Obergösgen

Durch einen Brand komplett zerstört – nun repariert der Enkel Grosis Haus

Das abgebrannte Bauernhaus an der Aarauerstrasse in Obergösgen soll durch ein Mehrfamilienhaus ersetzt werden. Der Auftrag dafür bleibt in der Familie.

Es war im Sommer 2017, als Sirenengeheul in den Strassen von Obergösgen ertönte. Das Bauernhaus an der Aarauerstrasse stand in Vollbrand. Rund 60 Feuerwehrleute versuchten, das Feuer zu bekämpfen. Erfolglos. Das Haus wurde komplett zerstört. Mehrere 100'000 Franken Sachschaden entstand. Verletzt wurde niemand.

Die verkohlten Überreste wurden mittlerweile abgerissen. Vom Haus sind nur noch einzelne Mauern übrig. Dort soll nun ein Mehrfamilienhaus mit Mietwohnungen entstehen.

Schützenswertes Gebäude

Ursprünglich war geplant, das Haus 2018 zu bauen und die Wohnungen im Frühling 2019 zu vermieten. Das hat nicht geklappt. Einige Stolpersteine seien aufgetaucht, erklärt Patrick Wanner. Er ist Miteigentümer der Wanner Bau AG, die das Neubauprojekt betreut. «Ein Knackpunkt war der Grundwasserspiegel», erklärt Wanner. Dieser sei in Obergösgen besonders hoch. Eine spezielle Herausforderung für den Architekten der rba Architekten GmbH aus Olten, ist doch eine Tiefgarage geplant. Unlösbar war die Aufgabe aber nicht. «Es brauchte bei der Planung einige Kniffe des Architekten», meint Wanner. Doch offenbar wird man die Tiefgarage bauen können. An diesen Plänen hält man zumindest fest.

Ein weiterer Knackpunkt: Das Haus ist als schützenswert eingestuft. Das bedeutet für den Architekten: Das neue Gebäude muss dasselbe «charakteristische Erscheinungsbild» wie das alte Bauernhaus haben. Auch dies keine leichte Aufgabe, wie Wanner weiss: «Der Architekt muss sämtliche Vorgaben der Denkmalschutzbehörde einhalten und soll gleichzeitig moderne Wohnungen erschaffen.» Damit ist etwa gemeint: Die Mehrheit der Wohnungen soll rollstuhlgängig werden. Ständig müsse der Architekt darum abwägen, wie weit er gehen dürfe. Dafür sei man auch immer wieder mit den Behörden in Kontakt. Eine Zusammenarbeit, «die super funktioniert», wie Wanner betont.

Persönlich verbunden

Patrick Wanner ist nicht nur geschäftlich mit dem ehemaligen Bauernhaus verbunden. Sondern auch ganz persönlich. Es ist ursprünglich das Haus seiner Grossmutter, mittlerweile gehört es seiner Mutter und seiner Tante. «Meine Grossmutter wird 84. Auch für sie wollen wir das Haus möglichst wieder so herrichten, wie es einmal war», sagt er. Und schliesslich habe das Haus auch eine gewisse Bedeutung für das ganze Dorf. Damit hat Wanner zweifellos recht. Denn dass die Geschichte offenbar starke Emotionen im Dorf auslöst, zeigte nur der kurze Besuch unseres Fotografen in Obergösgen, als obiges Bild entstand. Ein Anwohner, der gerade im Auto vorbeifuhr und erkannte, dass ein Foto gemacht wird, hielt an und kommentierte aus dem Wagen heraus: «Es ist gut, dass Sie hier etwas machen und dieser Schandfleck wegkommt.»

Baustart 2020?

Momentan prüfen Kanton und Gemeinde das Projekt. Wenn diese nichts daran auszusetzen haben, soll das Baugesuch noch in diesem Herbst ausgeschrieben werden. Geht dann alles gut, soll Anfang 2020 mit den Hochbauarbeiten begonnen werden.

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