Trimbach
Ein Lokalmatador will beim 25000 Dollar-Turnier gross aufspielen

Trotz sehr starker Konkurrenz möchte der Dulliker Luca Giacomelli beim mit 25000 Dollar dotierten Profiturnier in seiner Heimhalle in Trimbach den Sprung ins Hauptfeld schaffen.

Fabio Baranzini (Text und Foto)
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Der 19-jährige Luca Giacomelli aus Dulliken (ATP 1781) hofft, diesmal im Qualifikationsturnier den Sprung ins Hauptfeld zu schaffen.

Der 19-jährige Luca Giacomelli aus Dulliken (ATP 1781) hofft, diesmal im Qualifikationsturnier den Sprung ins Hauptfeld zu schaffen.

Fabio Baranzini

Die dritte Ausgabe des ITF-Future Profiturniers in Trimbach ist so stark besetzt wie nie zuvor. Yann Marti, der mit dem TC Froburg Trimbach im letzten Sommer den Interclub Schweizer-Meister-Titel in der Nationalliga A gewonnen hatte und im Vorjahr beim Profiturnier als Nummer 1 gesetzt war, wird in diesem Jahr wohl kaum zu den Top 8 des Turniers zählen. Und dies obwohl er im Ranking nur unwesentlich schlechter klassiert ist als vor einem Jahr.

Grund für das deutlich stärker besetzte Teilnehmerfeld ist das um 10 000 Dollar höhere Preisgeld. Dieses beläuft sich auf total 25 000 Dollar. Dies ist einer Regeländerung des internationalen Tennisverbandes ITF zu verdanken, der mit höheren Preisgeldern dafür sorgen will, dass sich die finanzielle Situation für die Spieler in den hinteren Ranglistenregionen etwas entspannt.

Der Sieger des Turniers erhält wie im Vorjahr 27 ATP-Punkte, dafür gibt es deutlich mehr Preisgeld – nämlich 3600 Dollar statt wie im Vorjahr 2160 Dollar. Topfavorit auf den Titel ist der Schweizer Henri Laaksonen (ATP 182), der als einziger Vertreter aus den Top 200 in Trimbach an den Start gehen wird und diese Woche beim ATP-Turnier von Memphis überraschend die zweite Runde erreicht hat. Seine nominell stärksten Konkurrenten sind der Kanadier Frank Dancevic (ATP 226) – ehemals die Nummer 65 der Welt – und Uladzimir Ignatik (ATP 228) aus Weissrussland.

Der Glaube an den Exploit

Aufgrund des stärkeren Teilnehmerfeldes ist auch das Qualifikationsturnier, das morgen beginnt, stärker besetzt. Dennoch haben es erfreulicherweise mehrere regionale Spieler geschafft, sich einen Platz in der Qualifikation zu ergattern. Einer davon ist Luca Giacomelli (ATP 1781). Der 19-Jährige, der seit rund sechs Jahren in Trimbach trainiert, ist im Vorjahr erst in der letzten Qualifikationsrunde knapp gescheitert. Diesmal will er es besser machen. «Auch wenn die Konkurrenz um einiges stärker ist, glaube ich, dass ich den Sprung ins Hauptfeld schaffen kann. Dafür muss vor allem der Kopf stimmen, ich darf auf keinen Fall ängstlich spielen», sagt Giacomelli.

Grösseren Druck, vor eigenem Publikum anzutreten, verspürt der Dulliker hingegen keinen. «Ich probiere einfach, so gut wie möglich zu spielen. Es ist für mich sicher ein Vorteil, dass ich in Trimbach spielen kann, wo ich jeden Platz und jede Ecke genau kenne. Zudem kann ich zu Hause schlafen, das ist natürlich Luxus.»

Neben Giacomelli haben es mit Philipp Ziersch (ATP 1780), der ebenfalls in Trimbach trainiert, und Luca Keist (ATP 1603) zwei weitere regionale Vertreter aufgrund ihres Rankings direkt in die Qualifikation geschafft. Ob auch der Hägendörfer Timo Lanz und der in Trimbach trainierende Dario Huber einen Platz in der Qualifikation ergattern können, wird sich wohl erst heute Freitagabend beim offiziellen Einschreiben zeigen. Momentan stehen beide noch auf der Warteliste. Sollten sie ebenfalls antreten können, müssen sie wie alle anderen regionalen Vertreter gleich mehrere stärker eingestufte Spieler schlagen, um sich einen Platz im Hauptfeld zu erkämpfen.

Kids Day am Mittwoch

Nach den ATP-Events in Basel, Gstaad und Genf ist das Turnier in Trimbach gemeinsam mit demjenigen von Oberentfelden, das morgen Samstag zu Ende geht, das viertgrösste Profiturnier der Schweiz. Entsprechend hoch ist der sportliche Stellenwert des Turniers – vor allem für den Nachwuchs.

Doch für OK-Präsident Marc Thommen gibt es noch einen weiteren Grund, das Turnier – für das er und sein Team einen grossen zeitlichen und finanziellen Aufwand auf sich nehmen – zu organisieren: «Wir hoffen, dass wir den einen oder anderen Zuschauer mit dem gebotenen Spitzentennis dazu bringen können, selber zum Racket zu greifen», sagt Thommen.

Daher findet am kommenden Mittwoch im Rahmen des Profiturniers erstmals ein Kids Day statt, mit dem die Organisatoren die Jüngsten für den Tennissport begeistern wollen.

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