Theaterfreunde Kienberg
Doppelleben hoch drei im Doppelzimmer

Theaterfreunde mit der Seitensprungkomödie «E tüüre Höischrecke-Kongräss».

Urs Amacher
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Fiebern auf die Premiere von morgen Samstag: Theaterfreunde Kienberg mit Regisseur Rolf Marti (links).

Fiebern auf die Premiere von morgen Samstag: Theaterfreunde Kienberg mit Regisseur Rolf Marti (links).

Bruno Kissling

Am nächsten Samstag heisst es in der Mehrzweckhalle Kienberg wieder «Vorhang auf!». Der Verein Theaterfreunde Kienberg feiert dann Premiere mit dem Mundartlustspiel «E tüüre Höischrecke-Kongräss» von Ray Cooney. Unter der Regie von Rolf Marti zieht das neunköpfige Ensemble in diesem aberwitzigen Dreiakter voll turbulenten Verwicklungen und Verstrickungen alle Register.

Tête-à-tête im Doppelzimmer

In der Stadt ist ein wissenschaftlicher Kongress über die australischen Geisterheuschrecken angesagt. Doch das ist Nebensache. Denn der von auswärts angereiste Zoologe Hans Häfeli (gespielt von Lukas Baumann) ist weniger an den «Heugümpern» interessiert als an der Gelegenheit zu einem Seitensprung.

Er und seine Geliebte Iris Engel (Astrid Salathé) planen nämlich, sich während dem Kongress im Nobelhotel Schweizerhof zu einem Tête-à-Tête zu treffen. Die Schwierigkeit ist nur, dass Hans Häfeli diesmal von seiner angetrauten Gattin Susi (Cäcilia Graber) an die Tagung begleitet wird.

Das soll Häfeli nicht von seinem amourösen Abenteuer abhalten. Er beauftragt seinen Assistenten Georg Amsler (Ueli Burren), eben ein zweites Zimmer unter dem Namen Zacharias Pfingsten zu reservieren – und zwar im gleichen Hotel, das sei sicherer. Dumm ist bloss, dass der etwas trottelige Assistent den Fantasienamen vergisst und sich als Hanspeter Himmelfahrt registriert.

Zudem sind nur noch die beiden Zimmer gleich nebeneinander frei, was das Versteckspiel nicht einfacher macht. Das Theaterpublikum profitiert vom Einblick in die Wand an Wand liegenden Suiten, indem es die Intrigen auf der Bühne quasi stereo verfolgen kann (Requisiten: Peter Rippstein).

Hans Häfeli hätte die Sache soweit prima eingefädelt. Er lässt die Sitzung am Kongress aus und vergnügt sich stattdessen mit seinem «Engel» im Zimmer 648. Seine Frau Susi Häfeli nimmt am parallelen Damenprogramm teil und besucht die Nachmittagsvorstellung in der Oper. So der Plan.

Doch Häfelis Kartenhaus fällt zusammen, weil Susi Häfeli ihrerseits Appetit auf Assistent Georg Amsler bekommt, die «Zauberflöte» fahren lässt und den unbeholfenen Junggesellen zu einem Schäferstündchen in der Suite 650 verführen will. Als Häfeli, der Heuschnupfen hat, seine Allergietabletten im Nebenzimmer holen muss, ist die Katastrophe natürlich da.

Endgültig aus dem Ruder läuft die Situation, als Iris Engels Mann Jakob (Benjamin Herzig) und ihre resolute Chefin Elsi Stutz (Corinne Schmidli) einchecken. Und auch das Hotelpersonal – Urs Rippstein als Hotelmanager, Ernst Hirsbrunner als kampfsportlicher Kellner und Stefanie Fricker als Zimmermädchen – mischt sich ein, sodass sich die Akteure mit ihrem kreuzweisen Doppelspiel im Doppelzimmer immer weiter ins Schlamassel reiten.

Die turbulenten Verwechslungen dieses Schwanks garantieren dem Publikum beste lustige Unterhaltung. Die Theaterfreunde Kienberg spielen die Komödie zügig und glaubwürdig. In dieser inzwischen 95. Inszenierung sind Lukas Baumann und Ueli Burren, der seine 20. Aufführung feiert, in ihrem Element.

Doch nicht nur die Hauptakteure, auch die kleineren, ebenso wichtigen Rollen interpretieren ihre Charaktere je nachdem mit der nötigen Coolness oder südländischem Charme, was für ein zusätzliches Theatervergnügen sorgt. Erstmals dabei sind Stefanie Fricker und Benjamin Herzig.

Eine 50-köpfige Theaterfamilie

Doch zum Gelingen tragen nicht nur die im Rampenlicht bei; insgesamt zählt die Kienberger «Theaterfamilie» vor und hinter der Kulisse 50 Mitglieder, eine beachtliche Leistung für das 500-Seelen-Dorf. Umrahmt wird das Theaterstück mit einem Auftritt der von Othmar Sturm dirigierten Kienberg-Singers und der Gruppe Fantasy Dance aus dem Nachbardorf Anwil, die zum Tanz aufspielt.

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