Trimbach
«Er ist nicht in der Dorfpolitik verankert»

FDP, CVP und SVP reagieren kühl auf die Kandidatur von Martin Bühler (SP) fürs Gemeindepräsidium. Sie sind auf der Suche nach einer bürgerlichen Kandidatur.

Christian von Arx
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Martin Bühler, Kandidat der SP Trimbach für das Gemeindepräsidium.

Martin Bühler, Kandidat der SP Trimbach für das Gemeindepräsidium.

zvg

«Er ist nicht in der Dorfpolitik verankert», erklärt der Trimbacher CVP-Präsident und Kantonsrat Daniel Mackuth auf Anfrage zur Kandidatur von Martin Bühler (SP, 49) für die Nachfolge von dessen Parteikollegen Karl Tanner für das Gemeindepräsidium. «Nach meiner ersten Einschätzung kann die CVP diese Kandidatur nicht unterstützen.» Als absolute Absage an die SP will Mackuth seine Antwort aber nicht verstanden wissen: «Wir werden Herrn Bühler gerne zu einem Hearing einladen.» Zudem ergänzt der CVP-Präsident, dass seine Partei eine «akzeptable Kandidatur» grundsätzlich unterstützen könnte, auch wenn sie von der SP käme.

Martin Bühler: «Bin in Trimbach gut verwurzelt»

SP-Gemeindepräsidiumskandidat Martin Bühler räumt ein, dass er über längere Zeit nicht in der Gemeindepolitik aktiv war, weil ihn dies neben Familie und Beruf zu stark beansprucht hätte. Nun seien seine Kinder grösser (8 und 11 Jahre). Er sei aber in Trimbach gut verwurzelt, weil seine Eltern und Grosseltern hier gewohnt hätten. Er selbst sei in Olten aufgewachsen und wohne seit 12 Jahren in Trimbach. In einer Gemeindekommission sei er nicht, aber seit letztem Jahr sei er Präsident der Trimbacher Sporttage, eines jährlich stattfindenden zweitägigen Fests, das vor allem von Eltern mit Kindern getragen werde. Bei den kantonalen Wahlen vom 12. März kandidiert der Regionalsekretär der Gewerkschaft syndicom auf der SP-Liste für den Kantonsrat. (cva)

Eine eigene Kandidatur hat die CVP vorderhand jedenfalls nicht: «Bis jetzt hat sich niemand gemeldet», bestätigt Mackuth. Dass er selber – Mackuth war von 2005 bis 2011 Mitglied des Trimbacher Gemeinderats – für das derzeit mit einem Pensum von 50 Prozent dotierte Gemeindepräsidium kandidieren würde, schliesst der 51-Jährige aus beruflichen Gründen eindeutig aus: Er ist Leiter Baumalerei und Mitglied der Geschäftsleitung der Hans Gassler AG, Gretzenbach. Aber er verrät: «Wir sind daran, eine bürgerliche Kandidatur zu suchen, gemeinsam mit FDP und SVP.»

«Nicht das, was wir brauchen»

Dass er sich zum Thema Kandidatur fürs Gemeindepräsidium mit der CVP absprechen werde, bestätigt Robert Hess von der FDP. Der 67-jährige Alt-Kantonsrat (2001-2009) führt die freisinnige Ortspartei interimistisch – «als KP-Wache», schmunzelt der Rintelhof-Landwirt, der in der jetzigen Amtsperiode als Ersatzgemeinderat an der Gemeindepolitik mitwirkt. Die FDP selbst habe zurzeit in Schen Gemeindepräsidium «noch nichts in der Pipeline», räumt er ein.

Zur SP-Kandidatur Martin Bühler äussert sich aber auch Hess skeptisch bis ablehnend: «Ein Sozialarbeiter und Gewerkschafter ist nicht das, was wir jetzt an der Spitze der Gemeinde brauchen.»

«Was ist das für ein Kandidat?»

«Ich kenne Herrn Bühler nicht», erklärt SVP-Präsident und Gemeinderat Dieter Altherr rundheraus. «Ich muss zuerst schauen, was das für ein Kandidat ist und in welche Richtung er geht.» Auch für Altherr ist klar, dass er zum Thema einer möglichen bürgerlichen Präsidiumskandidatur Gespräche mit FDP und CVP führen werde.

Dass er selbst – Altherr ist seit 2009 Gemeinderat und hatte damals erstmals einen Sitz für die SVP erobert – als Gemeindepräsident kandidieren könnte, weist er von sich: «Ich bin als Betriebstechniker für den technischen Unterhalt in einer grossen Firma zuständig, das geht nicht mit einem 50-Prozent-Pensum.» Ausserdem sei er jetzt 60-jährig: «Ich würde es sicher nicht für zwei Amtsperioden machen – aber nur eine Amtsperiode bringt der Gemeinde nichts.»

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