Corona-Epidemie

«Extremer Anstieg an Kunden»: Hofläden im Niederamt verzeichnen deutlich mehr Kunden

Es dürfen sich maximal fünf Personen gleichzeitig im Laden aufhalten. So kann genug Abstand gehalten werden.

Grob's Hofladen in Lostorf und Winznau

Es dürfen sich maximal fünf Personen gleichzeitig im Laden aufhalten. So kann genug Abstand gehalten werden.

Die Corona-Krise und der ausfallende Wochenmarkt in Olten locken die Kundschaft vermehrt in die Hofläden im Niederamt.

Die Corona-Krise hat das Einkaufsverhalten in kurzer Zeit massiv verändert. Denn etwas, das uns noch vor ein paar Wochen als alltäglich und banal erschien, wie die Einkäufe erledigen, ist mittlerweile zu einem Risiko geworden. In Zeiten von Home Office und der Einschränkung sozialer Kontakte bleibt für viele als einzige, potenzielle Ansteckungsgefahr das Einkaufen. Aus diesem Grund ist der Heimlieferservice, wie ihn beispielsweise Coop oder Migros anbieten, so gefragt wie noch nie. Und viele Hilfsbereite bieten insbesondere für Personen einer Risikogruppe an, deren Einkäufe zu übernehmen. Der Menschenandrang, der vermeintlich in den grossen Supermärkten wartet, schreckt doch so manche ab. Aber profitieren auch die kleinen Hofläden in der Region von dieser neuen Entwicklung?

Der Wochenmarkt in Olten, der zweimal wöchentlich jeden Donnerstag und Samstag stattfindet, wurde infolge der aktuellen Lage bis auf Weiteres abgesagt. Mit dem Ausfall des Marktes fällt für viele Betriebe auch eine wichtige Einnahmequellenweg. «Die Ausfälle der Wochenmärkte merkt man natürlich extrem», so etwa Roman Grob von Grob Gemüsebau. «Die Nachricht vom Marktverantwortlichen, dass der Wochenmarkt vorläufig nicht mehr stattfindet, kam für uns überraschend» sagt auch Martin Thalmann, dessen Kleinbetrieb in Trimbach vorwiegend durch die Direktvermarktung in der Region die Existenz sichert. So müsse man nun das Beste aus der Situation machen.

Hofläden vermerken Zugang von Kunden

Doch trotz oder beziehungsweise gerade wegen des Ausfalls des Marktes verzeichnen die Hofläden in der Region einen merklichen Zuwachs an Kunden. Dies bestätigten sowohl Grob, Thalmann, wie auch Beat Gygax vom Buechehof in Lostorf und Hansueli Schmid vom Weidweghof in Erlinsbach. «Bis letzte Woche war der Anstieg an Kunden extrem», beschreibt Grob die Entwicklung. Dies habe man besonders am Freitagnachmittag gemerkt, als die Leute vor dem Hofladen bis zur Strasse hin 50 Meter angestanden sind – natürlich im gebührenden Abstand von jeweils zwei Metern. Bereits am Samstag habe es sich aber wieder beruhigt. «Langsam hat sich die Situation eingependelt», so Grob. So sei die aktuelle Lage und deren Entwicklung schwierig einzuschätzen. «Es ist viel Flexibilität gefragt.»

Eine Kundin betritt gerade den Hofladen.

Hofladen auf dem Buechehof in Lostorf

Eine Kundin betritt gerade den Hofladen.

Hofladen wird teils vorgezogen

Der Zugang an Kunden zeige aber auch, dass das Angebot der Hofläden geschätzt werde. So hätten einige Kunden den Hofladen dem Supermarkt vorgezogen, wie sie Thalmann erzählt haben. Andere Kunden, die regelmässig den Stand am Markt besuchen, kämen nun in den Hofladen. «Sie sagen, sie wollen uns auch jetzt unterstützen», berichtet Thalmann. «Die Nachfrage ist gross, vor allem von Kunden aus der Region Olten.» Dabei seien vor allem lagerbare Lebensmittel wie Kartoffeln oder Karotten äusserst gefragt. Aber auch die eigenen Produkte laufen gut, wie Grob mitteilt. «Die Leute kaufen aber eher konservativ ein», sagt er lachend.

Die Hofläden haben aber aufgrund der momentanen Situation gewisse Änderungen vorgenommen. Grob’s Hofladen bietet nun zweimal in der Woche Heimlieferungen an. Vor dem Hofladen der Thalmanns in Trimbach steht zusätzlich der Marktwagen. Im Selbstbedienungs-Hofladen auf dem Buechehof in Lostorf ist nun während den Öffnungszeiten eine Angestellte vor Ort, die Bestellungen macht und auffüllt.

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