Ein bunter Hund hats auf dem Dorf nicht immer einfach. Thomas Waldmeyer ist so einer. Der Speuzer, der auf der Aargauer Seite aufwuchs, heute aber mit Frau, vier Kindern und Katze im Solothurner Unterdorf wohnt, stellt ab Sonntag das erste Mal aus. In der Galerie am Bach, im Heimatdorf Erlinsbach. Eine «Riesenfreude» sei das, sagt er.

Der 35-jährige Koch hat schon als Kind gemalt. «Aber so richtig intensiv erst seit letztem Jahr, weil ich wegen einer Bandscheibenoperation plötzlich ganz viel Zeit hatte», erzählt er. Im eigenen Haus richtete er ein Atelier ein. Hier malt er, «wild und farbenfroh», am liebsten nachts. Er müsse allein sein und Ruhe haben beim Malen – dann laufe es.

Das Wilde und Farbenfrohe in seinen Bildern kommt nicht von ungefähr. Waldmeyer war als Jugendlicher in der Graffiti-Szene unterwegs. Schon beim Sprayen zwischen Aarau und Olten merkte er, dass er gerne abstrakt und «freestyle» malt. Auch heute noch, sagt er, sei das Spiel mit den Farben sein Ding.

Und wenn man es weiss, lässt sich noch ein weiterer Einfluss ausmachen: «Mit meiner Frau war ich früher in der Goa-Szene aktiv», erzählt er. Der psychedelische Einschlag ist nicht von der Hand zu weisen. «Farben sind für mich Lebensfreude», sagt er. Grün möge er sehr gerne, und Neonfarben erzeugten einen tollen Kontrast. Malen? Das bedeute für ihn ausbrechen aus dem tristen Alltag.

Ist denn sein Alltag trist? Nein, sagt er. «Aber in meinem Job habe ich viel Kundenkontakt, da sehe ich viele gefrustete Leute.» Mit seinenBildern wolle er sie aus der Routine rausholen. Aber natürlich sei das Malen auch für ihn selbst ein Ventil. Anfangs seien ihm und seiner Frau viele Barrieren im Weg gestanden. «Wir sind nicht so konventionell, eher eine Hippie-Familie», erzählt er. Beim Malen könne er sich entspannen und seine Gefühle verarbeiten.

Seine Kreativität lebt er auch in seinem Beruf als Koch aus. «Geschmäcker, Farben, Anrichten, da gibt es keine Grenzen», sagt er, der schon im Oltner «Arte» und in Obergösgen im «Falkenstein» kochte. Derzeit arbeitet er im Migros-Restaurant im aargauischen Buchs.

«Ich bin jeweils selbst gespannt, was wird», sagt er, der sich von momentanen Impulsen leiten lässt und mit dem Spachtel schon mal bis zu dreizehn Schichten Acrylfarbe auf die Leinwand aufträgt, bis ihm gefällt, was er sieht. Er merke auch, wie er professioneller werde, mutiger. «Es braucht schon Überwindung, über ein fertiges Bild noch Neonspritzer zu verteilen. Aber man wird belohnt dafür.»

Galerie am Bach, Hauptstrasse 90, Erlinsbach. «Dialog in Farbe», Vernissage: Sonntag, 19. März, 11 Uhr. Öffnungszeiten: Di–Fr 13:30–18:30 Uhr, Sa 10–16 Uhr, So 11–16 Uhr. Bis 9. April. Künstler aus dem Kanton Solothurn: Thomas Waldmeyer, Erlinsbach; Michael Bielser, Obergösgen; Salam Ahmad, Wangen b. Olten.

Ausserdem Susanne Hediger, Agnes Magyar, Simone Puorger-Jufer, Werner Reck, Marcel Röthlin.