Lostorf

Drei Künstlerwelten treffen aufeinander – in der Galerie Darkoum

Kunst verbindet sie (v.l.n.r.): Jeannette Lerch, Nadja Lerch, Ruth Maria Lerch. Im  Hintergrund zu sehen sind Bilder von Ruth Maria Lerch.

Kunst verbindet sie (v.l.n.r.): Jeannette Lerch, Nadja Lerch, Ruth Maria Lerch. Im Hintergrund zu sehen sind Bilder von Ruth Maria Lerch.

Objekte und Bilder voller Spannung: In der Galerie Darkoum in Lostorf stellen Jeannette Lerch, Nadja Lerch und Ruth Maria Lerch aus.

War es Zufall oder Schicksal? Am Oltner Kunstmarkt lernten sich die drei Künstlerinnen mit dem Nachnamen Lerch kennen. Ruth Maria und Nadja Lerch sind Mutter und Tochter, Jeannette Lerch ist gar nicht mit ihnen verwandt, aber eine Seelengefährtin, wie nun in der Ausstellung «Witzig, frech – einfach weiblich» zu sehen ist. Dieser Titel trifft auf alle drei zu, und doch ist jede in einer eigenen Künstlerwelt zu Hause.

Im Eingangsbereich der Galerie Darkoum begrüssen einem die ersten Figuren von Nadja Lerch: Fünf Mal dieselbe zierliche Polyesterfrau, doch jede anders bemalt und mit einem besonderen Charakter versehen. Zuerst scheint jede der fünf jungen Frauen bloss freundlich und nett, bei genauer Betrachtung aber strahlen sie Stärke und Selbstbewusstsein aus. Dies gilt auch für alle die anderen, kleineren Objekte der Künstlerin. Beim grossen Goldfisch beispielsweise, an den sich wie mit letzter Kraft fünf kleine, bunte bemalte Menschenfigürchen klammern, stellen sich Fragen: Ist es bloss ein vergnügliches Spiel? Oder steckt vielmehr eine existenzielle Not dahinter? Die Betrachtenden müssen ihre eigene Interpretation finden.

Geschichten von starken Frauen malt auch Ruth Maria Lerch. Bei ihr sind es keine jungen, verspielten Wesen, sondern freundliche, starke Persönlichkeiten, die sich ihres Frauseins und ihrer Sexualität bewusst sind. Zu sehen sind Alltagsszenen, ruhig dargestellt und scheinbar friedlich: «Ein lieber Besuch», «Kuschelecke», «Wohlige Wärme» heissen die unverfänglichen Titel der Bilder. Doch ein Blick in die Gesichter verrät mehr. Hinter der Fröhlichkeit und Zufriedenheit ist eine gewisse Melancholie zu entdecken, die Idylle ist in Frage gestellt. Und dies betonen auch die kräftig bunten, doch sehr geschmackvoll ausgewählten Farben, welche die Künstlerin verwendet.

Rezeptnamen ironisch in Bildsprache umgesetzt

Die meisten der acht grossen, neuen Bilder von Galeriebesitzerin Jeannette Lerch haben alle mit dem Essen zu tun: Sie ironisiert originelle Rezeptnamen, indem sie diese wörtlich nimmt. Das «Poulet au Citron» beispielsweise steht naturalistisch gemalt und quicklebendig auf einem Haufen reifer Zitronen, der «Coq au vin» scheint gleich loszuschreien und kümmert sich kaum um die Weintrauben, die zu seinen Füssen liegen. Das Spiel mit der Sprache wird bildlich erfasst. Liebliche Mäuse in Übergrösse sind auf anderen Bildern zu finden. Sie sind herzig anzusehen, doch der überreife Apfel ist schon ausgehöhlt. Auch hier: Ein witziger, weiblicher und fast surrealer Blick aufs Alltägliche.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1