Dulliken
«Eng beieinander, aber menschenwürdig»: Asylunterkunft im Viehweg-Haus wird als ideal erachtet

Das ehemalige Viehweg-Haus an der Niederämterstrasse in Dulliken wird als Asylunterkunft mit 18 Plätzen gemietet. Die Gemeinde sagt: «Aus unserer Sicht eine ideale Lösung»

Christian von Arx
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Wird bald eine kommunale Asylunterkunft: Das Viehweg-Haus an der Niederämterstrasse 36 in Dulliken, mit Aufenthaltsräumen im Anbau rechts.

Wird bald eine kommunale Asylunterkunft: Das Viehweg-Haus an der Niederämterstrasse 36 in Dulliken, mit Aufenthaltsräumen im Anbau rechts.

Bruno Kissling

Die Sozialregion Oberes Niederamt (SON) mietet das ehemalige Viehweg-Haus an der Niederämterstrasse 36, östlich des Dulliker Kreisels, für die Unterbringung von Asylsuchenden. Es handelt sich um ein Zweifamilienhaus mit einem Anbau, der früher die Werkstatt der Sattlerei und Polsterei Viehweg beherbergte. Im Haus sollen 18 Personen Unterkunft finden.
Der Gemeinderat von Dulliken hat dem Mietvertrag im Januar zugestimmt, wie Verwaltungsleiter Andreas Gervasoni auf Anfrage mitteilte.

Dulliken ist Leitgemeinde der Sozialregion. Diese Woche hat der Gemeinderat die Liegenschaft besichtigt, nachdem der von der Vermieterin – der ACA Immobilien GmbH des Unternehmers Rico Tonet (Starrkirch-Wil) – vorgenommene Umbau abgeschlossen ist. «Zurzeit fehlt nur noch das Einverständnis der Gebäudeversicherung bezüglich des Brandschutzes, aus unserer Sicht eine Formalität», erklärt Gervasoni. «Sobald diese vorliegt, kann das Haus bezogen werden – auf 1. Juni oder spätestens 1. Juli.» Der Mietvertrag wurde auf drei Jahre abgeschlossen, also bis 2020. Danach kann er verlängert werden.

"Die Leute werden eng beieinander wohnen, aber menschenwürdig." Andreas Gervasoni, Verwaltungsleiter der Einwohnergemeinde Dulliken

"Die Leute werden eng beieinander wohnen, aber menschenwürdig." Andreas Gervasoni, Verwaltungsleiter der Einwohnergemeinde Dulliken

zvg

Die Anmietung des Viehweg-Hauses mit bis zu 18 Plätzen entspannt die Suche nach Unterkünften für Asylsuchende. Bisher war Dulliken, wie mehrere Gemeinden der Sozialregion Oberes Niederamt auch, im Rückstand gegenüber dem Aufnahmesoll. Nach Auskunft von Andreas Gervasoni können nun einige bisher für Asylbewerber gemietete Wohnungen gekündigt werden. Einen Teil der Mietobjekte wolle man weiterhin nutzen, um für künftige Schwankungen der Anzahl zugewiesener Personen gerüstet zu sein.

Einrichtung und Umgebung passen

«Die Unterbringung von Asylsuchenden im Viehweg-Haus erachten wir als ideal», erklärt Verwaltungsleiter Gervasoni. «Die Leute werden eng beieinander wohnen, aber menschenwürdig.» Die Unterkunft sei einfach, ohne unnötigen Luxus, aber sauber und mit guten sanitären Anlagen ausgerüstet. «Das entspricht unserem Verständnis einer angemessenen Asyl-Unterkunft», so Gervasoni.

Die einzelnen Zimmer können abgeschlossen werden. «In der Küche hat jeder sein Küchen- und auch ein Kühlschrankabteil.» Im Anbau zur Alten Landstrasse hin wurden mit dem Umbau Aufenthaltsräume eingerichtet. Wohnen und Aufenthalt sind damit getrennt. In der Umgebung des Kreisels finden sich die Bushaltestelle sowie Einkaufsmöglichkeiten im Voi und im Tankstellenshop Coop Pronto.

Mehrere Lösungen gescheitert

Verwaltungsleiter Gervasoni erinnert an die bisherige Suche nach Asylunterkünften in Dulliken. In den letzten Jahren hatte sich der Kanton dafür interessiert, das Franziskushaus als Durchgangszentrum zu nutzen, doch das erwies sich als unvereinbar mit den Zonenvorschriften. Danach prüfte die Gemeinde die Erstellung eines «Container-Dörfli» in der Industriezone. Von dieser Idee nahm der Gemeinderat Abstand, nachdem das Raumplanungsamt nur eine auf maximal fünf Jahre befristete Übergangsbewilligung in Aussicht stellte. Bei einem von privater Seite gemachten Angebot für die Nutzung einer älteren Liegenschaft mit grossem Umschwung waren die Vertragsbedingungen für die Gemeinde nicht akzeptabel.

Bei der Miete des Viehweg-Hauses an der Niederämterstrasse stimmt nun offenbar alles für die Gemeinde. Die Liegenschaft befindet sich in einer gemischten Zone für Wohnen und Gewerbe. Die Umnutzung der bisher gewerblich genutzten Werkstatt für Aufenthaltsräume erforderte ein Baugesuch. Einsprachen gingen keine ein, die Bewilligung ist erteilt. «Es ist vorgesehen, die Anwohner der umliegenden Liegenschaften mit einem Flyer zu orientieren», teilte Gervasoni mit.

Vermieter Rico Tonet hat das Gebäude erst auf Ende des letzten Jahres vom langjährigen Vorbesitzer Alfred Viehweg übernommen. Er habe ursprünglich geplant, Wohnhaus und Umbau separat zu vermieten, sagt Tonet: «Gewerberäume in dieser Grösse sind gesucht, er wäre geeignet für ein Architekturbüro oder ein kleines IT-Unternehmen.» Nachdem die Gemeinde Interesse gezeigt habe, sei der Umbau gezielt auf diese Nutzung hin ausgerichtet worden. Die Sanierung des Wohnhauses habe er von Anfang an geplant, so Tonet.

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