Mehr als 350 Jahre hat der Wilmatthof auf dem Buckel. Er liegt versteckt im Grenzgebiet zwischen Trimbach, Winznau und Mahren, inmitten von Feldern und Wäldern. Trotzdem kennt man ihn.

In den vergangenen Jahren meldeten sich gleich mehrere Kaufinteressenten bei der Bürgergemeinde Winznau. Dieser gehört der Hof mitsamt seinem grosszügigen Umschwung seit 1963. Sie wollte die historische Liegenschaft nach dem Tod des damaligen Pächters verkaufen. Trotz der Interessenten konnte bislang kein Kaufvertrag abgeschlossen werden.

Bürgergemeinde Winznau ist Grundeigentümerin

Nun hat sich das Blatt gewendet: Ein Baugesuch, das vergangene Woche im Niederämter Anzeiger veröffentlicht wurde, handelt vom Umbau des Wohnhauses, vom Einbau eines Pferdestalls und vom Abbruch des Schweinestalls.

Als Grundeigentümerin wird die Bürgergemeinde angegeben, die Bauherrschaft liegt bei Marion und Maurice Bastings aus Gretzenbach.

Juraschutzzone dient dem «Schutz vor Verbauung»

«Wir sind sehr froh, dass das Ehepaar den Hof kaufen will», sagt Bürgergemeindepräsident Manfred Guldimann auf Anfrage. Während der zweijährigen Suche nach einem Käufer seien mehrere Interessenten abgesprungen.

Der Grund: Die strengen Auflagen des Kantons Solothurn. Denn der Wilmatthof liegt mitten in der Juraschutzzone. Die Zone wurde 1942 geschaffen, «zum Schutz des Jura gegen die Verbauung mit verunstaltenden Bauten», wie der Kanton im Richtplan schreibt.

Verkauf ist erst nach Baubewilligung möglich

Die schützenden Richtlinien machen die Sanierung des 350 Jahre alten Gebäudes und der Ställe zu einem komplizierten Unterfangen. Zusammen mit dem Architekten Reto Berger hat das Ehepaar Bastings nun aber eine Lösung ausgearbeitet: Die Pläne liegen dem Kanton vor und werden geprüft. Erst wenn die Baubewilligung erteilt wird, können die Bastings der Bürgergemeinde die Liegenschaft — das Land bleibt in deren Besitz — abkaufen.

Marion und Maurice Bastings suchten mehrere Jahre lang nach einer Liegenschaft, in der es auch Platz für ihre drei Pferde hat. Denn bisher lebten die Tiere in gemieteten Ställen in der Umgebung. «Mein Herz gehört den Pferden. Darum will ich sie bei mir zu Hause haben», sagt Bastings, die als Springreiterin unterwegs ist.

Bastings stiessen zufällig auf die Liegenschaft

Zufällig seien sie dann auf den Hof gestossen. Laut den Bauplänen soll ein neues Dach für das Wohnhaus erstellt, der alte Schweinestall abgerissen, neue Pferdeställe mit Auslauf gebaut, die hauseigene Wasserquelle durch Leitungen angeschlossen und das Innenleben des Hofs erneuert werden. Die Aussenansicht des Hauses bleibe jedoch erhalten.

Im Wohnhaus sollen zwei separate Wohnungen auf fast 200 Quadratmetern entstehen: Das Ehepaar wird sich im Obergeschoss einrichten, während Marion Bastings Bruder ins Erdgeschoss zieht. Da er Tetraplegiker sei, werde das Haus rollstuhlgängig gemacht.

Die Veränderungen auf dem Wilmatthof sieht Bürgergemeindepräsident Guldimann positiv: «Sie sind in unserem und im Sinn des Kantons. Mit Einsprachen rechnen wir nicht, da es keine direkten Nachbarn gibt, die betroffen wären.»

«Den längeren Arbeitsweg ist es uns wert»

Baubeginn soll im März sein. Bastings: «Es wäre schön, wenn wir im Dezember dann einziehen könnten. Vielleicht wird es aber auch später.»

Dass der Wilmatthof mitten im Grünen ohne direkte Nachbarn recht abgelegen liegt, stört die Bastings nicht: «Genau danach haben wir ja gesucht. Den längeren Arbeitsweg ist es uns wert.» Und die Stadt Olten sei ja auch nicht so weit weg, meint Bastings.