In der Bauernstube gehts drunter und drüber: Die Schwestern Trudi und Rösli sollen in einem Werbefilm für eine wundersame Schönheitscrème mitspielen. Filmcrew und Schauspielerin stellen den Hof auf den Kopf, die Nachbarn wittern die Chance auf einen grossen Fernsehauftritt und sogar der Kuhhändler wird in das Chaos verwickelt.

«Ein unglaublich lustiges Stück, das viel Raum für Kreativität lässt», freut sich Schauspielerin und Regisseurin Maya Gmür. Dies sei besonders wichtig für ein gelungenes Theater. Alle sollen sich mit einbringen und so reden können, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.

Nur so könne die Rolle wirklich gelebt werden und wirke nicht gespielt, meint die Trimbacherin mit Lostorfer Wurzeln. «Ein gutes Laientheater soll ein Gesamtwerk sein, an dem alle ihren Anteil haben.»

Dies widerspiegelt sich auch in der Gestaltung des Bühnenbildes: Jeder und jede bringt etwas von Zuhause mit, bis sich ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Gmür ist Gründungsmitglied des Vereins und führt seit jeher Regie. «Nur Regisseurin möchte ich aber nicht sein», meint sie. «Deshalb übernehme ich immer wieder eine kleine Rolle.»

Spiegel der Gesellschaft

Auch Gregor Schenker gefällt es, als Abwechslung zum Alltag in eine andere Rolle zu schlüpfen. «Ich finde es spannend, wie die Theaterstücke, wenn auch sehr überspitzt, der Gesellschaft den Spiegel vorhalten.» Das aktuelle Stück dreht sich um den Schönheitswahn, und wie einem von der Kosmetikindustrie oftmals falsche Versprechungen gemacht werden.

Schenker spielt den Erfinder der Wundercrème, von der sich die beiden Bäuerinnen so viel versprechen. «Er ist scheu, zurückhaltend und ein wenig verstaubt, es fiel mir nicht schwer, mich in die Rolle hineinzuversetzen.»

Am vergangenen Wochenende liefen die Proben in der Dreirosenhalle Lostorf auf Hochtouren, es ging um den letzten Schliff. Gregor Schenker steht als Wissenschaftler Hasenfratz in der Bauernstube und wirkt in dem ganzen Trubel ziemlich verloren.

Maya Gmür, als Nachbarbäuerin mit Rüschenschürze, ist stets in Bewegung, vor, hinter und auf der Bühne. Der eine oder andere Versprecher ist noch zu hören, hier und da ein ungewollter Lacher, ansonsten sitzen die Texte. Morgen Mittwoch geht es los mit der öffentlichen Hauptprobe.

Männer auf die Bühne

Wie für viele Vereine ist es auch für die Lostorfer Laienbühne nicht einfach, neue Mitglieder zu finden. Im Moment herrsche vor allem ein Mangel an Männern und jungen Nachwuchsschauspielerinnen, so Maya Gmür. Der Aufwand mit den Proben und dem Auswendiglernen der Texte sei vielen neben der beruflichen Belastung zu viel, meint Gregor Schenker.

Gmür und Schenker gönnen sich in der anstrengenden Vorstellungszeit keine Ferien. Dennoch glauben beide an die Zukunft des Laientheaters: «Wir sind wie eine grosse Familie und haben immer sehr viel Spass zusammen.» Auch dem Publikum gefällts, denn meist spielen sie vor vollen Sälen und ziehen Zuschauer aller Altersgruppen an, die sich freuen, einen Abend lang in die grosse Theaterfamilie aufgenommen zu werden.