«Die Musikgesellschaft Stüsslingen ist eine zusammengewürfelte Gemeinschaft von motiviert, lustigen Leuten, die Spass an der Blasmusik haben und gerne in guter Gesellschaft etwas auf die Beine stellen». Diese Worte sind im gedruckten Programm des diesjährigen Jahreskonzertes zu lesen. Dass bei sämtlichen Vorträgen die Motivation vorhanden war, konnte man schnell einmal feststellen, im gleichen Masse auch die Lust und die Spielfreudigkeit.

«Einen bunten Mix aus Blas- und Unterhaltungsmusik wolle man dem Publikum präsentieren», war weiter zu lesen. Dieses Vorhaben gelang ausgezeichnet, nicht zuletzt auch darum, weil man sich nicht an ein vorgegebenes Motto halten wollte. «Dadurch ist es möglich, bei der Programmzusammenstellung auf Wünsche unserer Mitglieder oder auch Sponsoren eingehen zu können», verriet Dirigent Urs Bachofer.

Nach dem Eröffnungsmarsch «Vivat Lucerna» begrüsste Vereinspräsidentin Maja Rothen die bereits frohgelaunten Besucherinnen und Besucher in der vollbesetzten Mehrzweckhalle und freute sich, für die Moderation das Mikrofon auch diesmal an Mirjam Studinger übergeben zu dürfen, welche auf charmante Art durchs Programm führte.

«Barcelona», bekannt geworden durch Freddie Mercury und Montserrat Caballé, für Blasmusik bearbeitet von Frank Bernaerts und vorgetragen durch die Stüsslinger Musik erzeugte schon beinahe olympische Stimmung. Die «Heidrun-Polka» führte wieder zurück in heimatliche Gefilde, ehe die «Bee Gees» mit ihrem Pop-Oldie «Words» zum Zuge kamen. Worte, diesmal musikalisch und erst noch auf einfühlsame Weise zum Ausdruck gebracht.

Solist mit Altflöte

«Simon & Garfunkel» machten das peruanische Volkslied «El Condor Pasa» auch bei uns bekannt. Kaum ein anderes Instrument als die Blockflöte hätte passender den vorüberfliegenden Kondor zum Ausdruck bringen können. Andreas Spielmann spielte sich mit seiner Altflöte beim Vortrag mit der Musikgesellschaft in die Herzen des Publikums und kam daher nicht um eine Reprise herum. Bis gegen dreissig bekannte und beliebte Märsche habe der Arrangeur Xaver Lecheler unter einen Hut gebracht, verriet die Moderatorin. «Konfetti» hiess dieses Potpourri und hatte für die bevorstehende närrische Zeit kaum passender sein können.

Urs Bachofer und Christoph Oeschger leiteten noch vor der Pause gemeinsam die Jugendmusik Gösglingen. Das jugendliche Orchester vermochte mit ihren Darbietungen auf der ganzen Linie zu überzeugen. Hervorzuheben dabei wäre die Filmmusik von Alfred Hitchcock, durch welche zum Teil mit mysteriösen Klängen echte Spannung erzeugt wurde. Der Applaus seitens des Publikums war nicht bloss ein Lippenbekenntnis, sondern echt und absolut verdient für eine reife Leistung, welche nach einer Zugabe verlangte.

In «God Save the Queen» hat Carlos Marques bekannte Ohrwürmer der britischen Rockband «Queen» zu einem Medley verarbeitet. Rockig und ohne erkennbare Unsicherheit wurde der zweite Konzertteil eröffnet. Dabei entpuppte sich Mirjam Studinger nicht nur als versierte Ansagerin, sondern gleich auch noch als Sängerin. Als Beat-Oldie kann Gerry Raffertys «Baker Street» bezeichnet werden. Deborah Studinger erhielt bei ihrem ausdrucksstarken Solo auf dem Es-Alt-Saxofon durch das Orchester sehr gute Unterstützung.

«Man with the Harmonica» oder «Spiel mir das Lied vom Tod» ist ein Western-Klassiker mit grossem Bekanntheitsgrad, ebenso die Filmmusik von Ennio Moricone. Was im Original auf der Mundharmonika gespielt wird, interpretierte Andreas Spielmann auf der Altflöte in Perfektion und löste damit einen Beifallssturm aus.

Besondere Ehrungen

Für ein eher seltenes Jubiläum durfte Urs Bachofer geehrte werden. Seit nicht weniger als dreissig Jahren ist er Dirigent der Musikgesellschaft Stüsslingen und, wie am Jahreskonzert bewiesen, mit Erfolg. Isabella Bachofer ihrerseits durfte ebenfalls ein Präsent entgegennehmen. Am kommenden Musiktag in Mümliswil wird sie die Auszeichnung eines Eidgenössischen Veteranen erhalten.

Mit «Everybody’s Changing» und dem zum grössten Schweizer Hit erkorenen «Alperose» wurde ein bemerkenswertes Konzert beendet, ehe Vizedirigentin Regula Guldimann zum Abschluss den «Stüsslinger-Marsch» dirigierte.