Däniken

Die Winoil AG stellt Reinigungsprodukte her

Susanne Müller leitet die Winoil AG in Däniken seit 2018: «Wir gehören eben noch zur ‹alten Schule›.»

Susanne Müller leitet die Winoil AG in Däniken seit 2018: «Wir gehören eben noch zur ‹alten Schule›.»

Die Winoil AG ist seit 80 Jahren in Däniken zu Hause. In den Fabrikhallen werden rund 600 verschiedene Produkte hergestellt.

Das Logo der Winoil AG hat bestimmt der eine oder andere bereits auf einem grossen, blauen Fass gesehen. Sei es in einem Industriebetrieb, als umfunktionierter Bartisch oder auf einem Schrottplatz. «Ich habe mal eines in Laax auf einer Alp gesehen», erzählt Winoil-Geschäftsführerin Susanne Müller. Doch was macht dieses Unternehmen mit Sitz in Däniken überhaupt? «Die Firma ist seit Jahrzehnten auf die Herstellung und den Vertrieb von Produkten zur Oberflächenbehandlung spezialisiert», so steht es auf der Website der Winoil AG. Müller erklärt: «Wir sagen immer: entlacken, entfetten, grundieren, lackieren und pflegen.» Denn die Firma stelle Reinigungsprodukte her, die von Industriebetrieben als Vorbereitung für das Lackieren gebraucht würden.

Hier arbeiten Kaminfeger, Plattenleger und Bauern

Pünktlich zum 80. Geburtstag des Unternehmens bringt die Winoil AG nun zwei neue Produktlinien auf den Markt. «Auf 80 Jahre dürfen wir stolz sein. Aber wir können nicht stehen bleiben», sagt Müller, die seit vergangenem Jahr die Firma leitet. Zusammen mit ihrem Mann Konrad Müller kaufte sie die Winoil AG im Jahr 2011. Seither versuchen sie sich im «umkämpften Markt der Lösungsmittel» zu behaupten.

Mit den neuen Produkten will Müller ihre Firma auch im Markt der Endkunden etablieren. Bisher hätten Industriebetriebe bei ihnen eingekauft: «Wir verkaufen am liebsten in Fässern oder gar Containern.» Die meisten Winoil-Produkte würden frisch in Däniken produziert werden – von 20 hochqualifizierten Mitarbeitern, wie Müller betont. «Wir haben viele hier ausgebildet. Einer war vorher Kaminfeger, einer Plattenleger und ein anderer Bauer.» Nun würden sie aber alle zur Winoil AG gehören, die noch immer – wie schon zur Zeit der Gründung im Jahr 1939 – als Familienbetrieb geführt werde. Müller: «Wir gehören eben noch zur ‹alten Schule›. Wir kennen die Lebensgeschichte von jedem Mitarbeiter.»

Sie mussten den Bahnanschluss opfern

Die Angestellten müssten nicht nur körperlich fit sein, sondern auch über ein grosses Wissen verfügen. Über 12 000 Rezepturen hat das Unternehmen im Archiv, 800 werden laut Müller aktuell genutzt. Die Herstellung der Winoil-Produkte funktioniere mit den Rezepten zwar wie das Backen eines Kuchens: «Nur müssen unsere Mitarbeitenden beim Mischen der Chemikalien viel exakter und vorsichtiger umgehen», sagt Müller.

Auf dem 21 000 Quadratmeter grossen Gelände produziert die Winoil AG rund 600 Produkte. «Bis vor einigen Monaten hatten wir auch einen eigenen Bahnanschluss. Da wir aber Land abtreten mussten für den Vierspurausbau der SBB zwischen Aarau und Olten, ist dieser weggefallen», sagt Müller etwas wehmütig.

Während ein langjähriger Angestellter gerade dabei ist, ein riesiges Fass voller Lösungsmittel an die Destillationsanlage anzuschliessen, führt die Geschäftsführerin den Besuch in die Lagerhalle. «Hier lagert Ware mit einem sehr hohen Wert», so Müller. Ihr Lieblingsplatz befindet sich jedoch am anderen Ende des Winoil-Geländes: das Labor. Hier entstand zusammen mit den Chemikern etwa die neue Produktlinie im Bereich der Autoreinigung. Damit will sich die Winoil AG die Türen zu einem neuen Markt öffnen. Sodass das Firmenlogo auch künftig vielen Kunden im Gedächtnis bleibt.

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