Eine dunkle Bluse mit Giraffenprint hat im Rahmen des Trimbacher Kleidertausch für Frauen im Familienzentrum FamiTri bereits zwei Mal die Besitzerin gewechselt. Im April brachte Mitorganisatorin Franziska Zeller die Bluse an den Kleidertausch. Die Frau, die die Bluse damals mitnahm, brachte sie an der neusten Ausgabe am vergangenen Donnerstag wieder zurück. Und am Ende des Abends fand die Bluse wieder eine neue Besitzerin.

Das ist durchaus im Sinne von Cornelia Mackuth, die den Anlass mit der Hilfe von Franziska Zeller und Corinne Etter zum dritten Mal im Trimbacher Familienzentrum FamiTri organisierte. In familiärer Stimmung konnten die Frauen gegen einen Unkostenbeitrag von fünf Franken ungeliebte Kleider gegen Neues eintauschen.

Gegenseitige Modeberatung

Passend zum Motto Herbst und Winter hingen an den Kleiderständern im Vereinshaus am Mühleweg 11 diverse Mäntel und dicke Pullover. Aber auch vereinzelte Sommerkleider, Hosen und diverse Accessoires wurden getauscht. Was nicht wegkam, brachten die Organisatorinnen zum Caritas-Secondhandladen in Olten.

«Bei den letzten Malen sind etwa doppelt so viele Leute gekommen», so Mackuth. Möglicherweise liege das am Wochentag. Bisher hatten sie immer den Freitagabend gewählt, nun fand der Kleidertausch erstmals an einem Donnerstag statt. Obwohl nur etwa 15 Frauen den Tauschabend besuchten, zeigten sich die Organisatorinnen zufrieden. Im Fokus stehe die Sache an sich, nicht die Anzahl der Besucherinnen.

«Die Leute sollen vorausdenken»

Tatsächlich war die Stimmung sehr herzlich und familiär. Die Frauen gaben sich gegenseitig Tipps, ob Grösse und Farbe der anprobierten Kleiderstücke passen. Dies schätzte Besucherin Dora Geiger, die den Anlass mit einem deutlich grösseren Kleidertausch in Aarau verglich, den sie besucht hatte. «Es hatte weniger schöne Sachen als hier und die Leute schnappten sich manche Dinge gegenseitig vor der Nase weg», erzählte Geiger.

Auch Daniela von Felten und Gaby Marrer aus Winznau zeigten sich am Ende des Abends zufrieden mit den Kleidungsstücken, die sie nach Hause nahmen. Erwartungen hatten sie im Vorfeld keine. «Es kommt ja sehr darauf an, wer alles Kleider bringt», so von Felten. Wenn die Grösse nicht passe oder die Kleidungsstücke überhaupt nicht zum eigenen Stil entsprechen würden, sei es schwierig. Von Felten hatte Glück und fand einen blauen Wintermantel, der ihr gefiel. «Aber auch wenn man selbst nichts findet, haben vielleicht andere Freude an dem, was man mitgebracht hat», sagt die Winznauerin.

Zwei Kleidertausch-Events pro Jahr

Die Organisatorinnen möchten den Kleidertausch auch zukünftig jeweils im April und im November anbieten. «Die Idee ist, dass die Leute vorausdenken», so Organisatorin Mackuth. Im April bringen die Leute also idealerweise schon die Sommerkleider mit, die im letzten Sommer im Schrank blieben. Allzu gross sollte der Kleidertausch allerdings nicht werden, da die Platzverhältnisse im Familienzentrum beschränkt sind. Die Werbetrommel wird deshalb nicht gross gerührt, vieles läuft über Mundpropaganda.

Die Platzverhältnisse sind auch ein Grund, warum der Kleidertausch nur für Frauen gedacht ist. Da Garderoben fehlen, ziehen sich die Frauen direkt in den Räumlichkeiten um, was bei einem gemischten Tausch nicht möglich wäre. Das Interesse sei aber bisher aber auch nicht spürbar gewesen, so die Organisatorinnen. «Wir warten noch etwas auf die Initiative und das Interesse der Männer», so Mackuth. Vorerst können sich also nur die Frauen den 26. April 2019 in den Kalender eintragen. Denn dann findet der nächste Kleidertausch am Mühleweg 11 statt.