Erlinsbach
Dreistöckiger Holzbau mit Giebeldach: Verein Buechehof wählt Projekt für neuen Aussenstandort

Der Verein Buechehof will seinen Aussenstandort in Erlinsbach aufwerten. Im Herbst nächsten Jahres sollen die Bauarbeiten starten.

Fabio Baranzini
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Architekt Martin Stuber (links) und Andreas Schmid vom Buechehof zeigen das Modell.

Architekt Martin Stuber (links) und Andreas Schmid vom Buechehof zeigen das Modell.

Fabio Baranzini

Vor vier Jahren hat der Verein Buechehof – eine sozialtherapeutische Einrichtung für erwachsene Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung – entschieden, den Standort der ehemaligen Skarabäus WG an der Gösgerstrasse 67 in Erlinsbach zu übernehmen. Schon damals war klar, dass der Aussenstandort des in Lostorf beheimateten Buechehofs komplett erneuert werden muss, um praktische Anforderungen zu erfüllen: «Das Gebäude weist auf drei Stöcken fünf verschiedene Niveaus auf. Dadurch können viele Räume nicht richtig genutzt werden, die Wohnräume und die Küche sind zu klein und auch die Arbeitsplätze erfüllen unsere Standards nicht», erklärt Gesamtleiter Andreas Schmid.

Der Verein Buechehof hat deshalb im Frühling 2020 einen Projektwettbewerb lanciert und fünf regionale Architekturbüros zur Teilnahme eingeladen. Die Aufgabe lautete: Auf der Parzelle 2193 ein Projekt zu entwerfen, das flexible Formen des Wohnens ermöglicht in Kombination mit Aufenthalts- und Arbeitsräumen sowie einer grossen Küche und Essraum. Die fünf eingereichten Projekte wurden in anonymisierter Form von einer sechsköpfigen Jury bewertet und am Freitagabend im Rahmen einer Vernissage vorgestellt. Das Rennen hat dabei das Projekt «FAGUS» der werk1 architekten und planer AG aus Olten gemacht.

Das Modell von «FAGUS» der werk1 architekten und planer AG

Das Modell von «FAGUS» der werk1 architekten und planer AG

zvg

«Das Siegerprojekt überzeugt vor allem damit, dass es sich natürlich in die Umgebung einfügt und den typischen Baustil der Erlinsbacher Bauernhäuser aufgreift. Diese Integration entspricht auch der Inklusionsidee des Vereins Buechehof und passt daher sehr gut», lobte George Pfiffner, der den Projektwettbewerb im Auftrag des Buechehofs geleitet hat.

Das Projekt «FAGUS» – was «Buche» auf Lateinisch heisst – ist ein dreistöckiger Holzbau mit Giebeldach. Im Parterre befinden sich Arbeitsräume und Küche, im ersten Stock die Wohnräume und im Dachgeschoss weitere Wohn- und Atelierräume.

Direkt vor dem neuen Aussenstandort des Buechehofs sind zehn Parkplätze geplant. «Wir haben ein gut strukturiertes und kompaktes Gebäude entwickelt, das sich preiswert und energetisch nachhaltig umsetzen lässt», sagt Martin Stuber, Mitinhaber der werk 1 architekten und planer AG. Er wird mit seinem Team bis Mitte Januar noch einige Anpassungswünsche der Fachjury umsetzen.

«Wir wollen zügig vorangehen», sagt Andreas Schmid. «Im ersten Halbjahr 2021 soll die Detailplanung erfolgen, damit wir im Herbst 2021 mit dem Bau beginnen können. Idealerweise können wir nach einem Jahr Bauzeit die neuen Räumlichkeiten beziehen.»

Finanzierung muss noch gesichert werden

Parallel zur Detailplanung steht für die Verantwortlichen des Buechehofs eine weitere Herausforderung bevor: die Finanzierung. Keine einfache Aufgabe, denn der Kanton Solothurn unterstützt die Bauprojekte von sozialen Institutionen nicht. «Wir werden daher versuchen, einen Drittel der Kosten über Stiftungen zu decken. Den Rest wollen wir mit unseren Eigenmitteln sowie der Unterstützung unserer Vereinsmitglieder und mit Fremdkapital stemmen», erklärt Andreas Schmid.

Die Kosten für den Bau des Siegerprojekts «FAGUS» dürfte sich auf drei bis vier Millionen Franken belaufen – je nachdem, welche Anpassungen in der Detailplanung noch vorgenommen werden.