Walterswil

Die SBB-Tageskarten werden abgeschafft

Der Bahnhof, von welchem die Walterswiler bisher mit den Tageskarten abfuhren.

Der Bahnhof, von welchem die Walterswiler bisher mit den Tageskarten abfuhren.

Die 21 Anwesenden sprachen sich an der Gemeindeversammlung einstimmig gegen die Tickets aus.

Anfang dieser Woche vermeldete die SBB, dass die Zugbillette im 2017 erneut teurer werden. Dies betrifft auch die SBB-Tageskarten der Gemeinden. «Ein Kartenset wird im nächsten Jahr um 700 Franken teurer» erklärt Gemeindepräsidentin Marie-Louise Wilhelm. Die Gemeinde Walterswil besitzt pro Tag jeweils zwei Karten, demnach belaufen sich die zusätzlichen Ausgaben für beide Kartensets auf 1400 Franken. Damit würden sich die gesamten Kosten für die Tageskarten auf 28 000 Franken pro Jahr belaufen.

Um die Ausgaben zu verdeutlichen, wurden den 21 anwesenden Stimmberechtigten (von insgesamt 518) einige Grafiken gezeigt. Im Jahr 2015 wurden total 583 Karten bezogen, 116 davon von Walterswilern, die Restlichen von Auswärtigen. Der Gemeinderat habe sich schwer getan mit einer Entscheidung, berichtet die Präsidentin.

«Für die Einen ist klar, dass man sie abschaffen soll, weil sie nichts bringen oder zu wenig genutzt werden. Für die Anderen ist es eine gute Sache, vor allem seit der Halb-Stunden-Takt eingeführt wurde.» Aus diesem Grund beschloss der Gemeinderat Stimmfreigabe für die Abstimmung, der Rat sprach also keine Abstimmungs-Empfehlung aus. Wie angenommen, gab das Thema zu reden.

Die Diskussion fiel wider Erwarten allerdings einstimmig aus. Ein Stimmberechtigter nannte die Tageskarten eine «Dienstleistung für die Auswärtigen». Ein Anderer bezeichnete den Arbeitsaufwand für die Karten als zu hoch. «Die Karten müssen an jedem Tag herausgegeben werden können, die Verwaltung ist aber nur an drei Tagen geöffnet», gab er zu Bedenken.

So erstaunt es nicht, dass der Souverän den Antrag, auf die Anschaffung der Tageskarten im 2017 zu verzichten, annahmen. Das Resultat war deutlich: 15 Stimmende waren für den Verzicht, vier dagegen und zwei haben sich enthalten.

Steuerfuss bleibt gleich

Als nächstes Traktandum präsentierte Finanzverwalter Bernhard Hänni das Budget für das kommende Jahr. «Bei der Erfolgsrechnung wird es einen Aufwandüberschuss von 369 960 Franken geben», erklärt Hänni. Das Minus kommt unter anderem zustande, weil der Spitex-Beitrag pro Einwohner von 20 auf 30 Franken angehoben wird und weil deutlich weniger Steuereinnahmen von juristischen Personen zu erwarten sind.

Für das nächste Jahr sind in Walterswil Nettoinvestitionen von 120 200 Franken vorgesehen. Als Vergleich: Für das Jahr 2016 wurden dafür 321 900 Franken budgetiert. Des Weiteren wurde der Steuerfuss thematisiert. Er bleibt für natürliche Personen bei 125 Prozent, für juristische bei 110 Prozent. Das Budget wurde einstimmig angenommen.

Der Milchexpress kommt

Was bereits an den beiden letzten beiden Gemeindeversammlungen angetönt wurde, ist nun Tatsache: Der Milchexpress kommt ins Dorf. Dominik Hess vom Trimbacher Rintelhof wird ab dem 6. Dezember jeweils dienstags von 13 bis ungefähr 15 Uhr verschiedene Stationen im Dorf anfahren. «Gebt ihm eine Chance, das ist eine gute Sache», appellierte Marie-Louise Wilhelm an die Bevölkerung.

2017 stehen wieder Wahlen an. Darunter auch jene des Gemeinderates. Marie-Louise Wilhelm konnte bereits jetzt vermelden, dass Vizegemeindepräsidentin Astrid Egli zurücktreten wird. «Marcel Fischer und Thomas Schenker haben sich noch nicht entschieden, Dino Carpanetti und ich werden weitermachen», verkündete sie und schloss damit die Budgetgemeindeversammlung nach knapp einer Stunde.

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