Dulliken
Entlang der Aare entstehen Seitengerinne und Hochwasserdämme

Die Arbeiten am Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekt in Dulliken laufen auf Hochtouren.

Rahel Bühler
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Die Aushubarbeiten für das Seitengerinne sind in vollem Gange.

Die Aushubarbeiten für das Seitengerinne sind in vollem Gange.

Hansruedi Aeschbacher

Wer derzeit als Fussgänger in Dulliken der Aare entlang einen Spaziergang machen will, kommt nicht um die Bagger und sonstigen Baustellenfahrzeuge herum, die sich entlang des Flussufers tummeln. Es ist unschwer zu erkennen: Hier geht was. «Momentan laufen Aushubarbeiten für das Seitengerinne», erklärt Gabriel Zenklusen, der zuständige Projektleiter vom Solothurner Amt für Umwelt.

Das Projekt erstreckt sich entlang der Aare von Olten bis Aarau. Das gesamte Gebiet ist in fünf Lose eingeteilt. Los eins beinhaltet die Arbeiten in Olten, Winznau und eben auch Dulliken. Während die Aushubarbeiten in Olten und Winznau schon seit Dezember mehrheitlich abgeschlossen sind, wurden sie in Dulliken Anfang Jahr aufgenommen. Zuerst wurde der Wald gerodet und der Oberboden abgetragen. «Vor ungefähr zwei Wochen haben nun die richtigen Aushubarbeiten angefangen», wie der Projektleiter weiss. Es wird Kies abtransportiert, damit das Seitengerinne entstehen kann. Ein solches Gerinne muss man sich so vorstellen: Normalerweise befindet sich rechts und links der Aare ein Ufer. Nun wird hinter dem Uferlauf Land abgetragen, sodass eine Art Insel entsteht, die bei Hochwasser überflutet wird. Somit wird der Abflussquerschnitt vergrössert und der Wasserspiegel des Flusses bei Hochwasser sinkt. Mit den Aushubarbeiten komme man gut voran, die Aare führe nicht viel Wasser in diesen Tagen, meint Zenklusen. Auch sonst ist er mit dem Verlauf des Projekts bis jetzt sehr zufrieden. «Wir kommen gut voran und haben nur wenige negative Rückmeldungen erhalten.»╗

Mehr Verkehr wegen Baustelle

Das Bauen der Hochwasserdämme hingegen ist stark vom Wetter abhängig. Damit die Qualität dieser Dämme sichergestellt werden kann, muss der Boden trocken sein. Deshalb mussten diese Arbeiten kurzerhand auf Eis, beziehungsweise Schnee, gelegt werden.

Neben den bisher genannten Arbeiten gibt es auch noch kleinere Strukturierungsmassnahmen, die ausgeführt werden müssen, dies geschieht allerdings im Frühling. Dazu gehört zum Beispiel der Einbau von Wurzelstämmen in der Flusssohle. «Dort können kleine Fische Unterschlupf finden», erklärt Zenklusen. Durch die Verzögerung, die entsteht weil die Hochwasserdämme derzeit nicht erstellt werden können, gerät das gesamte Projekt nicht in Rücklage, denn: «Wir haben Reservezeit miteinberechnet.» Der Projektleiter geht davon aus, dass die Arbeiten an den Seitengerinnen in Dulliken im April beendet sein werden. In Winznau sogar bereits im März, da dort nur noch die Dämme fertiggestellt werden müssen. Das wird sicher auch den einen oder andern Anwohner freuen. «Es ist tatsächlich so, dass durch das Hochwasserschutzprojekt mehr Verkehr entsteht», gibt der Projektleiter zu. «Wir fahren aber natürlich nicht gezielt durch Wohnquartiere, sondern umfahren sie, so gut es geht.» Momentan sind es 80 bis 100 Lastwagenfahrten pro Tag, wie Zenklusen sagt. «Zu Spitzenzeiten waren es bis zu 200 solcher Fahrten.»

Die Arbeiten am Los eins sollen laut Gabriel Zenklusen Ende Mai fertig sein. Spätestens dann sollten auch die letzten Bagger abgezogen und ein Spaziergang wieder möglich sein.