Am 13. Oktober ist es wieder so weit: Unter der Regie von Brigitte Wyss führt die Theatergruppe Stüsslingen zum ersten Mal ihre neue Komödie «Bisch sicher?» in der Mehrzweckhalle beim Schulhaus auf.

Bis zum 22. Oktober werden sechs Aufführungen des Dreiakters, welcher von Rolf Brunold und Peter Kaufmann geschrieben wurde, stattfinden. Somit geben sie als eine der ersten Laientheatergruppen des Jahres den Auftakt zur Theatersaison in der Region an.

Ausgleich zum Arbeitsalltag

Beim Stüsslinger Theaterstück spielen zehn Schauspieler mit, die hauptberuflich nicht unterschiedlicher sein könnten: Kaufmännische Angestellte, Landwirte, Schliesstechniker und viele andere Berufe sind dabei vertreten.

Der vielfältige Mix an Mitgliedern ist es, was einigen Schauspielern am Verein so gut gefällt. «Es ist ein lockerer, lustiger, junger Verein», erklärt beispielsweise Martina Aeschimann, die zurzeit in der Theatergruppe ihr Probejahr absolviert, ihre Motivation.

Auch die Freude am Theater sowie diejenige, die dem Publikum bereitet werden kann, nennen viele Mitglieder als einen der Gründe, weshalb sie im Theaterverein dabei sind. Die meisten Schauspieler nutzen ihr Hobby jedoch als Balance: «Es ist ein spannender Ausgleich zum beruflichen Alltag», so Toni Bucher, Landwirt und Vorstandsmitglied des Vereins.

Er ist seit 1988 in der Stüsslinger Theatergruppe dabei und spielt dieses Jahr die Rolle von Thomas Grau, dem zurückhaltenden Buchhalter. «Es ist sehr interessant, jedes Mal in eine neue Rolle zu schlüpfen. Ich mag jedoch etwas temperamentvolle Rollen lieber, wie beispielsweise den Italiener, den ich vor einigen Jahren spielen konnte», so der Landwirt weiter.

Er betrachte seine diesjährige Rolle aber als spannende Herausforderung und erwähnt, dass die Lernmethoden der Regisseurin Brigitte Wyss gut dabei helfen, sich in den jeweiligen Charakter hineinzuversetzen.

Kontinuierliche Verbesserung

«Jedes Mal, bevor wir mit dem Proben eines Stücks beginnen, müssen wir einen Lebenslauf unseres Charakters schreiben», nennt der hauptberufliche Landwirt eine der Methoden der Regisseurin. «Auch wenn das manchmal schwerfällt, bringt es einem doch sehr viel bei der Identifikation mit der Rolle», fügt Bucher an.

Dieser Meinung ist auch Brigitte Wyss, welche seit zehn Jahren in Stüsslingen dabei ist. «In dieser Zeit konnte ich sehen, wie sich die Spieler kontinuierlich entwickelt haben. Es ist mir wichtig, dass ich das Beste aus ihnen herauskristallisieren kann, dass sie ihre ganze Palette an Facetten anwenden können», so die Regisseurin. Dies sei ihr und den Schauspielern ihrer Meinung nach beim neuen Stück definitiv gelungen.

Dafür mussten die Mitglieder jedoch viel Zeit und Aufwand investieren: Vom Frühling bis in den Sommer haben sie jeweils einmal, vom Sommer bis zur Aufführung sogar zweimal wöchentlich geprobt. Auch ein Intensivwochenende war dabei.

Nur während der Sommerferien gab es eine Pause, in der die Schauspieler nicht zur Probe antraten. «Zu lange Probepausen sind jedoch nicht gut, denn dann steht man nachher wieder ganz am Anfang und muss von vorne beginnen», mahnt Toni Bucher.

Letztes Jahr sei dies der Fall gewesen, woraus sie jedoch gelernt hätten. «Dieses Jahr haben wir es besser gelöst und eine kürzere Sommerpause gemacht», so Bucher weiter.

Ein glückliches Publikum als Ziel

Die anstrengende Zeit vor der Premiere lohne sich für Mitwirkende sowie Organisatoren voll und ganz. «Es macht uns Freude, wenn wir sehen, dass das Publikum an unseren Aufführungen Spass hat», erläutert Stefan Eng, Gründungsmitglied des Vereins, der in «Bisch sicher?» den Verkaufsleiter Bruno Scheidegger spielt.

Hauptberuflich arbeitet er im Detailhandel. «Wir bieten ein Gesamtpaket an», so Eng. «Es gibt bei uns nicht nur das Theater, sondern auch eine Bar und ein Pastafestival. Das kommt beim Publikum immer gut an», erklärt er weiter.

Die Freude und Zufriedenheit des Publikums seien ihm am wichtigsten: «Wir wollen die Leute unterhalten, sie für einen Abend den Alltag vergessen lassen und sie zum Lachen bringen. Es gibt schon genug Ernstes im Leben», so Eng lächelnd.

Tickets für die Vorstellungen können seit Ende September online im Vorverkauf erworben werden.