Obergösgen

Ein Haus, das aus der Asche aufersteht: Anstelle von Stall soll Mehrfamilienhaus entstehen

Das Bauernhaus, das im Juli brannte, ist im jetzigen Zustand nicht mehr bewohnbar.

Das Bauernhaus, das im Juli brannte, ist im jetzigen Zustand nicht mehr bewohnbar.

Das Bauernhaus in Obergösgen, das im Juli in Flammen aufging, soll teilweise abgebrochen werden. An der Stelle des Stalles soll ein Mehrfamilienhaus entstehen.

Das Bauernhaus an der Aarauerstrasse in Obergösgen, das vergangenen Juli den Flammen zum Opfer fiel, soll wieder errichtet werden. Das bestätigt die Eigentümerin Ingrid Wanner. Dem Brand, der aufgrund eines technischen Defekts in einer elektrischen Installation ausgebrochen war, war ein über mehrere Tage andauernder Glimmbrand in der Zwischendecke des Gebäudes vorausgegangen. Er erfasste den Dachstock des alten Bauernhauses und breitete sich rasch auf das restliche Gebäude aus. Der Sachschaden liegt laut Wanner bei rund 1,3 Millionen Franken.

Abbruch wegen Gefahrenschutz

Das rund 150 Jahre alte Bauernhaus, nunmehr nur noch ein Skelett, gehörte zu den ältesten Gebäuden im Ort. Für den Wiederaufbau soll es vorgängig nicht komplett abgerissen werden. Wanner zufolge ist geplant, lediglich etwa 70 Prozent des Hauses abzubrechen. Rund 30 Prozent der Bausubstanz, die noch brauchbar sei, würden stehen gelassen.

Den Teilabbruch erklärt Wanner mit der Tatsache, dass so viel wie möglich von der Liegenschaft erhalten werden und in das neue Projekt einfliessen soll. Das Bauernhaus soll sich mit seinem ursprünglichen Charme wieder in das Ortsbild von Obergösgen einfügen. Der beschädigte Hausteil soll ausserdem aus Gründen des Gefahrenschutzes abgebrochen werden, da sich Elemente lösen und herunterfallen könnten.

Mehrfamilienhaus geplant

Die Kosten für den Abbruch beziffert Wanner mit 150 000 Franken. Für den Wiederaufbau des Gebäudes rechnet sie mit Auslagen im mehrstelligen Millionenbereich. Abgebrochen würden gemäss Wanner stallseitig das Dach- und das Erdgeschoss. Lediglich die Nord- sowie die Ostwand im Untergeschoss würden stehen gelassen. Wohnseitig sollen die West- wie auch die Nordwand mit dem Gewölbekeller erhalten bleiben.

Es sei nicht geplant, den Stall wieder aufzubauen. Stattdessen soll mit dem Wiederaufbau ein Mehrfamilienhaus entstehen. Dessen Fassade solle wieder «mehr oder weniger» dem Originalzustand angeglichen werden. Wo vorher zwei Wohnungen und ein Ladenlokal existierten, sollen neu mehrere Wohnungen entstehen. Die Anzahl der Appartements wird auf der Basis einer Vorstudie festgelegt werden.

Einzug im Frühling 2019?

Derzeit liegt das Abbruchgesuch bei der Gemeindeverwaltung Obergösgen auf. Die Einsprachefrist läuft noch bis zum 20. Oktober. Sobald die Abbruchbewilligung erteilt sei, würden Vorstudien für die Gemeinde und den Kanton ausgearbeitet, so Wanner. Bleiben die Einsprachen aus, würden die Vorstudien im November erstellt und der Abbruch wohl bis Ende Jahr vollzogen.

Geplant sei, zwischen Frühling und Sommer 2018 mit dem Wiederaufbau des Gebäudes zu beginnen. Ziel sei, den Rohbau bis im Winter 2018 fertigzustellen. Der Einzugstermin für die Eigentümer und allenfalls die neuen Mieter ist auf Frühling 2019 angedacht.

«Schöner schenken» wieder offen

Die Mutter und die Schwester der Eigentümerin, die zuvor je eine Wohnung im Bauernhaus bewohnten, leben derzeit in Mietwohnungen in Obergösgen. Beide wollen später in das neue erstellte Mehrfamilienhaus einziehen.

Blumenladen nach Brand wiedereröffnet

Blumenladen nach Brand wiedereröffnet

Mitte Juli zerstörte ein Vollbrand in Obergösgen das Blumengeschäft von Susanne Roppel. Heute feiert die Inhaberin die Wiedereröffnung ihres Ladens.

Susanne Roppel, die Mieterin des vormals im Bauernhaus einquartierten Ladenlokals, hat ihr Geschäft «Schöner schenken» an anderer Stelle wieder einrichten können. An der Schachenstrasse 2 in Obergösgen hat ihr Laden eine neue Bleibe gefunden.

Das leer stehende Lokal, wo der verstorbene Rolf Sommer zuvor die Weinhandlung «Sommer Weine» führte, hat sie seit Mitte Juli sanft renoviert. Wie Roppel sagt, sei in ihrem Geschäft alles beim Alten geblieben – «ausser der Adresse». Es ist ab heute wieder geöffnet.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1