Niederamt

«Es ist wichtig, dass es einen Wechsel gibt» – in einigen Gemeinden läuft die Nachfolger-Suche

Peter Hodel tritt nächstes Jahr nicht mehr an. (Archiv)

Peter Hodel tritt nächstes Jahr nicht mehr an. (Archiv)

Wie steht es im Niederamt ein Jahr vor den Wahlen um das Amt des Gemeindepräsidenten?

In gut einem Jahr geht die laufende Legislaturperiode zu Ende und es stehen wieder Wahlen an. Die politischen Ämter der Gemeinden müssen besetzt werden. Dazu gehört auch das höchste der kommunalen Ämter, das Amt des Gemeindepräsidenten. Zeichnen sich hier bereits schon personelle Wechsel ab?

Hodel und Cartier treten zurück

Peter Hodel, Gemeindepräsident von Schönenwerd, legt nach vier Legislaturen sein Amt nieder. Hodel ist seit 1993 im Gemeinderat und seit bald sechzehn Jahren Gemeindepräsident. «Es ist wichtig, dass es einen Wechsel gibt. Es ist an der Zeit», erklärt Hodel seinen Rücktritt. Seinen Job habe er aber immer gerne gemacht. «Es ist eine faszinierende Aufgabe, die ich ausüben darf», so Hodel. Dementsprechend werde er seine Arbeit sicher auch vermissen. Seinen Rücktritt hat Hodel bereits seit einiger Zeit bekannt gegeben. Auch den Gemeinderat habe er frühzeitig informiert. Die Suche nach einem Nachfolger laufe und die Parteien hätten bereits erste Gespräche geführt. «Wir können aber noch nicht aufhören zu suchen», sagt Hodel.

Auch Daniel Cartier tritt als Gemeindepräsident von Gretzenbach zurück. Dies hat er bereits im Sommer vergangenen Jahres gegenüber dieser Zeitung und im Mitteilungsblatt der Einwohnergemeinde bekannt gegeben. Cartier ist der Meinung, dass es neue Impulse im Gemeinderat brauche. In den zwölf Jahren seiner Amtszeit sei ein eingespieltes Team entstanden, ein beinahe zu eingespieltes Team. Auch in Gretzenbach ist man mit der Nachfolgeregelung beschäftigt. In seinem öffentlichen Brief im «Gretzenbacher» rief Cartier zum politischen Engagement in der Gemeinde auf.

Oftmals haben Gemeindepräsidenten ihr Amt seit mehreren Jahren und Legislaturen inne. Martin Bühler (Trimbach), Roberto Aletti (Niedergösgen), Peter Frei (Obergösgen), Madeleine Neumann (Erlinsbach SO) und Stefan Berchtold (Hauenstein-Ifenthal) befinden sich in ihrer ersten Amtsperiode. Es scheint deshalb wenig überraschend, dass sie alle sich wieder als Gemeindepräsidentin beziehungsweise -präsident 2021 zur Wahl aufstellen lassen.

Stüsslingen und Rohr wollen fusionieren

Die Gemeinden Stüsslingen und Rohr befinden sich im Hinblick auf die nächste Amtsperiode in einer aussergewöhnlichen Lage. Mit der anstehenden Fusion im kommenden Jahr müssen respektive können die politischen Ämter insgesamt nur noch einmal besetzt werden. Georges Gehriger, der Gemeindepräsident von Stüsslingen, erklärt, dass er sich weiterhin als Gemeindepräsident zur Verfügung stellen will. Für André Wyss hingegen, Gemeindepräsident von Rohr, «erübrigt sich im Falle einer Fusion die Frage». Es ist also davon auszugehen, dass Gehriger als Präsident der neuen Gemeinde bleibt und Wyss folglich zurücktreten wird.

Zu früh für konkrete Aussagen

Rund die Hälfte der Gemeindepräsidenten können noch keine definitiven Aussagen machen, wie sie auf unsere Anfrage schreiben. Die entsprechenden Gespräche stehen erst noch an. Vielerorts soll erst nach der Sommerpause im Herbst entschieden werden. Dies teilen etwa die Gemeindepräsidenten von Starrkirch-Wil, Kienberg und Eppenberg-Wöschnau mit. Aber auch in Lostorf, Winznau, Wisen und Walterswil werden die Diskussionen betreffend die nächste Amtsperiode zu einem späteren Zeitpunkt geführt.

Doch in vielen der übrigen Gemeinden bleiben die Gemeindepräsidenten voraussichtlich im Amt. So auch in Däniken und Dulliken.

Matthias Suter, der Gemeindepräsident von Däniken, befindet sich momentan in seiner ersten Amtsperiode. Für ihn steht es ausser Frage, dass er nächstes Jahr wieder das Amt des Gemeindepräsidenten übernehmen will. «Es würde nicht meinem Naturell entsprechen, im dritten Jahr meiner ersten Amtsperiode nicht für eine nächste Legislatur zur Verfügung zu stehen», so Suters Antwort. Er fügt an, dass ihm seine Arbeit und sein Amt als Vorsteher der Gemeinde sehr grosse Freude bereite und ihn immer wieder aufs Neue motiviere. Zudem stehen auch ab dem Jahr 2021 in der Gemeinde Däniken wichtige Entscheide und Geschäfte an, welche er gerne mittragen und begleiten möchte, wie Suter sagt.

Auch in der Gemeinde Dulliken zeichnet sich Beständigkeit ab. Walter Rhiner wird sich ebenfalls bei den kommunalen Wahlen im kommenden Jahr wieder als Gemeindepräsident zur Verfügung stellen, wie er auf Anfrage mitteilt. Rhiner, der seit bald drei Jahrzehnten im Gemeinderat Einsitz hat, ist seit 2013 Gemeindepräsident Dullikens. Zudem ist der 60-Jährige Vorstandsmitglied des Vereins der Solothurner Einwohnergemeinden (VSEG) und hat 2017 für den Kantonsrat kandidiert. Auch nach dieser langen politische Tätigkeit ist Rhiner immer noch motiviert. So hängt er noch eine dritte Amtsperiode als Gemeindepräsident an.

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