Kirchgemeinde Olten/Starrkirch-Wil

Es ist noch ein langer Weg bis zur Fusion

Die Oltner Katholiken bekennen sich zu Fusionsverhandlungen (in Bild: Die Martinskirche und das Altersheim St. Martin)

Die Oltner Katholiken bekennen sich zu Fusionsverhandlungen (in Bild: Die Martinskirche und das Altersheim St. Martin)

Die römisch-katholische Kirchgemeinde Olten/Starrkirch-Wil streckt die Fühler für einen Zusammenschluss aus.

Als zweitletzter Punkt der Tagesordnung wollte der Kirchenrat das Postulat von Wolfgang von Arx zu einer Fusion der Kirchgemeinden im Pastoralraum Olten behandeln. Doch der erfolgreiche Antrag einer Votantin erreichte an der Kirchgemeindeversammlung am letzten Donnerstagabend in der Oltner St.-Martins-Kirche, dass dieses Thema prioritär und noch vor der Rechnung 2019 behandelt wurde. Offensichtlich brannte die Frage nach der Zukunft den 57 Anwesenden unter den Nägeln.

Wolfgang von Arx erklärte in seinem Votum, er wollte mit dem Postulat «den Glauben ins Spiel bringen». Die ausführliche Antwort der ad-hoc-Arbeitsgruppe habe seine Sicht auf eine mögliche Fusion der Kirchgemeinde Olten/Starrkirch-Wil mit Trimbach-Wisen und Ifenthal-Hauenstein erheblich verändert: «Wenn ich die Ausführungen höre, sehe ich: Das ist nicht zu machen. So komplex, so verworren, das bringen wir nicht zu Stande.» Die «grosse Frage» ortete von Arx in der gemeinsamen Absicht: «Wollen wir überhaupt?» Für ihn sei klar: «Keiner der Partner hat bislang Nein gesagt.»

Von Arx skizzierte ein mögliches mehrstufiges Verfahren, das die Detailfragen einer Fusion erst zuletzt, nach einer Urnenabstimmung, klären wollte. Dies kritisierte Kirchenratspräsident Theo Ehrsam, der darauf hinwies, dass die Stimmbürger wissen müssten, worauf sie sich bei einer Fusion einlassen würden: «Ich will die Katze nicht im Sack kaufen.» Auch habe er von Wolfgang von Arx vor wenigen Stunden eine mehrseitige Antwort auf die Antwort des Kirchenrates erhalten, die allerdings überholte Informationen beinhalte und zu der er noch nicht Stellung nehmen könne.

Alt Stadtpräsident Ernst Zingg rekapitulierte in seinem Votum die gescheiterte Fusion der Einwohnergemeinden von Olten, Trimbach, Wisen und Hauenstein-Ifenthal. «Da spielte die Frage des Namens und des Wappens eine grosse Rolle. Am Ende sind scheinbar banale Details entscheidend», hielt er fest.

Kirchenmitglied Martin Rieder stellte den Antrag, dem Kirchenrat ein Mandat für Fusionsverhandlungen auszusprechen. Er betonte, dass es vorerst darum gehe, am Verhandlungstisch die unterschiedlichen Positionen abzustecken, ohne dass gleich ein Fusionsvertrag ausgearbeitet werde. Kirchenratspräsident Ehrsam, sekundiert vom juristischen Beirat Peter Pfister, hielt den Antrag für ungültig, da er nicht traktandiert sei und der Kirchenrat keine Stellung beziehen könne. Rieder insistierte, er habe ein Antragsrecht und wollte nur einen Auftrag übermitteln. Er schlug einen Kompromiss vor: Es solle eine Konsultativabstimmung durchgeführt werden, wogegen Ehrsam nichts einzuwenden hatte. Grossmehrheitlich sprachen sich die Mitglieder für Rieders Anliegen aus. Der Kirchenrat wird an der nächsten Kirchgemeindeversammlung am 24. November 2020 eine Botschaft dazu vorlegen.
Trimbacher Kündigung sei eine «komische Sache»

Eine Votantin brachte den Entscheid der römisch-katholischen Kirchgemeinde Trimbach-Wisen zur Sprache, den Zusammenarbeitsvertrag des Pastoralraumes zu kündigen. Es sei eine «komische Sache». Sie frage sich, «was man davon halten solle?» Ehrsam erklärte, der Finanzverteilungsschlüssel sei das Problem, da Trimbach eine andere Modalität wünsche, die auch die Steuerkraft und nicht nur die Köpfe berücksichtige. Eine andere Votantin bekundete ihr Befremden über die jetzt entstandene «Patt-Situation», das Personal komme in eine «unmögliche Situation». Auf einer Folie zeigte Ehrsam, dass sich der Kirchenrat in den letzten Jahren um eine Lösung mit Trimbach bemüht habe: «Es ist nicht einfach nichts gegangen.» Mit Skepsis blickt er auf den nahenden Stichtag des vertragslosen Zustandes: «Wenn Trimbach-Wisen ernst macht, braucht es per 1. 1. 2022 einen Plan B. Ich hoffe, die haben sich das vorgestern Abend gut überlegt.»

Die Rechnung 2019 mit einem Überschuss von 76'362 Franken wurde von der Versammlung einstimmig verabschiedet.

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