Dulliken

Ein neues Kapitel im Kiesabbau beginnt

Neue Partner für den Kiesabbau: Dullikens Bürgergemeindepräsident Matthias Weidmann (Mitte) mit Daniel Huwiler (rechts), Technischer Direktionsleiter der Strabag Schweiz, und Guido Villabruna, der bei der Strabag als Ansprechperson für die Kiesgrube Dulliken zuständig sein wird.

Neue Partner für den Kiesabbau: Dullikens Bürgergemeindepräsident Matthias Weidmann (Mitte) mit Daniel Huwiler (rechts), Technischer Direktionsleiter der Strabag Schweiz, und Guido Villabruna, der bei der Strabag als Ansprechperson für die Kiesgrube Dulliken zuständig sein wird.

Die Bürgergemeinde und die Strabag AG inszenierten die «erste Baggerschaufel» der neuen Abbau-Etappe in der Kiesgrube im Hard.

Auf den Hügeln der Umgebung lag der erste Schnee: Das konnte die Bauunternehmung Strabag AG und die Bürgergemeinde Dulliken gestern Montag nicht davon abhalten, bei bester Laune die erste Baggerschaufel der neuen Abbau-Etappe in der Kiesgrube im Hard zu feiern. Innert der nächsten zehn Jahre kann die Strabag im Hard 800 000 m3 Kies abbauen und
1 Million m3 sauberes Material auffüllen – der Vertrag beinhaltet auch die Auffüllung derzeit bereits offener Grubenbereiche und Wege.

Die Zusammenarbeit von Bürgergemeinde und Strabag ist neu. Die bisherigen Etappen im Hard waren von der Aarekies Olten-Aarau AG abgebaut worden, die zur Jura Holding AG, Aarau, und damit zum irischen Baustoffkonzern CRH gehört.

Im Januar 2015 schrieb die Bürgergemeinde jedoch die nächste Etappe öffentlich aus – und Strabag Schweiz, Teil des europäischen Bautechnologiekonzerns Strabag mit Hauptsitz in Wien, machte offenbar das beste Angebot. Vor einem Jahr, am 30. November 2015, erteilte ihr die Bürgergemeindeversammlung einstimmig den Zuschlag.

Kies für einen Umkreis von 30 km

«Für Strabag ist das ein Meilenstein in der Umsetzung unseres Konzepts zum Kiesabbau in allen Teilen der Schweiz», freute sich gestern Daniel Huwiler, Vorsitzender der Strabag AG Schweiz (Schlieren) und Technischer Direktionsleiter, in seiner Ansprache anlässlich der symbolischen ersten Schaufel.

Dank der Kiesgruppe Dulliken könne Strabag künftig den Eigenbedarf ihrer lokalen Vertretungen im Kanton Solothurn (Olten, Oensingen, Subingen) decken und Kies an Dritte verkaufen. Voll bereit sein will sie auf den Start der Bausaison 2017. Huwiler sieht das Absatzgebiet für Dulliker Kies in einem Umkreis von bis zu 30 Kilometern in den Kantonen Aargau, Baselland und Solothurn. Parallel zum Ausbau will Strabag die Grube kontinuierlich wieder auffüllen und rekultivieren.

Die österreichische Herkunft des Mutterhauses Strabag habe bei der Bürgergemeinde zunächst Zurückhaltung und Fragen ausgelöst, berichtete Huwiler: «Müssen wir künftig für Verhandlungen nach Wien reisen?», hätten sich die Dulliker Bürger gefragt.

«Seither haben sie jedoch feststellen können, dass unsere Leute in der Schweiz arbeiten.» Viel zum Vertrauen beigetragen habe ein Besuch in der Strabag-Kiesgrube in Bürglen TG, wo die Dulliker die Abbau-Philosophie der Strabag kennenlernten, aber auch mit Bauern der Umgebung reden konnten.

Auffüllungskonzept überzeugte

Das bestätigte gestern auch Bürgergemeindepräsident Matthias Weidmann: «Die Kiesgrube in Bürglen ist sauber und geordnet, das hat uns beeindruckt.» Das Wiederauffüllungskonzept der Strabag sei ein Grund für den Zuschlag gewesen. Die Bürgergemeinde sei überzeugt, dass sie den richtigen Partner gewählt habe.

Der heutige Umgang mit der Sicherheit oder der Umgang mit dem Material für die Auffüllung seien nicht mehr vergleichbar mit Kiesgruben, an die er sich aus seiner Jugend im unteren Aaretal erinnere.

Wie Weidmann gegenüber dieser Zeitung erklärte, handelt es sich bei der an Strabag vergebenen Etappe um die letzte im Eigentum der Bürgergemeinde Dulliken. Nach Auffüllung und Rekultivierung entsteht wieder Landwirtschaftsland. Vereinbarungsgemäss werde die Bürgergemeinde nach Abschluss des Abbaus das von ihr zum Zweck des Kiesabbaus zugekaufte Land wieder an die früheren Eigentümer abtreten.

Strabag-Chef Daniel Huwiler geht für Dulliken von einem jährlichen Abbau von 60 000 m3 Kies aus. Das ergibt etwa 6000 Lastwagenfahrten pro Jahr. Die Zu- und Wegfahrt erfolgt über die bestehende Betonpiste, die nur etwa 100 Meter südlich der Kantonsstrasse (Niederämterstrasse) in die Hardstrasse mündet.

Im Normalbetrieb werden zwei Personen in der Kiesgrube arbeiten. Als Ansprechperson bezeichnet die Strabag Guido Villabruna, der bisher als technischer Gruppenleiter bei der Niederlassung in Olten arbeitete und künftig noch in einem Teilzeitpensum für Strabag im Einsatz sein wird.

Aufseiten der Bürgergemeinde Dulliken wird in der nächsten Amtsperiode, mit dem Übergang zum Ressortsystem nach den Wahlen vom Frühjahr 2017, ein Mitglied des Bürgerrats für das Ressort «Kies» zuständig sein.

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