Lostorf 

Ehemaliger Starcoiffeur will Stall ans Tierschutzgesetz anpassen – darf aber nicht

Der ehemalige Starcoiffeur Hugo Rütimann besitzt den Schlossrütihof in Mahren. Er will den Stall den Vorschriften des Tierschutzgesetzes anpassen, doch das Bau- und Justizdepartement erteilt keine Baubewilligung, da das Grundstück ausserhalb der Bauzone liegt.

Die Schweiz ist bis auf den letzten Blätz in Zonen eingeteilt. Für jede Zone gelten eigene Regeln. In Bauzonen kann gebaut werden, in Landwirtschaftszonen wird das schon schwieriger. Das musste der ehemalige Starcoiffeur Hugo Rütimann feststellen.

Er besitzt in Mahren einen Hof, den er Schlossrütihof nennt. Den Stall mit Platz für neun Pferde hat Rütimann vermietet, die Mieterin betreibt eine Pferdepension. Weil die Grösse der Boxen im Stall nicht mehr den Vorschriften des Tierschutzgesetzes entsprach, entschied sich Hugo Rütimann, den Stall an das Gesetz anzupassen.

«Mir geht es um das Wohl der Tiere und natürlich will ich keinen Stall vermieten, der nicht dem Tierschutzgesetz entspricht», sagt er. Den jetzigen Stall umzubauen lohne sich gemäss Rütimann nicht, da auch die Höhe der Boxen angepasst werden muss.

«Das wäre zu aufwendig», erklärt er. Deshalb will Rütimann einen bestehenden Laufstall, der sich ebenfalls auf dem Grundstück befindet, ausbauen.

Auf Schlossrütihof gibt es noch weitere Tiere, acht Hühner versorgen die Bewohner mit frischen Eiern. Weil das Hühnerhäuschen ebenfalls zu klein war, hat Rütimann es durch einen ausreichend grossen Hühnerstall ersetzt. Nachträglich erfuhr er, dass für die Geflügelresidenz eine Baubewilligung nötig ist.

«An genau dieser Stelle stand auch schon das alte Hühnerhaus», sagt er. Genau wie das Vorgängermodell stehe der Stall nur auf Stelzen im Gras, ohne Fundament. Hugo Rütimann schrieb Hühner- und Pferdestall aus. Einsprachen aus der Nachbarschaft gab es keine.

Doch das Bau- und Justizdepartement erteilte keine Baubewilligung. Rütimanns Grundstück befindet sich ausserhalb der Bauzone in Mahren in der Landwirtschaftszone. Darauf kommt zusätzlich die Juraschutz-Zone.

Mass an Erweiterung ausgeschöpft

Hugo Rütimann zog die Sache vor das Verwaltungsgericht. Seine Beschwerde wurde jedoch abgewiesen. Da Rütimann keinen landwirtschaftlichen Betrieb, sondern einen Reit- und Pensionsstall betreibt, darf er nicht an- oder umbauen. Zwar sind auch in der Landwirtschaftszone Änderungen an bereits bestehenden Bauten möglich.

Doch dieses Mass sei bei Rütimanns Hof bereits ausgeschöpft, weil er das Wohnhaus ausbaute, heisst es im Urteil, das dieser Zeitung vorliegt. Hugo Rütimann kann diesen Entscheid nicht verstehen. «Wie kann es sein, dass ich auf meinem sechs Hektaren grossen Hof keine tiergerechten Bedingungen für meine Pferde und Hühner schaffen kann?», fragt er sich.

Rütimann ist frustriert. Im letzten Oktober hat er sich bei einem Reitunfall schwer verletzt. Er wisse noch nicht, ob er die Kraft habe, um das Urteil weiterzuziehen.

Landwirtschaftszone für Bauern

Allen guten Absichten zum Trotz, an der Landwirtschaftszone wird Rütimann vermutlich scheitern. So sieht es Heinz Marti, Leiter der Lostorfer Bauverwaltung. «Es wird wahrscheinlich nicht möglich sein, dort zu bauen», erklärt er. Auch eine Umzonung zur Sonderzone Pferdesportzone, wie sie die Hengststation Senn in Lostorf hat, sieht schwierig aus.

«Für eine Einzonung von Bauland wird heute unter anderem eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr benötigt.» Der Hühnerstall gehöre zur Kategorie Fahrnisbau, der ebenfalls eine Bewilligung benötige, wenn er drei Monate auf einem Grundstück steht.

In Lostorf sind Marti keine ähnlichen Fälle bekannt. «Doch es gibt immer wieder Probleme, wenn jemand ausserhalb der Bauzone bauen will», sagt er.

Der Solothurner Bauernverband steht einer Lockerung der Bauvorschriften für Hobbylandwirtschaft kritisch gegenüber. «In der Schweiz gibt es eine strenge Raumplanung», sagt Sekretär Peter Brügger. «Die Landwirtschaft ist für Bauern da, weniger strenge Vorgaben würden die Landwirtschaftszone auch für nicht-bäuerliche Personen attraktiver machen.»

Brügger sieht ein, dass Raumplanung im Einzelfall zu schwierigen Situationen führen kann. Aber er weist darauf hin, dass es auch für Bauern nicht immer einfach sei, Baubewilligungen zu erhalten. «Dass man gegenüber Hobbytierhaltern grosszügiger werden soll, macht keinen Sinn.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1