Sportlich ist es für den FC Schönenwerd-Niedergösgen soeben etwas heller geworden: Am Sonntag konnten die Fans beim letzten Heimspiel der Saison – 5:1 gegen den FC Türkiyemspor aus Aarau – den Aufstieg in die 3. Liga feiern. Aber spätestens ab September wird es für Abendspiele auf dem Schönenwerder Sportplatz Feld Flutlicht brauchen. Und ob dies gewährleistet ist, liegt im Moment im Dunkeln.

250 000 Franken hat die Gemeindeversammlung im Dezember für den Ersatz der rund 50-jährigen Beleuchtungsanlage bewilligt. Doch gegen das Bauprojekt ging eine Einsprache aus dem Kreis der Anwohner ein: Ihre Hausfassaden an der Höhefeldstrasse wären in Zukunft nur noch 15 Meter von den neuen, 16 Meter hohen Beleuchtungsmasten entfernt. Ende Mai hat die Baukommission Schönenwerd die Einsprache abgewiesen. Aber jetzt hat der Einsprecher Beschwerde eingereicht. Als nächste Instanz muss das Bau- und Justizdepartement in Solothurn entscheiden.

«Alle Abendtrainings bei uns»

Beschwerdeführer ist der Architekt Mauro Hallauer. Vom September an bis Mitte Mai brauche es abends nach 19 Uhr Flutlicht, rechnet er vor. Bisher war der Trainingsplatz B am Waldrand beleuchtet. «Dort hat mich der Trainingsbetrieb nicht gestört», meint Hallauer. Aber in Zukunft könnte man auf dem Platz B abends nicht mehr trainieren.

«Neben den Meisterschaftsspielen werden darum alle abendlichen Trainings auf dem beleuchteten Platz A stattfinden, also bei uns», bringt es Hallauer auf den Punkt. «Das bringt uns extreme Lärmimmissionen direkt vor der Haustür, zudem ist es eine visuelle Nachtruhestörung.» Seine Beschwerde habe er auch im Namen der anderen Anwohner eingereicht: «Sie stehen hinter mir.»

Auslöser für die neue Anordnung der Beleuchtung auf dem Sportplatz Feld ist die neue Sport- und Eventhalle Mittelland (Betoncoupe-Arena). Wegen dieses Neubaus muss der Platz B um 13 Meter nach Westen verschoben werden, zudem wird derzeit die Aarestrasse entlang der Badi als Zufahrt zur neuen Halle ausgebaut. Nach Ansicht der Gemeinde waren die Verhältnisse dadurch zu eng für einen Platz mit den erforderlichen Norm-Ausmassen: Die westliche Cornerecke käme zu nahe an die Strasse zu liegen.

Mauro Hallauer sieht das anders. Als Architekt hat er selber einen Lösungsvorschlag ausgearbeitet. «Zwischen Cornerecke und Fahrbahn liegen 2 Meter 60, das reicht aus», meint er. Die 5 Meter breite Fahrbahn könne mit einem Lastwagen-Fahrverbot belegt werden. Mit seinem Vorschlag, sagt er, bekäme der FC sogar zwei Spielfelder mit der verlangten Grösse von 100 mal 64 Meter. Und der Vorteil für die Anwohner: Das Flutlicht wäre weiterhin im Bereich Badi und Wald, nicht an der Höhefeldstrasse. Hallauer ärgert sich: «Die Anliegen der Anwohner sind von den Behörden nicht ernst genommen worden.» Mit seiner Beschwerde erhofft er sich nun Unterstützung aus Solothurn.

Der FC Schönenwerd-Niedergösgen gibt sich neutral. In Abwesenheit des zuständigen Co-Präsidenten Joël Kleger meint Ehrenpräsident Bruno Hauri auf Anfrage vorsichtig: «Für uns war die Lösung mit dem Hauptspielfeld auf Platz A, direkt vor dem Klubhaus, erste Wahl. Aber wenn alle Auflagen erfüllt werden und es sich realisieren lässt, können wir auch mit der anderen Variante leben.» Er spüre im FC Bereitschaft zu einer Konsenslösung. «Aber es ist eine bautechnische Frage, und Bauherrin ist die Gemeinde, nicht der FC.»

Sicher ist, dass der Sportplatz Feld spätestens im Jahr 2018 eine neue Beleuchtung braucht. Nach der Verschiebung von Platz B stehen die alten Beleuchtungsmasten derzeit 13 Meter weit im Spielfeld. Im Moment könne der Klub zwar trainieren, sagt Bruno Hauri. Aber Meisterschaftsspiele können nur noch tagsüber auf Platz A ausgetragen werden – Abendspiele, die Flutlicht brauchen, müssen ab September nach Niedergösgen ausweichen. Hauri: «Das wird sehr eng und erfordert vom Verein eine sehr hohe Flexibilität bezüglich des Spielbetriebs.»

Für nächste Woche hat der Schönenwerder Gemeinderat die Vergabe der Arbeiten für die Ersatzbeleuchtung traktandiert. Aber wegen der hängigen Beschwerde wird er das nur unter Vorbehalt tun können. «Solange keine rechtskräftige Baubewilligung vorliegt, wird selbstverständlich kein Auftrag vergeben», erklärt Gemeindepräsident Peter Hodel. Das heisst: Solange «Solothurn» nicht über die Beschwerde entschieden hat, steht nicht fest, wann im Sportplatz Feld wieder das Licht angeht.