Stüsslingen
Ein Neubau ersetzt das 100-jährige Reservoir

Nach einem Jahr Bauzeit wird das neue Wasserreservoir Anfang Mai in Betrieb genommen.

Silvana Schreier
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Neubau Reservoir Aengi, Stüsslingen

Neubau Reservoir Aengi, Stüsslingen

Bruno Kissling

Die Arbeiten für den Neubau des Wasserreservoirs in Stüsslingen sind im Endspurt. Während die Elektriker im Gebäude drin die Kabel verlegen und die Wasseraufbereitungsanlage an den Strom anschliessen, werden einige Hundert Meter weiter in Richtung Dorf die neuen Steuerkabel verlegt. 2,3 Millionen Franken kostet der Neubau inklusive der neuen Wasserleitungen.
Kurt Bieber, Präsident der Stüsslinger Wasserkommission, führt diese Zeitung durch die fast fertige Anlage an der Hauptstrasse 78. Der Baustart des Neubaus fand im April 2018 statt. Im Winter konnten dann die Betonarbeiten abgeschlossen werden. Seither sind die Arbeiter mit dem Innenausbau beschäftigt. «Wir sind im Plan», sagt Bieber. Zuvor sorgte eine Einsprache für eine Verzögerung beim Verlegen der neuen Wasserleitungen. Der Kanton musste die Einwände behandeln. Mittlerweile wurde grünes Licht gegeben.

Reservoir wird wieder begrünt

Der Neubau ersetzt das über 100-jährige Reservoir Ängi, das aufgrund der langen Mängelliste nicht mehr saniert werden konnte (wir berichteten). Noch wird das alte Reservoir genutzt, die Wasserkammern sind mit 100 Kubikmeter Wasser gefüllt. Da sich im Mauerwerk aber tiefe Risse befinden, wird der Bau bald abgerissen.
Das neue Reservoir befindet sich direkt neben dem alten. In seinen beiden Wasserkammern werden künftig je 200 Kubikmeter Wasser Platz haben. Ausserdem wird eine Wasseraufbereitungsanlage eingebaut, die auf dem Verfahren der Membranfiltration beruht. Das heisst: Das Quellwasser fliesst zuerst in ein Auffangbecken. Von dort durchläuft das Wasser die Aufbereitungsanlage und wird anschliessend in die Kammern gepumpt. Die vier eingefassten Quellen liefern zwischen 80 und 350 Liter Wasser pro Minute.
Die Gesamtmenge von 400 Kubikmetern Wasser wird jedoch nicht nur für den Trinkwasserverbrauch benötigt. Bieber: «Der Wasserstand darf nie ein gewisses Niveau unterschreiten. Denn diese Reserve brauchen wir als Löschwasser.» Trotzdem wechselt sich das Wasser jeden Tag aus: Die Menge, die morgens eingespeist wird, ist abends bereit wieder verbraucht, erklärt Bieber. Sollte das gespeicherte Wasser im neuen Reservoir etwa aufgrund eines Grossbrandes mal nicht ausreichen für die Versorgung der Gemeinde, kann Stüsslingen jederzeit auf die Wasservorräte von Niedergösgen zurückgreifen. «Wir haben einen Vertrag mit der Gemeinde, dass wir 100 Prozent unseres Verbrauchs von dort beziehen können», so Bieber.
Noch sticht das neue, graue Reservoir aus der Umgebung heraus. Vor dem Neubau wurde die grüne Wiese von Schotter überdeckt. Das werde sich nach der Beendigung der Bauarbeiten wieder ändern: «Der Bau wird anschliessend wieder von einer Naturwiese überdeckt sein, die von Landwirten bewirtschaftet wird», erklärt Bieber.
Wie angekündigt nimmt das Reservoir im Frühling 2019 seinen Betrieb auf. Bieber: «Am 8. Mai werden wir die Wasserleitungen an das neue Reservoir anschliessen.» Der Vorgang wird für die Stüsslinger Bevölkerung kaum bemerkbar ausgeführt: Da die Leitungen zu den vier Wasserquellen bereits vorhanden sind, gibt es laut Bieber keinen Versorgungsunterbruch. Sobald die Wasserproben und Tests positiv ausfallen, beginnt dann die nächste Phase: Das alte Reservoir Ängi wird abgerissen. An seiner Stelle sollen wieder Wald entstehen.