Bereits das dritte Jahr in Folge konnte am Montag der Obergösger Gemeindeversammlung ein höchst positiver Rechnungsabschluss präsentiert werden. Der Ertragsüberschuss von rund 772 000 Franken ist sowohl einem Mehrertrag der Gemeindesteuern juristischer und natürlicher Personen zuzuschreiben, als auch einem Minderaufwand bei den Sachausgaben und dem Beitrag an die Kreisschule Mittelgösgen.

Nicht nur Einsparungen und Mehreinnahmen, sondern auch «das verantwortungsvolle Mittragen von Verwaltung, Ressortleitern und Kommissionen haben zu diesem positiven Ergebnis geführt», lobte Gemeindepräsident Christoph Kunz. So kommt es auch, dass Obergösgen mit rund 60 Franken die tiefste Pro-Kopf-Verschuldung seit Jahren aufweist. Die erfreuliche Verwaltungsrechnung wurde von den 29 anwesenden Stimmberechtigten einstimmig genehmigt.

Einheitliche Schulzahnpflege

Wie auch in Lostorf, Stüsslingen, Rohr und Winznau musste dieses Jahr in Obergösgen das neue Schulzahnpflegereglement der Gemeindeversammlung vorgelegt werden. Von nun an wird die Kreisschule selbst einen Schulzahnarzt für Schüler der Sekundarschule verpflichten, sodass nicht mehr fünf verschiedene Zahnarzttermine pro Klasse organisiert werden müssen.
Ab dem 1. Januar 2016 sind die Einwohnergemeinden selbst zuständig für die Erteilung von Anlassbewilligungen.

Über das neu erstellte Reglement hatte nun die Gemeindeversammlung zu befinden. Es enthält Informationen über Bewilligungspflicht, Zuständigkeiten, Gebühren und Beschwerdebestimmungen. Befreit von der Gebührenpflicht sind die Einwohner- und Bürgergemeinde Obergösgen, die Kirchgemeinden, ortsansässige Vereine sowie kulturelle und gemeinnützige Organisationen, welche von der Gemeinde finanziell unterstützt werden.

Fehler im Vertrag behoben

Ein weiteres Geschäft der Rechnungsgemeindeversammlung war die Genehmigung des erneuerten Konzessionsvertrags mit der Elektra Obergösgen AG. Es ging dabei vornehmlich darum, falsch dargestellte Besitzverhältnisse richtigzustellen. Im ursprünglichen Vertrag aus dem Jahr 2007 ging vergessen, festzuhalten, dass sich die öffentliche Strassenbeleuchtung Obergösgens im Besitz der Gemeinde, nicht der Elektra befindet.

Da die Gemeinde ohnehin für die Beleuchtungskosten aufkommen muss, wurde die Strassenbeleuchtung kurz vor Vertragsunterzeichnung an die Gemeinde verkauft. Da diese neuen Besitzverhältnisse im damaligen Vertrag fälschlicherweise noch nicht abgebildet waren, musste die erneuerte Version von der Versammlung gutgeheissen werden.

Grossüberbauung ausgesteckt

Zum Schluss konnte der Gemeindepräsident Fortschritte in einigen Bauprojekten vermelden: Das Mitwirkungsverfahren für die Überbauung Steinengasse ist abgeschlossen und die Gebäude sind ausgesteckt. Ein Stimmbürger äusserte sich besorgt über die Höhe der Mehrfamilienhäuser, wurde jedoch von Christoph Kunz darauf hingewiesen, dass dies schon seit langem so kommuniziert worden sei.

Bei der geplanten Sanierung des Ortszentrums mit Kreiselneubauten prüfe man im Moment Umfahrungsmöglichkeiten. Für Kunz passiert diese Sanierung jedoch nicht zu einem idealen Zeitpunkt: «Der Bau des Steinengasse-Quartiers, der neue Kreisel in Trimbach, dazu noch neue Kreisel in Obergösgen.» Es seien laut dem Gemeindepräsidenten schlicht zu viele Projekte gleichzeitig.