrochen, hätte gar ein Gewinn resultiert. «So gesehen dürfen wir diesen Abschluss in Kombination mit dem nahrhaften Eigenkapital als zufriedenstellend beurteilen», bilanzierte Straumann.