Trimbach
Die Vielfalt der Ausstellung überraschte und verblüffte

Der Kulturverein Forum präsentierte an einer Ausstellung in Trimbach Werke von über 20 Kunstschaffenden aus der Region.

Peter Kaufmann
Merken
Drucken
Teilen
Margrit Huber-Schnetzer, Präsidentin Kulturverein Forum Trimbach (links) im Gespräch mit Sofie Hengartner, Ausstellerin aus Hauenstein-Ifenthal.

Margrit Huber-Schnetzer, Präsidentin Kulturverein Forum Trimbach (links) im Gespräch mit Sofie Hengartner, Ausstellerin aus Hauenstein-Ifenthal.

Bruno Kissling

Gleich beim Eingang fiel eine kleine Sonderausstellung mit schönen Radierungen von Trimbacher Motiven auf. Nebenan leuchteten farbenfrohe, gewebte Schals und gestrickte Kleider, und ein paar Schritte weiter gab es elegante, leuchtende Uhren zu besichtigen, die eigentlich halb geöffnete Bücher sind: Die überraschend grosse Vielfalt der Ausstellung «Kunst + Handwerk» in Trimbach verblüffte.

«Wir haben darauf geachtet, dass kein Kunstgenre oder Kunsthandwerk mehr als einmal vertreten ist», erzählte Margrit Huber, die seit sechs Jahren Präsidentin des Kulturvereins Forum Trimbach ist. «Vor gut einem Jahr haben wir mit den Vorbereitungen begonnen. Auf dem Kunstmarkt auf der Oltner Holzbrücke und auf Weihnachtsmärkten haben wir nach Kunstschaffenden gesucht, die in ihrem Schaffen einen hohen Qualitätsanspruch erfüllen, aber ihre künstlerische Tätigkeit oder ihr Kunsthandwerk nicht professionell ausüben. Wer infrage kam, wurde eingeladen, wenn Interesse für diese Ausstellung bestand.» Das Spektrum der Teilnehmenden war denn auch gross: «Die Jüngste ist 22, der älteste 84! Und auch geografisch haben wir einen grösseren Kreis gezogen von Schönenwerd bis Fulenbach, allerdings mit einem kleinen Schwerpunkt Trimbach.»

Abwechslungsreiche Objekte

Alphornklänge von Bruno Schäfer eröffneten die Vernissage. Ein sinniger Auftakt, werden doch solche Instrumente mit dem Label JurAlphorn Suisse in Trimbach selber in der «Werkstatt» der WG Treffpunkt hergestellt. Wer wollte, konnte denn auch einiges über die Herstellung dieser urtümlichen, aus Holz hergestellten Blechblasinstrumente erfahren. Obwohl bei der Auswahl der Kunstschaffenden auf Abwechslung geachtet wurde, waren bei einem gemächlichen Rundgang an einigen Ständen doch thematische Gemeinsamkeiten auszumachen.

Erstaunlich war beispielsweise zu entdecken, welch raffinierte Objekte sich aus dem Werkstoff Papier falten, basteln und zusammenkleben lassen. Auch Steine und Schwemmholz eignen sich für kunstvolle Dekorationen und fantasievolle Figuren jeder Art, einzeln oder zusammen verarbeitet oder gar zu fast schwerelos wirkenden Steinkugeln zusammengeklebt. Vier Kunstschaffende vermittelten moderne Frauenbilder in den verschiedensten Stilarten und Maltechniken: Markante Frauenköpfe in Acryl gemalt als Ausdruck unserer modernen Zeit, ausgeschnittene Köpfe, Körper und Händen zu kunstvollen Collagen arrangiert und festgeklebt, dann wieder feinsinnig porträtierte Gesichter, Frauen als Models dargestellt oder als venezianische Karnevalsfiguren.

Kultur ist wichtig

Drei Ebenen gäbe es in der Geschichtsschreibung, meinte der Trimbacher Gemeindepräsident Martin Bühler in seiner Vernissage-Eröffnungsrede. Neben den Taten und der Politik, neben Geschichte und Mythen gäbe es die wichtigste Ebene, nämlich die der Kunst und Kultur, die teilweise über Jahrhunderte Bestand habe und Werte und Ideale vermittle, stellte er fest. Wie sehr sich Politik und Kunst, Kultur und Zeitgeschehen miteinander verbinden können, zeigte denn auch die originelle Sonderausstellung «Philatelie». Zeichnungen mit Blei- und Farbstiften verzierten jahrzehntealte Briefumschläge. Auf gemalte Landschaften oder Häuseransichten waren Briefmarken geklebt, die erst aus der Nähe zu sehen waren und sich witzig in die Gemälde einfügten oder sie pointiert kontrastierten. Und schliesslich zeigte eine Sammlung von allen Briefmarken, die der Schweizer Künstler und Grafiker Hans Erni gestaltet hatte, wie sehr auch ein alltägliches Gebrauchsobjekt künstlerischer Gestaltung bedarf.