Dulliken
«Die Zukunft der Sonnegg ist gesichert» – Tagesstätte zieht ins Brüggli ein

Das Alters- und Pflegeheim Brüggli in Dulliken übernimmt die Oltner Tagesstätte Sonnegg und sichert damit deren Zukunft.

Silvana Schreier
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Die Tagesstätte Sonnegg zieht in die oberste Etage des Alters- und Pflegeheims Brüggli in Dulliken.

Die Tagesstätte Sonnegg zieht in die oberste Etage des Alters- und Pflegeheims Brüggli in Dulliken.

Bruno Kissling

Das Alters- und Pflegeheim Brüggli in Dulliken befindet sich im Umbau. Aktuell laufen die Bauarbeiten für das Projekt «Brüggli Park» auf Hochtouren. Ein Kompetenzzentrum Alter soll entstehen – mit dem Alters- und Pflegeheim, dem betreuten Wohnen im Alter, dem Spitex-Stützpunkt und einer Arzt- und Physiotherapiepraxis.

Tagesstätte Sonnegg Olten 2018 / Thomas Schwab Die Tagesstätte Sonnegg verlässt im April 2019 Olten.

Tagesstätte Sonnegg Olten 2018 / Thomas Schwab Die Tagesstätte Sonnegg verlässt im April 2019 Olten.

Bruno Kissling

Das neueste Element des «Brüggli Parks» wurde den Mitarbeitenden diese Woche vorgestellt: eine Tagesstätte für physisch und psychisch behinderte Menschen. Und zwar zieht die Tagesstätte Sonnegg von Olten nach Dulliken. Ab dem 1. April 2019 ist die Sonnegg im Brüggli zuhause.

Brüggli rettet Sonnegg

«Die Zukunft der Sonnegg ist gesichert», liessen die Verantwortlichen von Tagesstätte und Altersheim gemeinsam verlauten. Brüggli-Heimleiter Patrick Albiker erklärt das Vorhaben: «Wir wollten im neuen ‹Brüggli Park› unbedingt eine Tagesstätte drin haben.» Als vor einigen Monaten die Tagesstätte Sonnegg sie kontaktiert hätte, habe der Zeitpunkt einfach gestimmt.

So erging es der Tagesstätte Sonnegg

Seit 1988 kümmert man sich in der Tagesstätte an der Sonneggstrasse 11 in Olten um physisch und psychisch erkrankte oder behinderte Menschen. Im Januar 2015 übernahm der Trägerverein Tagesstätte Olten (TTO) die Leitung. Es zeigte sich: Der Betrieb der Tagesstätte ist eine finanzielle Herausforderung, die nur dank Spenden noch gemeistert werden konnte. Bereits im Juni vor einem Jahr kündigte der TTO deshalb an, Kooperationen mit der Spitex Olten oder regionalen Alters- und Pflegeheimen zu suchen. (sil)

«Wir wollten uns vergrössern und die Sonnegg suchte eine Lösung», so Albiker. Thomas Schwab, Präsident des Trägervereins Tagesstätte Olten, bestätigt: «Es wurde für uns immer schwieriger, unser Angebot kostendeckend betreiben und finanzieren zu können.» Die Zusammenlegung mit dem Alters- und Pflegeheim Brüggli sei darum ideal (siehe Box links).

Bei den Vorgesprächen habe man gemerkt, dass die beiden Philosophien gut zusammenpassen würden. Albiker: «Wir übernehmen die Tagesstätte, so wie sie ist.» Die Sonnegg werde weiter bestehen, «einfach in anderen Räumlichkeiten». Für die Mitarbeitenden der Tagesstätte bedeute dies: «Wir werden die bestehenden Arbeitsverträge kündigen müssen. Das Brüggli wird den Angestellten dann neue Arbeitsstellen anbieten», so Schwab.

Es gibt acht betreute Plätze in der Sonnegg. Die Tagesstätte bekommt im Brüggli in der alten Heimleiterwohnung drei Räume: einen Ruheraum, ein Büro sowie ein grosses Aufenthaltszimmer, in dem die Küche integriert ist. «Neu können wir aber auch Übernachtungen anbieten», sagt Albiker. Die beiden Schlafplätze dienten der Entlastung der betreuenden Angehörigen.

Keine Kündigungen geplant

Noch ist unklar, wie die Mitarbeitenden beider Institutionen auf die Neuigkeit reagieren. Das Team der Tagesstätte Sonnegg wurde vor einer Woche informiert. Betriebsleiterin Brigitte Beeli sagt: «Wir haben die Mitarbeitenden laufend über den Prozess informiert, der seit etwa einem Jahr läuft. Es war ihnen schon klar, dass eine Veränderung auf sie zukomme.» Nun herrsche endlich Klarheit. «Vor zwei Wochen haben wir den 30. Geburtstag der Tagesstätte gefeiert. Diese Zusammenlegung ist für uns nun ein verspätetes Geschenk», sagt Beeli.

Auch Albiker ist überzeugt, sein Personal im Brüggli werde die Neuerung positiv aufnehmen: «Wir haben kein Geheimnis daraus gemacht, dass wir unser Angebot mit einer Tagesstätte erweitern wollen.» Für den täglichen Betrieb des Alters- und Pflegeheims habe dies keine Auswirkungen, da man dem Personal der Sonnegg eine Weiterbeschäftigung anbiete und so zusätzliche Mitarbeitende eingestellt würden.

Walter Rhiner, Gemeindepräsident von Dulliken und Präsident der Heimkommission des Brüggli, spricht von einer Win-win-Situation: «Für beide Institutionen ergeben sich dadurch gute Perspektiven für die Zukunft.» Auch die Heimkommission stehe geschlossen hinter der Zusammenlegung. Schwab vom Trägerverein der Tagesstätte spricht gar von einer «Liebesheirat» des Brüggli und der Sonnegg.