Erstes Treffen
Trotz Busse des Kantons und turbulenter Monate: neuer Verein erzielt eine schwarze Null

Die Spitex Unteres Niederamt lud in Schönenwerd zu ihrer ersten Generalversammlung. Der Präsident informierte über den Geschäftsgang während der Anfangszeit.

Beat Wyttenbach
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Vorstand und Geschäftsleitung der (v.l.): Marianne Jetzer, Roberto Aletti, Monika Eicher, Matthäus Huber, Madeleine Neumann, Hans Ulrich Bürgi, Andrea Brunner, Annelies Suter, Sabrina Leutwiler und Rolf Fahrner. Es fehlt: Charlotte Shah-Wuillemin.

Vorstand und Geschäftsleitung der (v.l.): Marianne Jetzer, Roberto Aletti, Monika Eicher, Matthäus Huber, Madeleine Neumann, Hans Ulrich Bürgi, Andrea Brunner, Annelies Suter, Sabrina Leutwiler und Rolf Fahrner. Es fehlt: Charlotte Shah-Wuillemin.

Beat Wyttenbach

52 Mitglieder und drei Gäste versammelten sich am Dienstagabend in den Räumlichkeiten des Altersheims «Haus im Park» in Schönenwerd zur ersten Generalversammlung der Spitex Unteres Niederamt nach ihrer Gründung am 10. Juni 2021.

Der Verein resultierte aus dem Zusammenschluss von drei Vorgänger-Spitexorganisationen und deckt die Gemeinden Däniken, Eppenberg-Wöschnau, Erlinsbach SO, Gretzenbach, Niedergösgen und Schönenwerd ab. Sein statutarischer Sitz befindet sich in Gretzenbach.

Nach der Begrüssung durch Vereinspräsident Hans Ulrich Bürgi wurde den Anwesenden der Vereinsvorstand vorgestellt. Dieser besteht aus: Hans Ulrich Bürgi (Riniken AG, Präsident), Roberto Aletti (Niedergösgen), Monika Eicher (Gretzenbach), Matthäus Huber (Eppenberg-Wöschnau), Marianne Jetzer (Däniken), Madeleine Neumann (Erlinsbach SO) und Charlotte Shah-Wuillemin (Schönenwerd).

Der Geschäftsleitung gehören an: Hans Ulrich Bürgi (Geschäftsführer ad interim), Andrea Brunner (Gretzenbach, Administration), Rolf Fahrner (Niedergösgen, Zentrale Dienste), Sabrina Leutwiler (Birrwil AG, stellvertretende Bereichsleiterin Pflege) und Annelies Suter (Schnottwil SO, Bereichsleiterin Pflege).

«Turbulenter Geschäftsgang»

Der Verein nimmt Abklärungen und Beratungen vor, erbringt Dienstleistungen in der Krankenpflege, unterstützt die Patientinnen und Patienten in den Bereichen Hauspflege und Haushaltshilfe und kümmert sich um die Aus- und Weiterbildung seiner Angestellten. Die Gewährleistung eines Mahlzeiten- und Fahrdienstes ergänzt das Angebot genauso wie die Förderung der Kenntnisse und das Bewusstsein in Gesundheits- und Altersfragen. Darüber hinaus besteht eine Leistungsvereinbarung mit den sechs Vertragsgemeinden. Zudem werden externe Palliativ- und Psychiatriebehandlungen vermittelt.

Der Geschäftsgang, so Bürgi, sei seit der Gründung «turbulent» gewesen: Eine hohe personelle Fluktuation nach dem Zusammenschluss, viele krankheitsbedingte Absenzen, ein tragischer Unfalltod einer Mitarbeiterin sowie erschwerte Einsatzbedingungen aufgrund der Covid-Schutzmassnahmen hätten das Umfeld der derzeit 27 Mitarbeitenden geprägt, welche gegenwärtig 1'610 Stellenprozente unter sich aufteilen.

«Doch die Mitarbeitenden, der Vorstand und die Geschäftsleitung haben den Turnaround geschafft. Unser Team ist motiviert und engagiert und erbringt eine hohe Leistungsqualität»,

hielt Bürgi fest. Auch habe die Produktivität gesteigert und die finanzielle Lage stabilisiert werden können.

Speditive Abwicklung der Trakanden

Die traktandierten Geschäfte konnten durch den Präsidenten speditiv abgewickelt werden. Einstimmig genehmigt wurde der Voranschlag 2022. Die Einnahmen im Betrag von rund zwei Millionen Franken setzen sich zusammen aus den Erträgen aus dem Kerngeschäft, der Restkostenfinanzierung durch die Gemeinden sowie Mitgliederbeiträgen und Spenden.

Der Aufwand in der Höhe von ebenfalls rund zwei Millionen Franken teilt sich auf in Personalaufwand, Betriebsaufwand sowie ausserordentliche Aufwendungen. Letztere – 50'000 Franken – umfassen eine Busse seitens des Kantons, da der Verein noch keine Lernende ausbildet.

«Aber wir haben Einspruch erhoben, und nächstes Jahr können wir eine Auszubildende anstellen. Das entsprechende Fachwissen unter unseren Angestellten ist vorhanden»,

stellte Bürgi in Aussicht.

Unter dem Strich verbleibt mit einem positiven Vereinsergebnis von 9'700 Franken eine Schwarze Null. Auch die Festlegung des Mitgliederbeitrages fand einhellige Zustimmung. Dieser beträgt wie bisher 30 Franken pro Haushalt. Schliesslich wurde mit der Schenker & Partner AG, Däniken, auch die Wahl der Revisionsstelle oppositionslos gutgeheissen.

«Wir nehmen jedes Anliegen ernst»

Im Anschluss war es an Roger Schürch, Fachstellenleiter der Pro Senectute Olten-Gösgen, den Anwesenden mit seinem Referat «Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung» das Dienstleistungsangebot der Pro Senectute näherzubringen. Nachdem er die Pro Senectute- Vereinigungen im Kanton Solothurn und deren Aufgabengebiete vorgestellt hatte, ging er näher auf die beiden Hauptpunkte seines Referats ein.

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung

Mit dem Vorsorgeauftrag, so Schürch, lege eine urteilsfähige Person fest, welche Vertrauensperson sie im Falle einer eingetretenen Urteilsunfähigkeit vertreten solle. Dieser Auftrag müsse, wie ein Testament, handschriftlich, mit Datum versehen und unterschieben sein. Abgedeckt werden die Bereiche «Personensorge», «Vermögenssorge» und «Rechtsverkehr».

Mit der Patientenverfügung hingegen kann die urteilsfähige Person festlegen, welche lebensverlängernden medizinischen Massnahmen vorgenommen werden dürfen und ob eine Organspende vorgenommen werden kann. Bei dieser Verfügung ist das Vertretungsrecht gesetzlich geregelt; das Papier kann bei vorhandener Urteilsfähigkeit jederzeit widerrufen werden.

Abschliessend appellierte Schürch an die Anwesenden: «Melden Sie sich bei uns, wir nehmen jedes Anliegen ernst.»

Nach der Beantwortung von Verständnisfragen konnte Hans Ulrich Bürgi zum Apéro überleiten, bei welchem die Möglichkeit bestand, weitere Fragen zu stellen.

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