Wie viele Tonnen Beton werden im Eppenbergtunnel täglich verbaut? Mit dieser Quizfrage wurden die Einwohner von Eppenberg-Wöschnau am Mittwoch empfangen. Die Auflösung gab es erst zum Schluss des Abends. Denn zunächst standen an der Rechnungsgemeindeversammlung im Pavillon andere Zahlen im Vordergrund, die aber teils ebenfalls im Zusammenhang mit dem Tunnel standen: Gemeindepräsident Stephan Bolliger zeigte die wesentlichen Punkte der Jahresrechnung 2017 auf. Diese schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 123'754 Franken nicht nur besser als im Vorjahr sondern auch deutlich über dem Budget (Aufwandüberschuss von 167'000 Franken) ab. «Aus der Sicht des Gemeinderates ein sehr gutes Ergebnis, von dem wir uns aber nicht täuschen lassen dürfen», mahnte Bolliger.

Die Mehreinnahmen sind hauptsächlich auf zwei Sondereffekte zurückzuführen: Einerseits spülte die Konzessionsabgabe des Energieversorgers Eniwa (ehemals IBA) in Verbindung mit dem Tunnelbau 110'000 Franken in die Gemeindekasse. Zum anderen fielen die Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen um rund 120'000 Franken höher aus, was ebenfalls dem Tunnelbau zu verdanken ist und von einmaligen Entschädigungszahlen der SBB für die Landeigentümer herrührt. Beides mehr oder weniger einmalige Ausreisser, die sich in den kommenden Jahren so nicht wiederholen werden. Derzeit stehe die Gemeinde aber finanziell gut da, so Bolliger. Das zeige auch ein Blick auf das Pro-Kopf-Vermögen von über 5000 Franken.

Maroder Gemeindepavillon

Finanzverwalter Walter Egger erläuterte einzelne Abweichungen in der Rechnung, bevor diese von der Versammlung einstimmig genehmigt wurde. Gutgeheissen wurden auch vier Nachtragskredite: für die gesetzliche Sozialhilfe, für externe Honorare infolge Personalwechsels auf der Verwaltung, für eine Kostenbeteiligungspauschale an die Wasserversorgung Unteres Niederamt sowie für eine Vorfinanzierung zur Sanierung des Gemeindepavillons in der Höhe von 120'000 Franken.

Letzteres wurde nochmals Thema, als über ein Planungskredit in der Höhe von 20'000 Franken abgestimmt wurde. «Wie ihr sehen könnt, ist unser Pavillon ziemlich ins Alter gekommen», sagte der Gemeindepräsident. Der letzte Pinselanstrich sei zwölf Jahre her, im Winter falle regelmässig die Heizung aus und die Gemeindeangestellten müssten manchmal Kabel durchs ganze Haus legen, weil sonst die Sicherungen rausfallen.

Der Handlungsbedarf leuchtete allen Anwesenden ein. Wieso man das Geld nicht gleich direkt für einen Ersatz verwende, wenn doch sowieso alles darauf hinauslaufe, wollte einer von ihnen wissen. Einerseits brauche es Kostengenauigkeit, erklärte Bolliger, und andererseits müssten die Bedürfnisse für die Verwaltung noch genau abgeklärt werden. Schliesslich wurde auch dieses Geschäft ohne Gegenstimmen genehmigt, ebenso eine Kreditabrechnung für die Kanalsanierung an der Hauptstrasse und die Aufhebung des Reglements für die Feuerungskontrolle.

Mini-Workshop

Den letzten Schwerpunkt des Abends bildete die anstehende Ortsplanungsrevision. Dabei geht es insbesondere um den Umgang mit Bauland, welches in der Gemeinde offenbar gerne gehortet wird. «Wir wollen aktiv werden, bevor der Kanton mit Auflagen kommt», so Stephan Bolliger. Für eine Ortsplanungsrevision bedarf es eines räumlichen Leitbildes. Um dafür bereits erste Inputs aus der Bevölkerung abholen zu können, brachten die Versammlungsteilnehmer ihre Gedanken an drei Posten eines Mini-Workshops zum Ausdruck.

Eine Vielzahl von Vorschlägen und Anregungen kam auf diese Weise zustande. Der öffentliche Verkehr – auf dem Eppenberg existiert kein Angebot – war ein häufig genannter Punkt. Aber auch die räumliche und soziale Kluft zwischen den beiden Ortsteilen beschäftigt die Einwohner. Ein Begegnungsort oder sonstige gemeinsame Plattformen könnte hier Abhilfe schaffen, so der Tenor. Auch über das richtige Mass an Wachstum in den kommenden Jahren wurde ausgiebig diskutiert. Diese ersten Eindrücke will der Gemeinderat nun in die Planung einfliessen lassen und das Ergebnis an einem weiteren Anlass am 29. August (19 Uhr) vorstellen.

Spitexfusion gescheitert

Zum Schluss informierte der Gemeindepräsident über die gescheiterte Fusion von Spitex Schönenwerd, Niedergösgen, Eppenberg-Wöschnau mit jener von Gretzenbach und Däniken aufgrund unterschiedlicher finanzieller Ausgangslagen sowie über den Stand der Bauarbeiten rund um den Eppenbergtunnel. Mit der Auflösung der Eingangsfrage – es sind 1250 Tonnen Beton – und dem traditionellen Überreichen eines Blumenbouquets an die Gewinnerin wurde die Versammlung nach rund 90 Minuten aufgelöst.