Niedergösgen

Ex-Vizegemeindepräsident Andreas Meier vor Umzug: «Ich kann jetzt mit einem guten Gefühl gehen»

Freut sich auf eine Amtsfreie Zeit im Niederamt: Andreas Meier.

Freut sich auf eine Amtsfreie Zeit im Niederamt: Andreas Meier.

Der Niedergösger Gemeindevizepräsident Andreas Meier tritt ab und zieht definitiv nach Schönenwerd – ein Mandat hält er aber noch inne.

Als alle Traktanden der Gemeinderatssitzung am Dienstag behandelt waren, folgte ein Abschied. Bereits im Oktober 2018, nach einer verpassten Wahl zum Gemeindepräsidenten, gab Andreas Meier bekannt, dass er in eine Einfamilienhaus-Überbauung in Schönenwerd ziehen wird. Seine Amtszeit als Gemeindevizepräsident und Gemeinderat ist nun beendet. Bereits 1981 übernahm Meier in Niedergösgen ein erstes politisches Amt.

Gemeindepräsident Roberto Aletti bedankte sich beim 60-Jährigen für dessen Arbeit und die Unterstützung, die er durch ihn erfahren habe. Meier habe die Gemeinde massgeblich mitgeprägt. Zum Abschied schenkte ihm die Einwohnergemeinde einen wetterfesten steinernen Schutzengel, der ihn auf seinem Weg begleiten soll.

Mit welchem Gefühl verlassen Sie die Gemeinde Niedergösgen?

Andreas Meier: Ich gehe mit Erleichterung und Dankbarkeit. Ich bin froh, dass ich so lange in Niedergösgen aktiv wirken durfte. Auch die Zusammenarbeit im Gemeinderat und mit Gemeindepräsident Roberto Aletti hat während den letzten Monaten einwandfrei funktioniert.

Welche drei Momente als Niedergösger Bürger bleiben Ihnen besonders in Erinnerung?

Da ist meine erste Wahl in den Gemeinderat, vor fast vierzig Jahren. Damals war ich erst 21 Jahre jung. Die Wahl zu dieser Zeit kam einer Sensation gleich, ein unvergesslicher Moment. 2016 wurde ich nach einer Pause erneut in den Gemeinderat gewählt. Ich war erstaunt, dass vieles noch gleich war wie beim ersten Mal. Und schliesslich war der dritte prägende Moment die Nichtwahl zum Gemeindepräsidenten im Jahr 2018.

Wurmt Sie die verpasste Wahl und die fehlende Unterstützung durch die Bürgergemeinde noch?

Bis zu diesem Zeitpunkt war ich mir Niederlagen eigentlich nicht gewohnt. Eine Niederlage ist nie etwas Schönes, doch ich habe sie gelernt zu akzeptieren. Ich kann jetzt mit einem guten Gefühl gehen. Es ist tatsächlich so: Die Zeit heilt Wunden.

Welche Ämtli und Pflichten in Niedergösgen werden Sie behalten?

Ich wechsle ja den Wohnort, darum werde ich aus sämtlichen Ämtern zurücktreten. Ich bleibe aber beratend in der Kommission zum Umbau des Musikschulhauses bis zu dessen Fertigstellung. Ich will das beenden und dann sauber abgeben.

Welche Aufgaben warten in Schönenwerd auf Sie?

Es gab einige Anfragen. Doch bis zum Frühling werde ich nichts annehmen. Ich will mich den Enkelkindern widmen, mein neues Haus geniessen und Zeit mit der Familie verbringen. Es ist möglich, dass einmal eine Tür aufgeht, doch das steht jetzt nicht im Vordergrund.

Wie sind die Reaktionen aus Niedergösgen?

Am vergangenen Wochenende besuchte ich einen Fussballmatch. Da bin ich angesprochen worden. Es passiert immer wieder, dass Leute zu mir sagen: «Es ist schade, dass du wegziehst.»

Welche Erfolge feierten Sie in Ihrer bald ehemaligen Wohngemeinde?

Ich konnte in den vergangenen Jahren Vieles verwirklichen. Es gibt einige realisierte Wohnbauprojekte, ich habe die Ortsplanungsrevision mitgestaltet und in der Politik konnte ich mein Wissen aus der Baubranche einfliessen lassen. Zudem sorgte ich im Gemeinderat für eine gute Stimmung.

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