Orgel gespielt hat die Gretzenbacherin Katja Deutschmann zum ersten Mal im zarten Alter von zwölf Jahren. Doch seinen Anfang genommen hat ihr langjähriges Hobby – sie ist mittlerweile 24 Jahre alt – viel früher. Wenn man den Erzählungen ihrer Eltern Glauben schenkt: «Angeblich soll ich schon viel früher Gefallen an diesem Instrument, welches man mit Händen und Füssen bedient, gefunden haben», sagt Deutschmann und lacht.

Das war es denn auch, was die junge Frau schon damals faszinierte und es auch heute immer noch tut: «Es ist ein riesengrosses Instrument, welches sehr vielseitig bespielbar ist.» Von barocker Musik über romantische Stücke bis hin zu heutiger Filmmusik und modernen Popsongs könne der Organist auf seinem Instrument alles spielen. Ausserdem ist die Orgel ein Soloinstrument, welches oft als Konzertinstrument Verwendung findet, sie kann aber auch als Begleitung zu einem Chor, in der Kammermusik und in Gottesdiensten eingesetzt werden.

Ihr Handwerk gelernt hat Katja Deutschmann zuerst im Privatunterricht und später in der Musikschule in Gretzenbach. Üben konnte sie damals nur in der Kirche. Heute besitzt sie eine elektronische Orgel, sodass sie zu Hause üben kann. Eine elektronische Orgel ist vergleichbar mit einem E-Piano, einfach mit den passenden Fusspedalen und ohne die Pfeifen, die Merkmalsträger einer jeden Orgel. Auf die Frage, ob das Orgelspielen denn schwierig sei, meint sie, dass es von der Koordination her doch eher anspruchsvoll sei. «Vor allem am Anfang. Damals meinte ich immer, dass ich noch eine dritte Hirnhälfte bräuchte: Eine für die rechte Hand, eine für die linke und eine für die Füsse.»

«Schülern Musik vermitteln»

Unterdessen ist Katja Deutschmann im Niederamt weitherum bekannt für ihr Orgelspiel in so manchen Gottesdiensten. «Vor meinem ersten Orgelunterricht habe ich mir einmal geschworen, dass ich nie in einem Gottesdienst spielen werde», erzählt Deutschmann und lacht schallend. «Und was tue ich jetzt? Genau das, und es macht mir grosse Freude.» Reingerutscht sei sie. Man habe im Pastoralraum Niederamt, welchem die römisch-katholischen Pfarreien Dulliken, Däniken, Gretzenbach, Schönenwerd und Walterswil angehören, einen Organisten gesucht, da sei sie eingesprungen.

Neben ihrem Engagement als Organistin leitet die Gretzenbacherin heute auch zwei Chöre. Zum einen den Kinder- und Jugendchor Calypso in Gretzenbach und zum anderen den gemischten Chor in der Nachbargemeinde Schönenwerd. Ausserdem studiert sie Schulmusik an der Hochschule für Musik in Luzern im Master. Später möchte sie einmal Musik an einer Kantonsschule oder einem Gymnasium unterrichten. Auch dort fasziniert sie die Vielfältigkeit dieses Berufs: «Es geht darum, wie man den Schülern Musik vermitteln und ihnen die Themen schülernah, aktuell und nahe an ihrem Leben beibringen kann.» So wird die angehende Lehrerin die Bereiche Musikgeschichte, Musiktheorie, Singen und Musizieren vermitteln.

«Musik zieht an»

Nun, vor knapp einem Monat konnte Katja Deutschmann ihr Hobby endgültig zum Beruf machen. Wenn auch nur als 40-Prozent-Stelle neben ihrem Studium. Sie ist die neue Leiterin der Kirchenmusik an der römisch-katholischen Kirche Peter und Paul in Aarau. «Ich wusste sofort, dass das meine Traumstelle ist», erklärt sie. Auch dort lautet die Prämisse: Vielseitigkeit macht die Arbeit aus. Orgeldienste in Gottesdiensten, den Projektchor leiten und neue Projekte lancieren – das alles gehört zu ihrem Stellenprofil. Das Hauptziel lautet, Leute durch die Musik anzusprechen und zu begeistern. Dazu hat sie bereits viele Ideen: Zum Beispiel ein Orgelmusical, bei welchem Kindern aus der Pfarrei die Orgel vorgestellt wird. Oder auch Jugendgottesdienste, Konzertreihen und kulturelle Anlässe: «Die Kirche wird von vielen verschiedenen Kulturen genutzt, und im offenen Pfarrhaus gehen Menschen von unterschiedlichen Ländern ein und aus. Wir möchten durch diese musikalischen Events möglichst viele von ihnen begeistern», erklärt Deutschmann, denn sie ist sich sicher: «Musik zieht die Bevölkerung an.»