Starrkirch-Wil

Die Schere Aufwand–Ertrag öffnet sich

Die Rechnung 2014 von Starrkirch-Wil schliesst mit einem Defizit von 872 263 Franken.

Die Rechnung 2014 von Starrkirch-Wil schliesst mit einem Defizit von 872 263 Franken.

Die Gemeindeversammlung von Starrkirch-Wil verabschiedete die Rechnungen 2014. Dank ihrem Sparwillen legten Gemeinderat und Kommissionen bei den Ausgaben praktisch eine Punktlandung hin.

Die ordentliche Versammlung der Einwohnergemeinde Starrkirch-Wil vom Montagabend hatte ein einziges Geschäft zu behandeln: die Rechnungen des Jahres 2014. Die 32 anwesenden Stimmberechtigten hiessen die Verwaltungs- und Vermögensrechnung ohne Diskussion einstimmig gut, nachdem sie von Gemeindepräsident Daniel Thommen und Gemeindeverwalter Beat Gradwohl genauer erläutert worden war.

In der laufenden Rechnung resultierte bei einem Gesamtertrag von 7,295 Mio. Franken und einem Gesamtaufwand von 8,167 Mio. Franken ein Defizit von 872 263 Franken. Im Voranschlag pro 2014 war noch mit einem Aufwandüberschuss von 655 400 Franken gerechnet worden. Damit schloss die Rechnung mit einem rund 220 000 Franken höheren Defizit ab als budgetiert.

Dank ihrem Sparwillen legten Gemeinderat und Kommissionen bei den Ausgaben praktisch eine Punktlandung hin, stellte Gemeindepräsident Thommen fest. Die strengen Budgetrichtlinien zeigten Wirkung, sodass sich die Abweichungen zum Voranschlag verringerten. Hingegen lagen die Erträge rund 430 000 Franken unter dem Budget. Geplant worden war – auch wegen der Zunahme der Wohnbevölkerung – mit einem Wachstum der Steuereinnahmen von zwei Prozent. Schliesslich musste man gegenüber dem Vorjahr (2013) aber einen Rückgang der Steuereinnahmen von rund 437 000 Franken verzeichnen. Dies entspricht rund 8,5 Steuerprozentpunkten. Die Gründe für die sinkenden Erträge liegen in tieferen Wertschriftenerträgen, niedrigeren Einkommen bei den Selbstständigerwerbenden, höheren Abschreibungen bei Liegenschaften sowie Übertritten ins Rentenalter. Die Verbuchung des Aufwandüberschusses von 872 263 Franken erfolgt zulasten des bisherigen Eigenkapitals von 876 861 Franken. Dieses schmilzt damit auf gerade einmal 4597 Franken zusammen, was einem Eigenkapital von Fr. 2.70 pro Kopf der Wohnbevölkerung entspricht.

Wenig investiert

Bei der Investitionsrechnung bewegten sich die realisierten Investitionen zielgenau im Rahmen des Budgets. Ohnehin wurde wenig investiert. Bei Totalausgaben von 655 000 Franken und Einnahmen von 438 000 Franken tätigte die Gemeinde im vergangenen Jahr Nettoinvestitionen von 217 000 Franken. Diese Summe entspricht praktisch dem im Voranschlag dafür vorgesehenen Betrag von 210 000 Franken.

Die über spezielle Konten abgerechneten Gemeindeaufgaben wie Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zeigen ein erfreulicheres Bild. Obwohl man bei der Wasserversorgung zusätzliche Abschreibungen tätigte, resultierte ein Ertragsüberschuss von 26 000 Franken. Bei der Abwasserbeseitigung wurde ein Gewinn vollständig für zusätzliche Abschreibungen verwendet. Diese Rechnung ging also gerade eben auf, wie auch jene der Abfallbeseitigung, die vom Werkhof Olten besorgt wird und entsprechend weiterverrechnet wird.

Gemeindeverwalter Beat Gradwohl zeigte anhand von Tabellen die Entwicklung der Gemeindefinanzen in den letzten vier Jahren. Während die Nettoaufwendungen in dieser Periode einen stetigen moderaten Anstieg verzeichneten, erfolgte 2011 beim Nettoertrag aus Finanzen und Steuern ein Knick nach unten. Seither verläuft die Ertragskurve ständig abwärts und schneidet 2014 die Kurve der Aufwendungen. Das heisst, 2014 liegen die Ausgaben über dem Betrag, den die Gemeinde netto erwirtschaften kann. Die Stimmberechtigten haben deshalb an der Budget-Gemeindeversammlung vom Dezember 2014 bereits Gegensteuer gegeben und den Steuersatz von 102 auf 115 Steuerprozentpunkte erhöht.

Unter dem Traktandum «Verschiedenes» informierte Daniel Thommen darüber, dass demnächst die Sanierung der Kanalisation an der Wiesenstrasse begonnen wird. Zudem wird die Möglichkeit, Tageskarten auf der Gemeinde zu beziehen, aus Kostengründen abgeschafft.

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