Kienberg
Eine Topskorerin fürs Präsidium – Sie wird frischen Wind in die Gemeinde bringen

Die Gemeinderätin Adriana Gubler ist bereit, das Präsidium von Roger Meier zu übernehmen. Falls bis Ende Monat keine weitere Kandidaturen eingereicht werden, ist sie in stiller Wahl gewählt.

Christian von Arx
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Die neue Gemeinderätin Adriana Gubler (29) kandidiert als Gemeindepräsidentin von Kienberg.

Die neue Gemeinderätin Adriana Gubler (29) kandidiert als Gemeindepräsidentin von Kienberg.

Bruno Kissling

In Kienberg kann das Gemeindepräsidium nach dem überraschenden Verzicht von Roger Meier ohne Unterbruch wieder besetzt werden. Das steht fest, nachdem die FDP gestern Dienstag die Kandidatur ihrer neuen Gemeinderätin Adriana Gubler eingereicht hat.

Werden bis zum Ablauf der Frist am 29. Mai noch weitere Bewerbungen gemeldet, können die Kienbergerinnen und Kienberger am 2. Juli ihr neues Gemeindeoberhaupt an der Urne wählen. Wenn nicht, wird Adriana Gubler in stiller Wahl als Gemeindepräsidentin gewählt erklärt. Die neue Amtsperiode 2017 bis 2021 beginnt am 1. Oktober.

Neu im Gemeinderat

Die Bewerbung der FDP-Kandidatin kommt überraschend, weil Gubler gerade erst in stiller Wahl in den künftigen Gemeinderat gewählt wurde und zudem mit 29 Jahren die Jüngste im neuen Gremium ist. Sie arbeitet seit 2015 bei der Wirtschaftsförderung des Kantons Solothurn, wo sie für die Kommunikation zuständig und als Projektassistenz tätig ist. Zuvor war sie sieben Jahre als Journalistin berufstätig, vor allem für das Oltner Tagblatt. Bekannt ist Adriana Gubler in der Oltner Sportszene als langjährige Topskorerin im Handballverein Olten (1. Liga) und Mitglied des Medienteams des EHC Olten.

Adriana Gubler ist in Kienberg aufgewachsen. Nach der Matur in Liestal lebte sie einige Jahre in Olten und kehrte 2016 mit ihrem Partner in ihr Heimatdorf zurück. Ihr Vater war während einer kurzen Zeit (2001-2002) Gemeindepräsident.

Während sie sich von sich aus für den Gemeinderat gemeldet hatte, kam die Frage des Gemeindepräsidiums für sie völlig unerwartet, nachdem der bisherige Gemeindepräsident Roger Meier unmittelbar vor Anmeldeschluss seine Kandidatur für den Gemeinderat zurückgezogen hatte. Danach war es Christian Schneider, Gemeindepräsident von 2003 bis 2013, der Gubler zu einer Kandidatur für das Präsidium motivieren konnte.

«Die Gemeinde liegt ihr am Herzen, aber auch die Menschen ringsum», sagte Schneider, der als Ansprechperson der FDP fungiert, gestern auf Anfrage. «Dank ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten in der Kommunikation wird sie eine hervorragende Gemeindepräsidentin sein.»
Die einzige wiederkandidierende Gemeinderätin Gisela van der Weijden (44, parteilos) kann sich Gubler gut als neue Präsidentin vorstellen: «Sie wird frischen Wind und viel Professionalität in den Gemeinderat bringen.»

Van der Weijden selbst wollte das Präsidium nicht übernehmen, weil sie als Mutter von drei kleinen Kindern und Teilzeit-Berufstätige schon genügend ausgelastet sei. Sie ist jedoch bereit, neu das Vizepräsidium zu übernehmen und hat ihre Kandidatur dafür eingereicht.

Adriana Gubler ist zuversichtlich für ihre neue Aufgabe: «An einer Zusammenkunft des bisherigen und des neuen Gemeinderates habe ich eine gute Stimmung gespürt.» Mit Daniela Hunziker habe Kienberg eine sehr gute Gemeindeschreiberin, und auch die Finanzverwaltung sei wieder besetzt. Mit ihrem 90-Prozent-Pensum beim Kanton habe sie etwas Reserve für das Gemeindeamt, zudem erleichtere der Kanton öffentliche Engagements seiner Angestellten mit einem kleinen Zeitbudget. Für Termine, die sie nicht selbst wahrnehmen könne, zähle sie auf die Unterstützung ihrer Kollegen.

Adriana Gubler wäre die jüngste Gemeindepräsidentin im Niederamt. Ein Jahr älter ist der künftige Präsident von Hauenstein-Ifenthal, Stefan Berchtold.

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