Lostorf

Einwohner des Weilers wollen Tempo-30-Zone: «Man hält uns in Mahren zum Narren»

In Mahren gilt generell Tempo 50. Einige Initianten möchten dies ändern und auf der Mahrenstrasse und der Pfifferackerstrasse das Tempo um 20 km/h drosseln.

In Mahren gilt generell Tempo 50. Einige Initianten möchten dies ändern und auf der Mahrenstrasse und der Pfifferackerstrasse das Tempo um 20 km/h drosseln.

Die Einwohner des Weilers in Lostorf möchten eine Tempo-30-Zone — jetzt sammeln sie Unterschriften. Nicht alle sind von dieser Idee begeistert.

Es ist so eine Sache mit den Tempo-30-Zonen: Manche befürworten sie, andere sind komplett dagegen. Nachdem in Dulliken Ende September in allen Quartieren solche Zonen eingerichtet wurden, werden auch in Lostorf erneut Stimmen laut, die sich eine Temporeduktion in den Quartieren wünschen.

Konkret geht es den Initianten um zwei Strassen: die Mahrenstrasse und die Pfifferackerstrasse, beide auf dem Gebiet von Mahren, dem Weiler im Wald zwischen Trimbach und Lostorf, der zum Gemeindegebiet von Lostorf gehört.

Einer, der sich über Tempo 50 auf diesen beiden Strassen stört, ist der Mahrener Paul Bühler: «Die Strassen sind eng und unübersichtlich. Dies hat zur Konsequenz, dass viele Ortsunkundige zu schnell fahren.»

Bühler, der selbst an der Pfifferackerstrasse wohnhaft ist, hat dieser Zeitung bereits einen Leserbrief zu diesem Thema geschrieben. «In Mahren wohnen viele Familien mit Kindern, die auf den Quartierstrassen spazieren gehen. Daneben mit 50 Stundenkilometern vorbeizubrettern, ist schlicht zu schnell», hebt er auf Anfrage hervor.

Unterschriftensammlung startet

Mit dieser Ansicht ist er nicht alleine. Ein anderer Anwohner, Christian Glaus, ist derzeit daran, einen Informationsflyer zu gestalten, der auf die Problematik aufmerksam machen soll: «Mahren ist ein Naherholungsgebiet. Uns geht es darum, dass in diesem Gebiet die Geschwindigkeit gedrosselt wird.»

Ausserdem wird Glaus nach den Herbstferien mit einer Unterschriftensammlung beginnen. «Ich habe bereits mit vielen Einwohnern von Mahren diskutiert. Ungefähr 20 bis 30 Haushalte sind bereit, ihre Unterschriften zu geben», erklärt Glaus auf Anfrage dieser Zeitung. Dies entspräche etwa einem Drittel der Einwohner von Mahren. Ziel sei es, etwa die Hälfte für eine Unterschrift zu gewinnen.

Glaus ist auch bereits bei der Lostorfer Baukommission vorstellig geworden. Man nimmt unser Begehren da nicht so ernst und will uns zum Narren halten», meint er. Ins gleiche Horn bläst auch Bühler, der über das Anliegen bereits mit Thomas Müller, dem Lostorfer Gemeindepräsidenten, gesprochen hat: «Er will davon nichts wissen», ist Bühler überzeugt.

Dem widerspricht Müller gegenüber dieser Zeitung: «Ich persönlich bin nicht gegen eine 30er-Zone. Sie ist einfach nicht von heute auf morgen umzusetzen.» Neu ist ihm diese Thematik aber nicht: «Eine Tempo-30-Zone wird alle paar Jahre an den Gemeinderat herangetragen. Wir haben vor einigen Jahren eine Offerte für die Umsetzung einer solchen Zone auf allen Quartierstrassen im Gemeindegebiet eingeholt. Die Summe belief sich auf ungefähr 300'000 Franken.» Das Anliegen sei damals vom Gemeinderat abgelehnt worden. Falls eine Eingabe gemacht würde, wolle der Gemeinderat nicht untätig bleiben: «Wir werden das prüfen. Einmal mehr», so Müller.

Ob dann allerdings eine Mehrheit im Gemeinderat dieses Anliegen befürworten würde, wisse er nicht. «Momentan stehen andere Dinge auf der Pendenzenliste weiter oben.»

Augenschein vor Ort geplant

Bauverwalter Heinz Marti bestätigt die Aussage von Anwohner Glaus, wonach dieser sein Anliegen deponiert habe: «Als weiteres Vorgehen wird nun ein Augenschein vor Ort genommen.» Dies werde vom Baukommissionspräsidenten und vom Bauverwalter selbst durchgeführt. «Je nachdem würde die Thematik dann innerhalb der Baukommission und im Anschluss im Gemeinderat diskutiert werden», blickt Marti voraus.

Bevor das temporeiche Anliegen, wenn es denn einem Problem entspricht, umgesetzt werden könnte, müsste noch einiges an bürokratischer Arbeit erledigt werden, sagt Heinz: «Zuerst muss ein verkehrstechnisches Gutachten gemacht werden. Wenn dieses ein Problem nachweisen kann, werden Massnahmen vorgeschlagen, die zur Entschärfung des besagten Problems dienen könnten.»

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