Ein knappes Ja gaben die Dulliker im vergangenen September der Forderung nach einer Tempo-30-Zone im gesamten Wohngebiet der Gemeinde. 16 Stimmen machten den Unterschied an der Urnenabstimmung. Das Resultat zeigt: Die Entschleunigung wurde in Dulliken kontrovers diskutiert.

Während Sabrina Sutter, SVP-Gemeinderätin, hohe Ausgaben für die Umsetzung und gar ein erhöhtes Unfallrisiko befürchtete, freuten sich andere Dulliker über einen effizienten und kostengünstigen Weg zu mehr Sicherheit in den Wohnquartieren.

Jetzt, fast ein Jahr nach der knappen Abstimmung, konkretisiert sich das Vorhaben. Seit Donnerstag liegen die Pläne zur Umsetzung der entschleunigten Zonen auf der Gemeindeverwaltung Dulliken zur Einsicht vor. «Es sind dieselben, die bei der Abstimmung im September vorgelegt wurden», sagt Patrik Strahm, Ressortleiter für Bau, Planung und Infrastruktur von Dulliken.

«Wir sind auf Kurs»

Gemäss der Planung sollen etwa die Bodenackerstrasse sowie die Jurastrasse in Bahnhofsnähe künftig nur noch mit maximal 30 Stundenkilometern befahren werden dürfen. Mehr Lebensqualität, weniger Unfälle und einen stetigeren Verkehrsfluss erhoffen sich die Befürworter davon. Die Dulliker haben nun die Chance, die Pläne einzusehen und gegebenenfalls Einsprache zu erheben.

Strahm: «Einsprachen sind möglich. Aber ich rechne mit einem reibungslosen Ablauf, da die Umsetzung bereits vor der Abstimmung offengelegt wurde.» Die geschätzten Kosten von 280'000 Franken könnten eingehalten werden. «Wir sind auf Kurs», sagt Strahm.

Aufgrund der hitzigen Diskussionen in der Gemeinde im Vorfeld der Abstimmung vom 24. September 2017 sind Einsprachen gegen das Verkehrsprojekt möglich, sagt Peter Rickenbacher, Präsident der SVP Dulliken. Er selbst erwäge aber keine Einsprache: «Das Volk hat ja entschieden, und das ist auch zu akzeptieren. Angenommen ist angenommen.»

Einsprachen möglich

Mit dem Entscheid der Stimmbürger könne er gut leben. Dabei helfe auch die Tatsache, dass die Umsetzung der Tempo-30-Zone nicht teurer werde als geplant. «Je weniger es kostet, desto besser», sagt Rickenbacher, der Mitglied der Bau-, Planungs- und Umweltschutzkommission ist. Er forderte bereits vor der Abstimmung, Steuergelder sollten gezielt für Massnahmen an Problempunkten eingesetzt werden. In Dulliken sei eine 30er-Zone nicht nötig, die Voraussetzungen seien nicht erfüllt.

Klappt denn auch alles, und werden keine Einsprachen erhoben, hat sich Projektleiter Strahm zum Ziel gesetzt, die Tempo-30-Zonen bis Ende Jahr eingeführt zu haben – früher als vor einem Jahr eingeplant. Erfreulich ist das für SP-Mitglied und Dulliker Heinz Bolliger: «Wir warten schon seit über zehn Jahren auf die Tempo-30-Zone.» Für deren Einführung engagiert er sich seit langem. «In den engen Quartieren braucht man doch gar nicht so schnell zu fahren.» Er sei der Meinung, etwas mehr Entschleunigung im Alltag, auch im Siedlungsgebiet, käme allen zugute.

Bolliger kann sich vorstellen, dass Einspruch erhoben wird: Schuld daran sei unter anderem, dass man es etwas übertrieben habe mit der Umsetzung. «Wenn man mehr machen will als nötig, provoziert man halt Einsprachen.» Dasselbe gelte für die Kosten: «Es ist gut, dass das Budget eingehalten wird. Man muss die Tempo-30-Zonen ja nicht vergolden.»