Angesprochen werden Schüler und Schülerinnen der Unterstufe (7 bis 9 Jahre) wie auch der Mittelstufe (10 bis 12 Jahre).

Innerhalb von fünf Lektionen à 80 Minuten sollen das Selbstvertrauen, die Selbstbehauptung und verschiedene Formen der Selbstverteidigung gestärkt werden. Es gehe vor allem darum, dass die Kinder lernen, was Gewalt ist.

Differenziert wird zum Einstieg zwischen verbaler und physischer Gewalt. Die Kleinen sollen wissen, Gewalt entsteht nicht erst dann, wenn die Fäuste fliegen. Auch Mobbing ist eine Form der Gewalt, die im Kurs thematisiert wird.

In der heutigen Zeit findet Mobbing längst nicht mehr nur auf dem Pausenplatz statt, sondern hat sich bereits auf Handys und Computer geschlichen. Unterschieden wird ausserdem auch zwischen Gewaltsituationen Kind gegen Kind oder Kind gegen Erwachsene.

«Sie lernen, wie sie sich gegenüber anderen Kindern zu verhalten haben und wie sie sich gegenüber Erwachsenen verhalten sollten. Gewalt kann schliesslich auch von einem Erwachsenen kommen, sei es zu Hause oder auf der Strasse», erklärt Jann Bernhard, Gründer der «Sternekita».

Klares Ziel des Kurses: die gewaltfreie Konfliktlösung. Gewalt darf nicht die Antwort auf Gewalt sein, denn wie Jann Bernhard es so schön sagt: «In Schlägereien gibt es fast immer nur Verlierer.»

In die Welt gerufen haben den Kurs Tomas und Daniela Richter, Leiter des Schweizerischen Instituts für Gewaltprävention. Ergeben hat sich die Zusammenarbeit zwischen der «Sternekita» und dem SIG im Frühling 2013 in Zofingen. Kurz nach der Eröffnung des Zofinger Standortes wurde ein Leiter des SIG auf sie aufmerksam und sprach Bernhard und sein Team an.

Für den «Sternekita»-Gründer war von Anfang an klar: «Selbstverständlich hatten wir Interesse an einer Zusammenarbeit. Die Idee des Gewaltpräventionskurses lässt sich vereinbaren mit dem, was wir den Kindern in unserer Kita weitergeben wollen.»

In Zofingen wurde der Kurs zur Gewaltprävention bereits dreimal erfolgreich durchgeführt. Die jeweils zirka 20 Plätze pro Kurs waren besetzt und die Feedbacks fielen ausschliesslich positiv aus. Gratis sind die Kurse nicht, schliesslich müssen die Raummiete, das Leiterpersonal und die Flyer bezahlt werden.

Einen Gewinn sackt dabei niemand ein: «Wir wollen damit kein Geld verdienen. Es geht darum, dass die Kinder profitieren.» Bernhard fährt weiter: «Es ist eine gute Sache. In der Schule wird das Thema Gewalt zwar thematisiert, oft aber erst später in der Mittelstufe.»

Kinder lernen schnell und seien mit fünf Lektionen bestens bedient. Das Gelernte werde zukünftig Anwendung finden, ist Bernhard, zweifacher Vater, überzeugt: «Meine beiden Söhne nahmen vor zwei Jahren ebenfalls am Kurs teil. Es ist beeindruckend, wie das Gelernte an ihnen haften blieb. Bis heute verhalten sie sich noch so, wie sie es im Kurs gelernt haben, auch wenn sie untereinander Zoff haben.»

Die Gründe, weshalb Eltern ihre Sprösslinge zum Kurs anmelden, sind, weil ihre Kinder bereits selbst Opfer von Gewalt wurden oder umgekehrt, weil diese mit ihrer aggressiven Art selbst Gewalt verursachen.

So oder so: «Die Eltern wollen dem vorbeugen», schätzt Bernhard und hofft, dass sich viele für den Kurs in Trimbach anmelden. Start des Kurses ist der 25. November.

Auf die Freizeit der Kids achten die Leiter: Die fünf Lektionen (Mittwochnachmittag) finden verteilt auf ungefähr drei Monate statt. Die Kinder sollen sich Zeit lassen, um das Gelernte zu verarbeiten.

Unklarheiten und Fragen, die sich in den Wochen zwischen den Lektionen bilden, können beim nächsten «Training» angesprochen und geklärt werden.