Olten/Däniken
Ein etwas anderer Familienbesuch: Oltner reiste durchs chinesische Hochland

Der Oltner Jürg Schlegel erzählte in Däniken von seiner aussergewöhnlichen Reise durch China, die Mongolei und Transsibirien.

Jacqueline Schreier
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Ein Nomadenkind reitet aus.

Ein Nomadenkind reitet aus.

Jörg Schlegel

Das chinesische Hochland, eine Hochzeit nach tibetischer Tradition, das Nomadenleben, die Mongolei, mit der Transsibirischen Eisenbahn durch die Weiten Russlands bis nach Moskau und St. Petersburg. Das sind Destinationen, Erlebnisse und Eindrücke eher aussergewöhnlicher Art. Das dachte sich auch Jolanda Emmenegger, die im Namen der katholischen Kirchgemeinde und der reformierten Kirchenkommission Däniken diesen Vortrag organisiert hat.

Jürg Schlegel aus Olten erzählte am Dienstagabend im katholischen Pfarrsaal den interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern von seiner Reise und zeigte zahlreiche eindrückliche Fotos von seinen Erlebnissen. Das war nicht das erste Mal, dass Schlegel angefragt wurde, über seine Reise zu berichten. Er sei aber bei weitem kein China-Experte oder Reise-Spezialist. «Ich erzähle hier eigentlich nur eine Geschichte», sagt Schlegel.

Jörg Schlegel: «Wir haben nie gedacht, dass wir einmal nach China reisen würden.»

Jörg Schlegel: «Wir haben nie gedacht, dass wir einmal nach China reisen würden.»

zvg

Schlegel reiste gleich zwei Mal, in den Jahren 2011 und 2017, in das chinesische Hochland. Anlass zu dieser Reise war ein Besuch der Verwandten. Die Familie der Schwiegertochter wohnt in einer kleinen Stadt inmitten der weiten und grünen Hügellandschaft Szetschuans. «Wir haben nie gedacht, dass wir einmal nach China reisen würden», erzählt Schlegel. Doch für die Hochzeit des Sohnes und den Besuch der Verwandten wurde die weite Reise in Angriff genommen. Dabei erlebte man Dinge und besichtigte Orte, die für «gewöhnliche» Touristen fremd waren. Schlegel erzählte beispielsweise von einer Wanderung auf einen heiligen buddhistischen Berg, auf den sich eher selten ein Tourist verirrt. «Da sah man keine Weisshäute», sagte Schlegel. Oder er erzählte, wie an der Hochzeit des Sohnes die Gäste dem Brautpaar nach tibetischer Tradition Glücksschals um den Hals legten. Zudem beschrieb Schlegel auch das Nomadenleben, in das er durch den Besuch des Bruders der Schwiegertochter, der in der Hochebene mit seiner Familie als Nomaden lebt, einen Einblick gewinnen konnte.

Nach dem zweiten Besuch im Jahr 2017 nutzten Schlegel und seine Frau die Gelegenheit und reisten auf Umwegen und mit einigen Zwischenstopps zurück. Vom chinesischen Hochland ging es zuerst mit dem öffentlichen Verkehr wieder ins Flachland und von dort mit dem Zug nach Peking. «Man fährt stundenlang durch das weite Land. Wir haben dabei aber kaum Städte berührt», beschreibt Schlegel die Landschaft. Von Peking ging es weiter in die Mongolei. Hier wurde in der Hauptstadt Ulan Bator und am Baikalsee Halt eingelegt.

Weiter ging es mit der Transsibirischen Eisenbahn durch Russland, bis sie in Moskau und schliesslich Sankt Petersburg ankamen. Endstation der weiten Reise. «In drei Wochen haben wir 10'000 Bahnkilometer zurückgelegt», erzählt Schlegel lachend. Er zeigte Fotos von der sich verändernden Landschaft. Von Grünflächen, über Steppen und Wüsten, von Yak-, Rinder- und Schafherden. Auf dieser langen Reise, durch die Weiten Chinas und Russlands erlebt und sieht man so einiges. Für Schlegel ein aussergewöhnliches Erlebnis, und auch die Zuhörer staunten über seine Erzählungen.