Däniken
Ein Stück Geschichte zu Boden gerissen: 500 Jahre alter «Zehnten-Spycher» ist passé

Fast 500 Jahre lang stand er da, jetzt ist er weg: der «Zehnten-Spycher» an der Hauptstrasse zwischen Däniken und Gretzenbach.

Rebekka Balzarini
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Der "Zehnten-Spycher" an der Haupstrasse in Däniken, wie er sich zuletzt präsentierte.

Der "Zehnten-Spycher" an der Haupstrasse in Däniken, wie er sich zuletzt präsentierte.

Zur Verfügung gestellt

Dort, wo zuvor der Speicher stand, bleibt noch ein steiniger Platz zurück. Und ein paar Erinnerungen. Am 19. Juni fingen die Abriss-Arbeiten an, am 21. Juni war von dem alten Speicher nichts mehr zu sehen. In nur zwei Tagen verschwand damit ein Stück Geschichte, um das jahrelang gerungen wurde.

Denn: Es gab durchaus Bemühungen, das alte Gebäude zu retten. Von den wenigen erhaltenen Steinspeichern im Kanton Solothurn galt der Däniker Zehntenspeicher nämlich als ältestes Exemplar. Deshalb wurde er vom Kanton als wichtiges Kulturdenkmal eingestuft, und im Jahr 1943 unter kantonalen Denkmalschutz gestellt. Weil der Zerfall immer weiter fortschritt, bemühten sich Bürger und die Gemeinde, eine alternative Nutzung für den Speicher zu finden.

Der Zerfall setzte ein

Das sei aber nicht möglich gewesen, so Monika Kammermann, die den Speicher zusammen mit ihrem Mann besass. Zu unzweckmässig sei die Raumteilung des Speichers gewesen, zu unpraktisch die Lage direkt an der Hauptstrasse. Und die Kosten für eine Umnutzung wären hoch gewesen; rund eine halbe Million Franken hätte ein Umbau gekostet, erinnert sich Kammermann. Deshalb stellten sie und ihr Mann ein Abbruchgesuch.

Der kantonale Denkmalschutz prüfte darauf hin, ob der Denkmalschutz für den Speicher noch sinnvoll sei. Und er kam zum Schluss: Nein. Denn neben dem schlechten Zustand habe «das historische Gebäude seine ursprünglich authentische Situation vollständig eingebüsst, es steht isoliert und unmittelbar an der viel befahrenen Landstrasse und ist von architektonisch anspruchslosen Neubauten umgeben», so schrieb die Denkmalpflege an den Regierungsrat.

Am 28. März hob dieser daraufhin den Denkmalschutz auf. Und versetzte dem Speicher den Todesstoss.

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