An diesem Rechnungsergebnis gab es wenig zu mäkeln. Genauer gesagt: gar nichts. Das zeigte sich schon daran, dass nur 22 der 807 Stüsslinger Stimmberechtigten (2,7 Prozent) an der Rechnungsgemeinde vom Montag die Rolle des Souveräns spielen wollten. Und dass die 22 dann alle Anträge des Gemeinderates einstimmig absegneten. Ungetrübte Harmonie also diesmal für Gemeindepräsident Marco Wyss und seine fünf Kollegen vom Gemeinderat.

Finanzverwalter Matthias Deppeler hatte keine kritischen Fragen zu fürchten. Statt des budgetierten Defizits von 98 000 Franken präsentierte er einen Überschuss von 89 000 Franken. Viel dazu beigetragen hatte der gute Steuereingang: Über 150 000 Franken mehr als im Vorjahr lieferten die natürlichen Personen ab – die Einfamilienhausgemeinde Stüsslingen legt auch stetig an Einwohnern zu, im letzten Jahr um gut 3 Prozent.

Da zudem die Investitionstätigkeit für einmal sehr bescheiden ausfiel, verzeichnet die Gemeinderechnung einen grossen Finanzierungsüberschuss. Das ermöglichte ihr, im Jahr 2015 die Verschuldung in grossem Mass abzubauen. Statt 347 Franken wie noch an Neujahr 2015 betrug die Pro-Kopf-Schuld der 1072 Stüsslingerinnen und Stüsslinger an Silvester nur noch 44 Franken.

Das gute Ergebnis kam noch mit dem «alten» Steuerfuss von 117 Prozent zustande. Für 2016 hatte die letzte Budget-Gmeind eine Erhöhung auf 121 Prozent beschlossen. Dies, weil Stüsslingen nach dem Systemwechsel beim Finanz- und Lastenausgleich und den Schülerpauschalen mit rund 200 000 Franken weniger Beiträgen rechnet. Die Zusatzeinnahmen könnten sich aber auch als nötig erweisen, wenn wieder mehr Investitionen anstehen. Dies wird schon bald der Fall sein: So soll die nächste Budget-Gmeind den Startschuss für die Sanierung von Gemeindehaus und Schulanlagen geben.

Vor der Verwaltungsrechnung waren auch die von Gemeindevizepräsident Dominik Frauchiger erklärten Kreditabrechnungen ohne Opposition genehmigt worden.

Dasselbe gilt für die von Gemeinderat Georges Gehriger präsentierte Rechnung der Forstbetriebsgemeinschaft Gösgeramt (Stüsslingen ist als Einheitsgemeinde auch Waldbesitzerin). Statt des budgetierten Verlusts von 78 000 Franken erwirtschaftete die Forstbetriebsgemeinschaft 2015 einen satten Reingewinn von fast 100 000 Franken. Dies gelang vor allem dank nicht budgetierten Arbeiten für Dritte. Die Reserve erreicht damit die beachtliche Höhe von 485 000 Franken.

Die Zustimmung aller Anwesenden fanden auch die von Gemeinderat Marcel Daucourt vorgestellten Anträge aus dem Schulbereich. Die Sanierung der Heizungsanlage der Kreisschule Mittelgösgen mit Fernwärme von einer neuen Holzschnitzelanlage kostet 298 000 Franken, der Stüsslinger Anteil beträgt rund 34 500 Franken.

Dass künftig die Kreisschule einen Schulzahnarzt für alle ihre Schüler anstellt (und nicht mehr die einzelnen Gemeinden), war auch in Stüsslingen unbestritten. Ebenso wenig gab eine Revision der Stüsslinger Schulorganisation an der Gmeind etwas zu reden.

Mithelfen an Begegnungszone

Unter Verschiedenem teilte Gemeindepräsident Marco Wyss mit:

Am 10. September sind alle Freiwilligen zum Bautag für die neue Spiel- und Begegnungszone eingeladen: «Da kann jeder helfen.»

Am 26. Oktober findet eine öffentliche Ergebniskonferenz zum räumlichen Leitbild statt.

Die Auflage von Umzonung und Erschliessungsplan Rüchligblick (ehemals Liegenschaft Schreinerei Ammann) ist beendet, über die Einsprachen wird zurzeit verhandelt.