Hauenstein-Ifenthal
«Endlich Bewegung in der Sache!»: Es gibt Pläne für das «Bolero»-Gelände

Erste Ideen für ein Bauprojekt wurden dem Gemeinderat Hauenstein-Ifenthal vorgestellt. Seit 1956 steht auf der Passhöhe ein Motel. Der Belchentunnel, welcher im Jahr 1970 eröffnet wurde, läutete den schleichenden Niedergang des Motels ein.

Lena Bueche
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Auf dem Grundstück des ehemaligen «Bolero» soll eine Überbauung mit Mischnutzung errichtet werden.

Auf dem Grundstück des ehemaligen «Bolero» soll eine Überbauung mit Mischnutzung errichtet werden.

Bruno Kissling

In Hauenstein-Ifenthal thront an aussichtsreicher Lage über der Passhöhe eine Bauruine. Noch – denn seit rund einem Jahr hat das seit langer Zeit leerstehende und unterdessen abbruchreife «Bolero» einen neuen Eigentümer. Der ehemalige Nachtclub und Erotikbetrieb soll abgerissen und durch eine Überbauung ersetzt werden. Wie diese aussehen wird, ist Gegenstand der nun anlaufenden Projektplanung.

Aus diesem Anlass kam es vergangene Woche zu einem Treffen zwischen Eigentümer, Architekturbüro, potenziellem Investor und dem Gemeinderat von Hauenstein-Ifenthal. Ein konkretes Projekt sei am Treffen nicht vorgestellt worden, sagt Gemeindepräsident Stefan Berchtold auf Anfrage. Das Treffen habe zum Ziel gehabt, alle involvierten Parteien an einen Tisch zu bringen und ein gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen. Es seien die rechtlichen und planungsrelevanten Rahmenbedingungen erläutert und Ideen ausgetauscht worden, so Berchtold weiter.

Auf das Projekt angesprochen, meint der Eigentümer Benjamin Witztum, es sei noch zu früh für eine Stellungnahme. Sicher sei einzig, dass die Überbauung einer Mischnutzung zugeführt werde. Nebst Wohnraum seien viele weitere Nutzungsarten denkbar. Zur Palette der Möglichkeiten zählten beispielsweise ein Restaurationsbetrieb, eine Wellnessanlage oder ein Aparthotel.

Gestaltungsplan ist nötig

Auch wenn noch kein spruchreifes Projekt vorliegt, zeigt sich der Gemeindepräsident zufrieden mit der gegenwärtigen Entwicklung: «Endlich kommt Bewegung in die Sache!» Aufgabe des Architekturbüros sei es nun, ein Vorprojekt auszuarbeiten. Wann dieses vorliegen wird, ist offen. «Es wurde noch kein Termin für ein nächstes Treffen festgesetzt», sagt Berchtold. Insgesamt werde sich der Prozess sicher noch einige Zeit hinziehen. Mit einem Baubeginn sei wohl erst in ein, zwei Jahren zu rechnen. Bis dahin müsse noch ein Gestaltungsplan erarbeitet und durch den Kanton genehmigt werden.

Bereits im Jahr 2014 wurde ein neuer Teilzonenplan «Passhöhe» verabschiedet. Dieser führte zu einer Umzonung: Das ehemalige «Bolero» befindet sich nicht mehr in der Gewerbezone, sondern in einer dreigeschossigen Wohnzone mit eingeschränkter Gewerbenutzung. Zulässig sind gemäss Zonenplan «Wohnbauten in lockerer und verdichteter Bauweise sowie nicht störende Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe, welche dem Zonencharakter der Wohnzone angepasst sind».

Schleichender Niedergang

Die Geschichte des «Bolero» ist eine wechselvolle. Bereits 1956 wurde bei der Passhöhe ein Motel eröffnet. Es profitierte vom Durchgangsverkehr, als die Hauptverbindung zwischen Luzern und Basel noch über den Hauenstein führte. Die Eröffnung des Belchentunnels und des dazugehörigen Teilstücks der Autobahn A2 im Jahr 1970 läutete dann den schleichenden Niedergang des Motels ein.

Als Dancing, Saunaclub und Erotikbetrieb versuchten verschiedene Eigentümer, das ehemalige Motel wirtschaftlich zu betreiben. Doch in Zusammenhang mit dem «Bolero» kam es laufend zu diversen Handänderungen, Konkurseröffnungen und -annullationen. 2012 wurde der Club endgültig geschlossen. Nach einem längeren Konkursverfahren erwarb im Jahr 2017 der jetzige Eigentümer das «Bolero». Nebst dem ehemaligen Clubgebäude umfasste die Konkursmasse ein weiteres Wohn- und Geschäftshaus, ein Nebengebäude, eine Garage und einen unbebauten Abstellplatz. Die Objekte befinden sich auf drei benachbarten Grundstücken, deren Fläche insgesamt 8807 m2 beträgt. Genug Platz also für eine neue Überbauung – nun muss das passende Bauprojekt her.