Trimbach
Dreifaltigkeitskapelle: Das gerettete Kleinod am Rande der Strasse

Eine Ausstellung dokumentiert die wechselvolle Geschichte der Dreifaltigkeitskapelle in Trimbach.

Lorenz Degen
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Dreifaltigkeitskapelle Trimbach
5 Bilder
Urs Ramseier mit der Dreifaltigkeitskapelle Trimbach Der Innenraum vom Eingang her gesehen.
Urs Ramseier mit der Dreifaltigkeitskapelle Trimbach Der Innenraum vom Altar her gesehen.
Urs Ramseier mit der Dreifaltigkeitskapelle Trimbach Das Trimbacher Gemeindewappen in stilisierter Form auf einer Glasscheibe.
Urs Ramseier mit der Dreifaltigkeitskapelle Trimbach Ein unbekanntes Familienwappen auf einer Glasscheibe.

Dreifaltigkeitskapelle Trimbach

Bruno Kissling

Hunderte von Autos, Lastwagen und Motorrädern fahren täglich an ihr vorbei und wegen diesen wäre die Dreifaltigkeitskapelle fast abgebrochen worden: Im Zuge der Strassenkorrektion in den 1950er-Jahren sollte die verbreiterte Baslerstrasse dort durchführen, wo das kleine Gotteshaus seit fast 500 Jahren seinen Platz hatte. Erst eine Änderung des Projektes hatte zur Folge, dass die Häuser auf der anderen Strassenseite weichen mussten.

Das umgangssprachlich «Chäppeli» genannte Kirchlein wurde 1459 erstmals erwähnt. Im Raum Trimbach bestanden zu dieser Zeit vier Kapellen. Wenig ist von ihrer Geschichte bekannt, sicher ist nur, dass sie mit dem Passverkehr in Verbindung standen. Eine namenlose Kapelle befand sich auf dem Erlimoospass, eine weitere beim Felseinschnitt auf der Passhöhe, die dem heiligen Nikolaus geweiht war. Im Dorf muss es eine Barbarakapelle gegeben haben, die möglicherweise am selben Ort stand wie die heutige Dreifaltigkeitskapelle.

Für die Sanierung der Barbarakapelle bat nämlich Domdekan Johann Werner von Flachsland Papst Pius II, einen Ablassbrief auszustellen, was 1459 geschah. Im gleichen Jahr wurde auch die Dreifaltigkeitskapelle zum ersten Mal erwähnt. Bei der Abspaltung der Christkatholiken wurde die Dreifaltigkeitskapelle von diesen beschlagnahmt. Die römisch-katholische Kirchgemeinde musste sie 1910 für 500 Franken zurückkaufen. Die Glocke von 1599 befindet sich heute im Historischen Museum in Olten.

Diese und andere Geschichten hat Urs Ramseier in einer kleinen Ausstellung im Gemeindehaus zusammengetragen. In der Kapelle finden heute keine Gottesdienste mehr statt, lediglich Trauungen auf besonderen Wunsch.

Kopien der Fresken sind verschwunden

Bei einer Renovation in den Jahren 1909 und 1910 stiess man auf bislang unbekannte Fresken. Kunstmaler Schürch wurde beauftragt, diese in Echtgrösse zu kopieren. Der Ortspfarrer und Kunstkenner Karl Sulzberger erwarb die Kopien, nachdem die Kirchgemeinde und der Maler in Händel geraten waren. Er verkaufte sie weit unter seinem Ankaufspreis dem Museum Solothurn. Heute jedoch sind die Fresken-Kopien unauffindbar. Eine Recherche von Urs Ramseier blieb ergebnislos.

Hinweis

Die Ausstellung ist zu den normalen Öffnungszeiten des Gemeindehauses geöffnet und dauert bis zum 17. Januar 2020. Freier Eintritt. Im Restaurant zur Kapelle kann der Schlüssel für die Innenbesichtigung ausgeliehen werden.