Schönenwerd

Diese Kammern sind bald gefüllt mit 3000 Kubikmetern Trinkwasser

Wasserreservoir "Föhren" in Schönenwerd

Wasserreservoir "Föhren" in Schönenwerd

Eine Besichtigung des Wasserreservoirs "Föhren" in Schönenwerd, bevor es in Betrieb genommen wird.

Zum heutigen Weltwassertag besichtigte diese Zeitung das neue Wasserreservoir «Föhren» in Schönenwerd. Bald wird es in Betrieb genommen. Bis dahin muss aber noch etwas Zeit aufgeholt werden – die Bauarbeiten sind zwei Monate in Verzögerung.

Jeder Schritt, jedes Wort hallt unzählige Male zurück. Fünf grelle Scheinwerfer beleuchten die Halle, in deren Mitte eine Säule vom Boden zur Decke reicht. Noch fehlt der Inhalt. Bis auf ein paar Pfützen ist die Betonhalle trocken.

Bald aber wird sie bis fast zur Decke gefüllt sein mit 1500 Kubikmeter frischem Trinkwasser — ebenso die Zwillingskammer direkt daneben. 3000 Kubikmeter Wasser haben Platz im neuen Wasserreservoir «Föhren» in Schönenwerd.

Neues Reservoir kostet 4,5 Millionen Franken

Der Spatenstich für den Neubau am Rande des Schönenwerder Waldes fand im Oktober 2017 statt. Das Reservoir wird künftig vor allem der Wasserversorgung der beiden Gemeinden Schönenwerd und Gretzenbach dienen.

Dennoch hat es auch für weitere Gemeinden im unteren Niederamt eine grosse Bedeutung. Schliesslich ist es Teil des Netzverbunds, wie es der regionale Wasserversorgungsplan Olten-Gösgen des kantonalen Amts für Umwelt vorschreibt. Denn alleine für die Versorgung von Schönenwerd und Gretzenbach hätte die Anlage ein kleineres Speichervolumen haben können.

Das neue Reservoir kostet insgesamt rund 4,5 Millionen Franken. Die Wasserversorgung Unteres Niederamt (WVUN) übernimmt die Bauherrschaft. Sie wird von den Gemeinden Schönenwerd und Gretzenbach getragen.

«Es sind einige Schwierigkeiten aufgetaucht»

Nach eineinhalb Jahren Bauzeit steht die Vollendung des Reservoirs kurz bevor: «Wir werden es spätestens Ende April in Betrieb nehmen können», sagt Jörg Amsler, Präsident der Unternehmung Wasserversorgung Unteres Niederamt (WVUN). Er führt diese Zeitung durch die fast fertige Anlage und erklärt, es habe im Terminplan eine Verzögerung von etwa zwei Monaten gegeben. Amsler: «Es sind einige Schwierigkeiten während den Bauarbeiten aufgetaucht.»

Um die Dichtigkeitsprüfungen durchführen zu können, musste die Feuerwehr die Reservoirkammern komplett mit Wasser füllen. Dazu war in beiden Behältern eine Öffnung in der Decke notwendig. Nach der erfolgreichen Prüfung mussten diese verschlossen werden. Dies nahm zusätzliche Zeit in Anspruch. Für die WVUN stellt die Verzögerung kein Problem dar: «Da wir derzeit unser Trinkwasser aus Aarau beziehen, sind wir flexibel», erklärt Amsler.

Kammern werden in der Nacht aufgefüllt

In wenigen Wochen werden die beiden Kammern gefüllt sein. Neues Wasser wird seitlich über der Wasseroberfläche eingespeist. «So entsteht eine leichte Strömung in der Kammer, die verhindert, dass Kalk ansetzt», so Amsler.

Jeweils während der Nacht werden die Hallen mit frischem Wasser aufgefüllt, da dann die Energie zum Niederstromtarif zu Verfügung steht. Einmal pro Jahr müsse dann der Brunnenmeister die Hallen vollständig leeren, um sie gründlich zu reinigen.

«Umhängen der Wasserleitungen ist eine riesige Herausforderung»

Die Leitungen sind gelegt, die Rohre eingebaut. Noch müssen die Steuerungskasten installiert und sämtliche Arbeiten an den elektrischen Anlagen erledigt werden. Am Tag der Inbetriebnahme des neuen Wasserreservoirs «Föhren» braucht des dann nochmals grossen Einsatz: «Das Umhängen der Wasserleitungen ist eine riesige Herausforderung für die Ingenieure und die Handwerker», sagt Amsler.

Im Verlaufe eines Morgens sollten die Arbeiten ausgeführt sein. In dieser Zeit — «vermutlich während dreier bis vier Stunden» — müssen die Schönenwerder und die Gretzenbacher auf fliessendes Wasser verzichten. Nach dem Prozedere hängt das neue Reservoir aber an den Leitungen und versorgt zuverlässig die Gemeinden Schönenwerd und Gretzenbach sowie im Notfall das ganze untere Niederamt mit Trinkwasser.

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