Erlinsbach
«Dörrhüsli»-Team zieht eine durchzogene Bilanz: «Es war ein schlechtes Jahr»

Die Dörranlage in Erlinsbach schliesst früher als erwartet. Der Betreuer Patrick Allemann erzählt, wie die Dörrsaison zwischen Juli und Oktober lief.

Cyrill Pürro
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Käthy Schlüttel (l.) und Cécile D’Arco eröffneten im Juli die Dörrsaison.

Käthy Schlüttel (l.) und Cécile D’Arco eröffneten im Juli die Dörrsaison.

Bruno Kissling

Seit Juli trocknen und dörren Unterstützende des Obst- und Gartenbauvereins Erlinsbach (OGV) Gemüse und Früchte ihrer Kundschaft in der Dörranlage in Erlinsbach. Am 13. Juli konnte die Dörranlage im alten «Schuelhüsli» nach einem Jahr Coronabedingter Zwangspause wieder eröffnen. Das Jahr 2020 wäre ein erntereiches Jahr gewesen, so erklärte Patrick Allemann, Betreuer des «Dörrhüsli» im Juli auf Anfrage.

Doch die Wetterverhältnisse waren heuer nicht mehr dieselben, wie letztes Jahr. Das zwang den OGV dazu, das «Dörrhüsli» früher als erwartet zu schliessen. Statt des im Juli angekündigten 22. Oktober müssen die Dörröfen bereits diesen Freitag ausgemacht werden. Davon trägt der OGV keine Konsequenzen, da der Betrieb der Dörranlage ein Non-Profit-Angebot ist.

«Es zeigt aber, dass unsere Kundschaft nur wenig Gemüse und Früchte ernten konnte»,

erklärt Allemann. Er ergänzt: «Es war ein schlechtes Jahr.»

Äpfeln, Tomaten und Co. war es zu nass

Wie Allemann sagt, kann eine vorzeitige Schliessung ab und zu vorkommen. Nicht jedes Jahr sei gleich ertragreich, die Wetterverhältnisse sind schliesslich nicht kontrollierbar. «Wir können Mutter Natur nicht steuern», sagt Allemann. Ihm fiel auf, dass es im Gegensatz zu vorherigen Jahren sehr nass war. Somit fiel der Ertrag der Ernte unterdurchschnittlich aus. In den letzten Wochen bemerkte das «Dörrhüsli»-Team die dadurch entstehenden Auswirkungen.

Käthy Schlüttel (l.) und Cécile D'Arco wiegen zu trocknende Apfelscheiben.

Käthy Schlüttel (l.) und Cécile D'Arco wiegen zu trocknende Apfelscheiben.

Bruno Kissling

Nachfrage und Besuche sanken von Tag zu Tag, das Personal habe sich an manchen Tagen beinahe umsonst «die Beine in den Bauch gestanden». Trotzdem sei die Kundschaft über die Möglichkeit froh gewesen.

«Wir erhielten gutes Feedback, die Leute haben sich wirklich gefreut, wieder vorbeikommen zu können»,

so Allemann. Beim «Dörrhüsli» gehe es für die meisten nicht nur ums Dörren an sich. Er fügt hinzu: «Hier pflegen Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes auch soziale Kontakte.» Nun erfolgte am Montag die letzte Warenannahme im «Dörrhüsli». «Die letzten geernteten Produkte lassen wir bis am Freitag dörren», sagt Allemann.

"Dörrhüsli"-Team nimmt Gelerntes aus Pandemie mit

Nachdem alle gedörrten Gemüse- und Fruchtsorten abgeholt sind, sei dann Schluss für dieses Jahr. Was Allemann und sein Team aus dieser Zeit mitnehmen? Sicherlich, hygienekonforme und kreative Lösungen für den Transport der Ware zu finden, meint er. Für jede Abgabe der Dörrprodukte gab das Team der Kundschaft eine Papiertasche mit, weshalb das Team auch die Preise erhöhte. «Wir konnten viel von der Pandemie lernen», erklärt Allemann.

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