Umzug
Ein neues Zuhause für 5'000 Kostüme: Dullikerin zieht mit ihrem Kostümverleih ins «Wollehus»

Nadja Zeller zieht mit ihrem Kostümverleih innerhalb von Dulliken um. Neu ist sie an der Bahnhofstrasse 6 zu finden.

Fabio Baranzini
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Hat im ehemaligen «Wollehus» in Dulliken das ideale Zuhause für ihre Kostüme gefunden: Nadja Zeller.

Hat im ehemaligen «Wollehus» in Dulliken das ideale Zuhause für ihre Kostüme gefunden: Nadja Zeller.

Fabio Baranzini

Die ersten Regale und Kleiderständer sind bereits eingeräumt. Am Boden stapeln sich aber noch viele gefüllte Kisten und Kartons, daneben liegen Werkzeuge und Tablare. Aktuell herrscht noch ein ziemliches Chaos auf den knapp 100 Quadratmetern Ladenfläche an der Bahnhofstrasse 6 in Dulliken.

Das ist auch völlig logisch, denn Nadja Zeller steckt in diesen Tagen mitten in den Zügelarbeiten ihres Kostümverleihs. Während den letzten vier Jahren war das Geschäft an der Niederämterstrasse 20 beheimatet. Dort soll aber schon bald ein neues Fitnesscenter seine Türen öffnen und so musste sich Nadja Zeller ein neues Zuhause suchen für Ihren Kostümverleih.

Das «Wollehus» – ein Glückstreffer

Fündig geworden ist die Dullikerin an der Bahnhofstrasse 6 im ehemaligen «Wollehus». «Ich hatte noch ein paar andere Räumlichkeiten in Dulliken angeschaut, aber das waren zumeist Lagerhallen und nicht Ladenflächen. Und die Miete war praktisch immer zu hoch. Das Wollehus ist ein absoluter Glückstreffer für mich», sagt Nadja Zeller, die den Kostümverleih seit fünf Jahren führt.

Rund die Hälfte des Materials hat sie bereits gezügelt. Der Rest soll bis Ende der nächsten Woche folgen. Insgesamt besitzt Nadja Zeller rund 5'000 verschiedene Kostüme für Fasnacht, Halloween, Samichlaus und Oktoberfeste. Auch verschiedenste Tierkostüme – darunter sogar eine Schnecke mit Haus auf dem Rücken – sowie Outfits aus allen Jahrzehnten seit den 20ern können ausgeliehen werden. Hinzu kommen noch verschiedenste Accessoires wie Perücken, Masken, Hüte oder Augenlinsen.

Der Aufwand fürs Zügeln ist also beträchtlich. «Zum Glück habe ich immer ein paar fleissige Helfer, die mich unterstützten. Aber es gibt auch so viel zu tun», sagt Nadja Zeller, die den Kostümverleih neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit in der Gastronomie führt.

Grosse Konkurrenz von Onlineshops

Der Kostümverleih ist für sie ein Hobby. Finanziell lohnt sich ihr Engagement kaum. «Ich kann von dem Geschäft bei weitem nicht leben. Wenn es gut läuft, halten sich Einnahmen und Ausgaben mehr oder weniger die Waage», sagt sie. Doch darum geht es der gelernten Textilverkäuferin auch nicht. «Ich mag die verschiedenen Materialen und arbeite gerne damit. Und ich verkleide mich gerne – auch wenn ich selber keine Fasnächtlerin bin. In erster Linie möchte ich aber, dass man bei mir die Kostüme zu einem günstigen Preis ausleihen kann.»

Und dieses Vorhaben hat sie umgesetzt. Ab 15 Franken pro Tag kann man bei Nadja Zeller ein Kostüm ausleihen. Der Preiszuschlag für eine Ausleihe während einer ganzen Woche beträgt 10 Franken. «Ich weiss, dass meine Preise im Vergleich zu anderen Kostümverleihen sehr günstig sind. Aber trotzdem kann ich preislich nicht mit der Konkurrenz von Onlineshops wie beispielsweise Wish mithalten», sagt Zeller. «Die Leute sehen leider oftmals nicht, wie viel Arbeit hinter einem Kostümverleih steckt.»

Und der ist in der Tat beachtlich. Die Kostüme müssen nach dem Gebrauch gewaschen und zumeist gebügelt werden. Hin und wieder sind auch kleine Näharbeiten nötig. Hinzu kommt das korrekte Lagern der Kostüme und Accessoires. Dies Arbeit kann ganz schön viel Zeit fressen.

Nach der Fasnacht verbringt Nadja Zeller beispielsweise rund zwei Wochen nur mit dem Waschen der Kostüme. In den letzten Monaten hielt sich der zeitliche Aufwand von Nadja Zeller allerdings in Grenzen. Weil wegen Corona praktisch keine grösseren Partys und Veranstaltungen mehr stattfanden, lief auch in ihrem Kostümverleih wenig bis gar nichts. Deshalb kann man derzeit auch nur auf Termin Kostüme ausleihen.

Aber auch sonst möchte Nadja Zeller in näherer Zukunft kürzertreten. «Ich möchte den Kostümverleih gerne noch drei, vier Jahre weiterführen. Dann aber wird Schluss sein. Daher beginne ich bereits jetzt, meine Kostüme zu verkaufen, denn einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin werde ich kaum finden.»

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