Rohr

Erster Schritt Richtung Gemeindefusion

Spätestens in fünf bis zehn Jahren werde eine Fusion unumgänglich sein. (Archiv)

Die Gemeindeversammlung bewilligt 13000 Franken für Abklärungen zu einer möglichen Gemeindefusion.

Für André Wyss, Gemeindepräsident von Rohr bei Olten, ist klar: Die Gemeinde könne vorerst noch eigenständig bleiben, spätestens in fünf bis zehn Jahren werde eine Fusion jedoch unumgänglich sein.

Am 31. Oktober fand bereits ein Infoanlass für die Bevölkerung statt, wo die Zukunft des Dorfes diskutiert und Möglichkeiten aufgezeigt wurden. Schliesslich wurden die Rohrerinnen und Rohrer an der Budget-Gemeindeversammlung vom Montagabend dazu befragt, ob der Gemeinderat bereits im kommenden Jahr Fusionsabklärungen durchführen soll.

Dieser schlug der Versammlung vor, eine externe Beratungsfirma damit zu beauftragen, um eine umfängliche, neutrale Beurteilung der Situation zu erhalten. Die günstigere Variante mit Abklärungen durch den Kanton werde laut Wyss nicht favorisiert, da diese bereits mit dem klaren Ziel Fusion begonnen würden.

Fusionspartner gesucht

Der Gemeinderat habe noch keinen Kontakt mit potenziellen Fusionsgemeinden aufgenommen, hiess es auf eine Frage aus der Versammlung hin. Dies sei eine Frage des Abklärungsprozesses, so Wyss, der keine genauen Angaben machen will. Am naheliegendsten ist wohl die Nachbargemeinde Stüsslingen, die auch in der Diskussion und in den Voten der Stimmberechtigten mehrmals zu Sprache kam.

Zu reden gab weniger das Fusionsvorhaben selbst, gegenüber dem die Mehrheit der zwölf Anwesenden positiv gestimmt zu sein schien, als die Kosten des Gemeinderats-Vorschlags. 13 000 Franken würden für die externen Berater sowie für den Mehraufwand der Gemeindeverwaltung ins Budget aufgenommen werden.

«Das ist ein grosser Brocken für Rohr», so ein Votum aus der Versammlung. Warum nicht zuerst die Bevölkerung mit einer Urnenabstimmung befragen und zuerst mögliche Fusionspartner ansprechen, bevor so eine grosse Summe gesprochen wird?

Gemeindepräsident André Wyss versicherte jedoch, dass das Auftragsverhältnis jederzeit gekündigt werden könne, falls das Interesse der angesprochenen Gemeinden fehle.

Gute Aussichten

Die Argumentation des Gemeinderates überzeugte und die Versammlung stimmte sowohl den Fusionsabklärungen als auch der Durchführung durch ein Beratungsbüro mit deutlicher Mehrheit zu. So budgetiert die Gemeinde Rohr ein Defizit von rund 23 000 Franken.

Das Budget dürfte sich bald erholen, so André Wyss: «Da Rohr unter die Härtefallregelung für den Finanzausgleich fällt, werden die Ausgleichszahlungen jährlich erhöht, sodass das Defizit voraussichtlich in den nächsten Jahren problemlos ausgeglichen wird.»

Abgesehen vom Abklärungskredit hat sich das Gemeindebudget im Vergleich zum Vorjahr bis auf Kleinigkeiten kaum verändert.

Zum Schluss rief André Wyss dazu auf, sich für die neue Legislatur für ein Amt im Gemeinderat oder in einer Kommission zur Verfügung zu stellen. «Kommt aus irgendwelchen Gründen keine Fusion zustande, brauchen wir unbedingt die tatkräftige Mithilfe.»

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