Dulliken
Dulliker Wärmeverbund wächst stärker als zuerst geplant: Bürgergemeinde weiht erweiterte Heizzentrale ein

Die Erweiterung des Wärmeverbunds stiess auf grosses Interesse. Auch Regierungsrätin Sandra Kolly stattete der Festgemeinde einen Besuch ab.

Fabio Baranzini
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Die geladenen Gäste konnten die erweiterte Heizzentrale mit den beiden neuen Öfen besichtigen.

Die geladenen Gäste konnten die erweiterte Heizzentrale mit den beiden neuen Öfen besichtigen.

Eigentlich begann alles mit einem «kleinen Projekt». In der Heizzentrale der Bürgergemeinde, die 2005 erbaut wurde, musste eine Filteranlage eingebaut werden. Dies damit sie den neusten Anforderungen der Luftreinhaltung entspricht. Die Verantwortlichen um Bürgergemeindepräsident Matthias Weidmann wusste zudem, dass auch die Schnitzelheizung des alten Schulhauses «am Lebensende» angekommen war. Also wollte man die Filteranlage einbauen und das alte Schulhaus an den bereits bestehenden Wärmeverbund anschliessen. Das war 2019.

Im Lauf der Planung veränderte sich dann aber das Vorhaben und das «kleine Projekt» wurde immer grösser. «Wir erhielten verschiedene Anfragen von geplanten Neubauten, die sich dem Wärmeverbund anschliessen wollten. Auch mehrere Einfamilienhaus-Besitzer bekundeten Interesse und die Gemeinde Dulliken wollte das geplante Schulhaus und den Kindergarten ebenfalls anschliessen», erklärte Weidmann den rund 60 geladenen Gästen, unter ihnen Regierungsrätin Sandra Kolly, der Leiter des Amts für Umwelt, Gabriel Zenklusen, und Dullikens Gemeindepräsident Walter Rhiner.

Zwei neue Öfen wurden notwendig

Und so erreichte das Projekt schliesslich sein heutiges Ausmass: Der Wärmeverbund wurde von vormals 15 Liegenschaften mit der Erweiterung, die im Oktober definitiv abgeschlossen wurde, um 13 Liegenschaften vergrössert. Dazu gehören neu das alte Schulhaus, die Mehrzweckhalle, sowie private Liegenschaften und Neubauten an der Bahnhofstrasse und der Hardstrasse.

«Damit wir diese 13 Liegenschaften in den Wärmeverbund aufnehmen können und zugleich auch noch Reserve haben für das geplante Schulhaus und den Kindergarten, haben wir in der Heizzentrale nicht nur einen Filter eingebaut, sondern auch zwei neue Öfen», führte Weidmann aus.

Der kleinere wird für das Aufheizen der Boiler im Sommer verwendet, der grosse Ofen wird im Winter laufen. In den kältesten Phasen des Jahres werden sogar beide Öfen betrieben, um den Wärmeverbund mit genügend Energie zu beliefern. Geheizt wird weiterhin mit Holzschnitzeln, die vom Forstbetrieb Niederamt geliefert werden.

1000 Tonnen CO2 einsparen

«Mit dieser Lösung kommen wir unserem Ziel, dass Dulliken CO2-neutral wird, einen Schritt näher. Alle reden davon, dass sie CO2 reduzieren wollen – wir von der Bürgergemeinde Dulliken tun es», sagt Weidmann stolz. 2,9 Millionen Franken hat die Bürgergemeinde investiert für die Erweiterung der Heizzentrale. Durch diese Erweiterung werden jährlich 1'000 Tonnen CO2 eingespart.

Die Investition soll, so die Angabe von Matthias Weidmann, in 18 Jahren amortisiert sein. Die Anwohnerinnen und Anwohner, welche sich dem Wärmeverbund angeschlossen haben, mussten die Anschlusspauschale selbst bezahlen. Bereits jetzt ist klar, dass in den nächsten Monaten noch sechs weitere Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 30 Wohnungen an den Wärmeverbund angeschlossen werden. Auch für weitere Anschlüsse ist noch Potenzial vorhanden. Dieses ist allerdings durch das Platzangebot an der zentralen Lage in Dulliken begrenzt. «Die Heizzentrale kann nicht mehr weiter ausgebaut werden», sagt Weidmann.

Neue Photovoltaik-Anlage auf der Mehrzweckhalle

Übrigens: Die Bürgergemeinde hat nicht nur die Heizzentrale erweitert und eine Filteranlage eingebaut, sondern sie hat auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Mehrzweckhalle gebaut. Diese wäre – im anfänglich «kleinen Projekt» – für das Aufheizen der Boiler im Sommer vorgesehen gewesen. Mit der Anpassung des Projekts wäre die Anlage nicht mehr nötig gewesen. Doch die Bürgergemeinde entschied sich, diese trotzdem zu bauen.

«Wir schenken diese Anlage der Einwohnergemeinde. Die Energie kann direkt fürs Schulhaus verwendet werden und allfällige Überschüsse werden ins Netz gespiesen»,

so Weidmann.

Am Samstag 26. Februar 2022 findet ein Tag der offenen Tür statt. Dann kann die Bevölkerung die neue Heizungsanlage besichtigen.

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