Gretzenbach/Eppenberg-Wöschnau

Eppenbergtunnel ist auf Kurs – trotz Baustellenstopp während Lockdown

Nach Ostern wurde der Baustellenbetrieb wieder hochgefahren. Die SBB rechnen trotz Baustellenstopp mit einer pünktlichen Eröffnung des Eppenbergtunnels.

Nach Ostern wurde der Baustellenbetrieb wieder hochgefahren. Die SBB rechnen trotz Baustellenstopp mit einer pünktlichen Eröffnung des Eppenbergtunnels.

Der Eppenbergtunnel soll pünktlich fertig werden, auch wenn über 20 Tage nicht gebaut wurde. Die SBB leisteten viel Planungsarbeit.

Rund 270 Baustellen für den Ausbau und die Erneuerung der Bahninfrastruktur wurden im März von der SBB temporär heruntergefahren. Dazu gehört auch die Baustelle des Eppenbergtunnels. Dieser befindet sich nach fast sechsjähriger Bauzeit in seiner Fertigstellung. Die SBB sorgte dafür, dass die Arbeiten sicher und geordnet heruntergefahren wurden, bevor dies durch Engpässe bei Personal und Material erschwert worden wäre. Die verbleibenden Ressourcen wurden auf die Störungsbehebung und die betriebs- sowie sicherheitsrelevanten Unterhaltsarbeiten fokussiert. Die Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeitenden sowie Angestellten von Drittfirmen hätten für die SBB höchste Priorität, wie das Unternehmen auf Anfrage schreibt.

Aufgrund des Corona-bedingten Baustellenstopps vom 20. März bis 13. April 2020 wurde das Bauprogramm überarbeitet. Einige Arbeiten mussten verschoben werden. «Die Bauarbeiten werden entlang einer der meistbefahrenen Strecken der Schweiz, grösstenteils bei laufendem Bahnbetrieb ausgeführt. Aufgrund der Nähe zu Fahrleitungen und fahrenden Zügen können gewisse Arbeiten nur bei gesperrten Gleisen verwirklicht werden», schreibt Martin Meier, Mediensprecher bei der SBB. Aktuell wird geprüft, wann es möglich ist, die versäumten Arbeiten nachzuholen. Meier zeigt sich zuversichtlich: «Der Bau des Eppenbergtunnels kann wie geplant rechtzeitig zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2020 abgeschlossen werden.» Das vierte Gleis zwischen Däniken und Dulliken und andere Fertigstellungsarbeiten würden dann im Jahr 2021 fertiggestellt.

Arbeiter in einem der drei Notfallstollen des Eppenbergtunnels.

Arbeiter in einem der drei Notfallstollen des Eppenbergtunnels.

Die Zeit des Baustellenstopps wurde genutzt, um ein Schutzkonzept für die Mitarbeitenden auszuarbeiten, damit die vom BAG vorgeschriebenen Massnahmen eingehalten werden können. Nach Ostern wurde der Baustellenbetrieb kontrolliert wieder hochgefahren. Seitdem wird gemäss den BAG-Bestimmungen gearbeitet. Meier sagt: «Arbeiten bei der Baustelle vom Eppenbergtunnel, welche den laufenden Bahnbetrieb tangieren, haben auch Auswirkungen auf andere Baustellen auf der Strecke Bern-Zürich.» Da viele Faktoren für die Arbeit an der Bahntechnik entscheidend sind, war die Reorganisation der Baustelle für die Verantwortlichen eine grosse Herausforderung. Personal und Maschinen würden bereits mehrere Monate und teils sogar Jahre im Voraus reserviert. «Trotz den vielen Hürden konnten wir das Projekt auf Kurs behalten und gehen von der termingerechten Inbetriebnahme aus», sagt Meier.

Ob Mehrkosten entstehen ist noch ungewiss

Welche finanziellen Auswirkungen die Planänderungen bewirken ist noch unklar. Meier dazu: «Im Moment können wir keine Auskunft darüber geben, inwiefern sich der Baustellenstopp auf die Kosten auswirkt. Das Projekt war vor der Corona-Pandemie finanziell auf Kurs.»

Das S-Bahn-Angebot zwischen Aarau, Lenzburg und Zürich wird in den Hauptverkehrszeiten zu einem Halbstundentakt ausgebaut. Die Züge der S11 können zudem in Othmarsingen halten. Im Regionalverkehr ermöglicht der Vierspurausbau eine neue, schnelle Direktverbindung mit der S29 von Zofingen nach Aarau, ohne Halt zwischen Olten und Aarau. Weiter können neu alle Züge des RegioExpress Olten-Wettingen die Haltestelle Wildegg bedienen.

Im Fernverkehr hilft der Vierspurausbau, zu Stosszeiten den Viertelstundentakt für Intercitys zwischen Bern und Zürich zu realisieren. Der Zeitpunkt dafür ist derzeit aber noch offen und hängt auch vom Ausbau des Knoten Bern ab. Der Vierspurausbau sei zudem eine zentrale Voraussetzung, damit künftige Projekte auf der Ost–West-Achse einen möglichst grossen Nutzen für die Zugreisenden entfalte.

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